Soziale Marktwirtschaft
Die zehn Punkte der Christlich Sozialen Union – erstes Grundsatzprogramm vom 31. Dezember 1945. Der siebte Punkt bezieht sich dabei auf die wirtschaftlichen Vorstellungen der Partei
ACSP, DS 1 : 98
CSU - Partei der Sozialen Marktwirtschaft
Für die CSU gilt das folgende Zitat von Dr. Hanns Seidel, Bayerischer Wirtschaftsminister (1947-1954) und Bayerischer Ministerpräsident (1957-1960), nach wie vor: „Es ist […] nicht zu viel gesagt, dass nicht nur das Schicksal der Marktwirtschaft, sondern auch das der westlichen Demokratien davon abhängt, ob es gelingt, in einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung mit dem Phänomen der Konjunkturen und Krisen fertig zu werden.“ (Hanns Seidel, Konjunkturpolitik in der sozialen Marktwirtschaft, in: Hanns Seidel (Hrsg.), Zeitprobleme. Gesammelte Aufsätze und Vorträge, Aschaffenburg 1961, S. 33.).
In ihrem aktuellen, am 6. Mai 2023 beschlossenen Grundsatzprogramm bezeichnet sich die CSU als „Partei der Sozialen Marktwirtschaft“. Für die CSU ist die Soziale Marktwirtschaft „nicht nur Wirtschafts-, sondern auch Friedens- und Wohlstandsordnung“, die „den Leistungsgedanken mit dem Solidaritätsgedanken“ vereint.
Der Inhalt der Grundsatzprogramme wird von der Partei gelebt. So macht sich die Junge Union Bayern in einem Plakat 1979 und einem Flugblatt 1984 für die soziale Marktwirtschaft stark.
ACSP, Pl S : 1955
Die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft gehörten von Beginn an zur Identität der CSU. Während „Soziale Marktwirtschaft“ erst im Rahmen der Bundestagswahl 1949 in der Öffentlichkeit zu einem gängigen Begriff wurde, waren bereits im ersten Grundsatzprogramm der CSU vom 31. Dezember 1945 zentrale Komponenten dieser Wirtschaftsordnung enthalten. Dies umfasste beispielsweise die Forderung nach der „Rückkehr zur privaten wirtschaftlichen Initiative“, der „Achtung vor dem Privateigentum“ oder der „Schaffung eines neuen Sozialrechts“ durch den Staat.
Der Ausdruck „Soziale Marktwirtschaft“ erschien erstmals im Grundsatzprogramm vom 1. Juni 1957. Jedem Grundsatzprogramm der CSU ist der Anspruch gemein, dass der Mensch den Mittelpunkt des wirtschaftlichen Handelns bildet: „Die Wirtschaft ist nicht Selbstzweck; sie muss dem Wohl der Gesamtheit wie des einzelnen dienen“. Dieser Satz aus dem Grundsatzprogramm vom 4. Oktober 1946 findet sich fast wortwörtlich in jenem von 1957 sowie teilweise im Programm von 1993 wieder.
In seiner Regierungserklärung vom 19. Juli 1995 formulierte der damaligen Bayerische Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber, was auch heute noch für die CSU gültig ist:
„Die Soziale Marktwirtschaft ist die ökologische Wirtschaftsform, weil sie […] umfassend wertorientiert ist. Deshalb brauchen wir weder eine andere Wirtschaftsordnung noch eine Umetikettierung unserer Sozialen Marktwirtschaft in eine „ökologische Marktwirtschaft“. Wir müssen die Soziale Marktwirtschaft nur ernst nehmen. Sozial ist nur, was auch die ökologischen Grundlagen menschlicher Existenz schont.“