Parteipresse und -Medien
Logo der Bayerischen Rundschau
ACSP, NL Müller Josef : C 18
„Bayerische Rundschau“ und „Der gerade Weg“
Bereits im Dezember 1945 formulierten der CSU-Mitbegründer Walter Hagemann und der CSU-nahe Journalist Jochen Willke den Vorschlag einer Wochenzeitung. Diese soll Beiträge „führender Persönlichkeiten, […] Reden, [….] Artikel […] zu den Tageproblemen“ sowie Berichte zur „politischen Arbeit der Partei“ enthalten und so der „politischen Aufklärung und Meinungsbildung“ dienen. Dr. Josef Müller versuchte, mit der im Januar 1946 erschienen Bayerischen Rundschau diese Vorstellungen zu realisieren. Dies scheiterte aber ebenso wie sein Nachfolgeprojekt, die von Dezember 1948 bis Mitte 1949 publizierte Parteizeitung „Der gerade Weg“, an finanziellen, organisatorischen und inhaltlichen Problemen.
Titelblatt der ersten Ausgabe der CSU-Parteizeitung „Der gerade Weg“ vom 10. Dezember 1948
ACSP, Z-LL : 4 Der Gerade Weg 1948 : 1
Bayernkurier
Am 3. Juni 1950 erschien unter dem Titel „Bayernkurier“ die neue, als Wochenzeitung konzipierte Parteizeitung. Herausgeber waren Lorenz Sedlmayr, Mitglied des CSU-Landesvorstands 1946-1950, und Dr. h.c. Franz Josef Strauß, der auch die Rolle des Chefredakteurs übernahm. Während das Team der Herausgeber von 1957 bis 1961 von Dr. Hanns Seidel ergänzt wurde, fungierte Dr. h.c. Franz Josef Strauß ab 1964 als alleiniger Herausgeber. Auch nach seinem Tod blieb diese Funktion beim jeweiligen Parteivorsitzenden der CSU.
Werbung des Bayernkurier aus dem Jahr 1964
ACSP, NL Strauß PVs : 496
„Er schreibt, was ich denke und ich denke, was er schreibt.“
Der Bayernkurier entwickelte sich von einer landespolitischen Zeitung hin zu einem zentralen Presseorgan der CSU mit bundespolitischer Ausrichtung. Insbesondere die Beiträge von Franz Josef Strauß sicherten dem Bayernkurier nicht zuletzt wegen seiner exponierten politischen Stellung und seiner polarisierenden Wahrnehmung in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit und Auflagen. Die enge Vertrauensbasis zwischen Dr. h.c. Franz Josef Strauß und Wilfried Scharnagl, Chefredakteur von 1977 bis 2001, erwies sich dabei als ein wichtiges Fundament. Über Scharnagl sagte Strauß bei einer Buchvorstellung 1984, „er schreibt, was ich denke und ich denke, was er schreibt“.
Letzte Ausgabe des Bayernkurier Nr. 12/2019 (Monatsmagazin)
ACSP, Z-BK Magazin 2019 : 12
Das Ende des Bayernkurier
Mit dem Tod von Dr. h.c. Franz Josef Strauß am 3. Oktober 1988 verlor der Bayernkurier seinen wichtigsten Protagonisten. Verstärkt wurde sein damit einhergehender allmählicher Bedeutungsverlust von einem sich v.a. ab den 2000er-Jahren ändernden Nutzerverhalten der Leser und einer zunehmenden Entwicklung hin zu digitalen Formaten. Ab Juni 2015 erschien der Bayernkurier als Monatsmagazin. Flankiert wurde er durch ein erweitertes Online-Angebot und eine Bayernkurier-App. Mit der Ausgabe vom November 2019 verabschiedete sich die CSU aber auch von diesem Format und stellte den Bayernkurier nach insgesamt fast 70 Jahren ein.