Strukturpolitik
Von den 1950ern bis Heute
In Bayern setzte die Entwicklung vom Agrar- hin zum Industrie- und Dienstleistungsland im bundesdeutschen Vergleich etwas verspätet in der zweiten Hälfte der 1950er ein. Die CSU, die mit Ausnahme der Jahre 1945/46 sowie 1954 bis 1957 bis heute durchgehend den Ministerpräsidenten in Bayern stellte, gestaltete diesen Strukturwandel maßgeblich.
Energie
Um das rohstoffarme Bayern unabhängiger vom teuren Import der Steinkohle zu machen, wirkte Dr. Otto Schedl, CSU-Wirtschaftsminister (1957-1970), erfolgreich auf die Anbindung Bayerns an Ölpipelines aus Genua, Triest und Marseille in den 1960er Jahren hin. Das preiswerte Erdöl kurbelte die bayerische Wirtschaft an. Als mit der Ölkrise 1973 die Schattenseite dieses importierten Energieträgers in Erscheinung trat, baute man die Atomenergie und damit auch eine unabhängige Energieversorgung weiter aus. Die Nuklearkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 bedeutete aber hierzulande das Ende der Atomenergie. Nicht zuletzt mit dem im Dezember 2011 gegründeten Arbeitskreis Energiewende (AKE) arbeitet die CSU nun an der Etablierung erneuerbarer Energien.
Karikatur von Herbert Kolfhaus von 1982 über die Widerstände beim Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals.
Herbert Kolfhaus; ACSP; ACSP, NL Kolfhaus Herbert 1982 : 2/1
Strukturpolitik der CSU
Neben der Energiepolitik stellte die CSU durch Infrastrukturprojekte wie dem Ausbau des Straßennetzes um ca. 6.600 km zwischen 1950 und 1965, dem 1992 fertiggestellten Rhein-Main-Donau Kanal oder dem 1992 in Betrieb genommenen Münchner Franz-Josef-Strauß-Flughafen wichtige wirtschaftliche Rahmen bedingungen. Dr. Hanns Seidel trieb dabei als Wirtschaftsminister (1947-1954) und Bayerischer Ministerpräsident (1957-1960) die beiden erstgenannten Projekte maßgebend voran. Zugleich setzte sich die CSU v.a. in Zeiten des Wirtschaftswunders für ausgewogene wirtschaftliche Verhältnisse zwischen Stadt und Land ein. Der Mittelstand wurde ebenso wie kleinere und mittlere Städte gefördert, während dem einseitigen Prosperieren von Ballungsräumen so entgegengetreten wurde.
Flugblatt des Arbeitskreises Energiewende (AKE) aus dem Jahr 2012
ACSP, Fl AKE 2012 : 2
Umwelt/Ökologie
Als erstes Land weltweit und bereits 16 Jahre vor dem Bund richtete die bayerische Staatsregierung unter Dr. h.c. Alfons Goppel im Dezember 1970 ein „Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen“ ein. Erster Bayerischer Umweltminister wurde der spätere Bayerische Ministerpräsident Max Streibl. Die CSU setzte z.B. durch eine Reformierung und Modernisierung des Bayerischen Naturschutzgesetzes oder die Ausweisung alpenländischer Schutzgebiete neue Akzente. Am 25. Februar 2019 gründete die CSU zudem ein Umweltforum, das Lösungen für eine bessere Vereinbarkeit der Belange von Wirtschaft und Umwelt entwickelt.