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Bauzeichnung der Gebäude Lazarettstraße 33 und 35

Bauzeichnung der Gebäude Lazarettstraße 33 und 35; HSS

Die 60er-Jahre: Gründung und Aufbau

Fritz Pirkl (CSU, 1925-1993) war von 1967 bis 1993 Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung.

Fritz Pirkl (CSU, 1925-1993) war von 1967 bis 1993 Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung.

Josef A. Slominski; ACSP

30.11.1963
Nachdem bereits Dr. Fritz Pirkl und der Landesgeschäftsführer der CSU Alois Klughammer vom Landesvorsitzenden beauftragt worden waren, Überlegungen zu einer geplanten Hanns-Seidel-Stiftung anzustellen und Vorschläge auszuarbeiten, beschließt der geschäftsführende Landesvorstand der CSU, eine "vorbereitende Kommission" einzusetzen. Diese Kommission unter dem Vorsitz von Fritz Pirkl diskutiert in zahlreichen Sitzungen sämtliche Aspekte dieses Projektes und entwickelt für den Landesvorstand ein inhaltliches Konzept sowie einen organisatorischen Rahmen.

9.4.1965
Der Landesvorstand der CSU genehmigt die von der "vorbereitenden Kommission" unter Staatssekretär Dr. Fritz Pirkl vorgelegte Satzung für die geplante Hanns-Seidel-Stiftung, beschließt den Ankauf des Grundstücks in der Lazarettstraße und erteilt dem geschäftsführenden Vorstand den Auftrag, "an die Verwirklichung des Projekts heranzugehen".

Ende 1965
Der CSU-Landesvorsitzende beauftragt Staatssekretär Dr. Fritz Pirkl mit der Gründung des eingetragenen Vereins. Unter dem Namen Hanns-Seidel-Stiftung e.V. solle künftig politische Bildungsarbeit auf der Basis christlich-sozialer Wertvorstellungen geleistet werden. Für die Kernaufgaben werden drei Säulen vorgesehen: Ein politisches Bildungswerk soll fundierte politische Sachkenntnis verbreiten und vor allem nach innen sowie in den vorpolitischen Raum wirken. In Akademie-Tagungen seien politische Probleme im akademischen Rahmen und auf akademischem Niveau zu erörtern. Die dritte Säule solle der internationalen Begegnung und Zusammenarbeit dienen. Weitere wichtige Aufgaben wie die wissenschaftliche politische Forschung oder die Studienförderung blieben einem späteren Ausbau vorbehalten.

7.11.1966
Die Gründungsversammlung unter dem Vorsitz von Dr. Fritz Pirkl findet im Hotel Königshof in München statt.

20.1.1967
Die Mitgliederversammlung bestätigt die 21 Gründungsmitglieder, beschließt die Satzung endgültig und bestimmt per Akklamation einen siebenköpfigen Vorstand sowie zwei Rechnungsprüfer. Zum Vorsitzenden der Hanns-Seidel-Stiftung wird Dr. Fritz Pirkl, Staatsminister für Arbeit und Soziales, gewählt, der dieses Amt bis zu seinem Tod im Jahr 1993 innehat.

11.4.1967
Mit dem Eintrag ins Vereinsregister des Amtsgerichts München beginnt die juristische Existenz der Hanns-Seidel-Stiftung.

Auszug aus dem Vereinsregister über die Errichtung der Stiftung zum 20.01.1967

Auszug aus dem Vereinsregister über die Errichtung der Stiftung zum 20.01.1967

HSS

10.7.1967 
Der Vorstand der Hanns-Seidel-Stiftung ernennt Alois Klughammer, MdL, bisher Landesgeschäftsführer der CSU, zum hauptamtlichen Geschäftsführer der Stiftung mit der offiziellen Bezeichnung "Verwaltungsdirektor". Er übt diese Funktion bis 1973 aus.

15.9.1967
Der Vorstand beschließt einen Stellenplan nach BAT für die Hanns-Seidel-Stiftung und bestellt mit Wirkung zum 1.10.1967 Dr. Hans Pflaumer zum Leiter der Akademie für Politik und Zeitgeschehen sowie Christoph Röder zum Leiter des Bildungswerks, beide bis dahin Mitarbeiter der CSU-Landesleitung. Christoph Röder fungiert bis zu seinem Ruhestand Ende 1986 als Direktor des Bildungswerks. Hans Pflaumer scheidet am 31.1.1969 aus, die Akademieleitung bleibt bis zum 1.4.1970 unbesetzt.

1.10.1967 
Die räumliche Unterbringung erfolgt zunächst getrennt: Für das Bildungswerk und die Akademie werden bis zum 31.12.1969 Büroräume in der Bauerstraße 19, 1. Stock, wo bis dahin der Bayernkurier residierte, angemietet. Für die Verwaltung und Buchhaltung werden zwei Wohnungen in der Lazarettstraße 35 angemietet. Die CSU, die ihren Sitz in der Lazarettstraße 33 hat, räumt der Hanns-Seidel-Stiftung am 21.12.1967 ein Vorkaufsrecht für den in der Lazarettstraße 19 zu errichtenden Neubau ein. Der Bezug der Lazarettstraße 19 erfolgt im Dezember 1969 zunächst zur Miete, wobei ein Teil der Räume bis zum Frühjahr 1979 an den Bayernkurier und die Bavaria-Werbung untervermietet wird. Mit dem Kaufvertrag vom 29.5.1973 geht das Haus in das Eigentum der HSS über. Am 20.12.1982 folgen der Erwerb der Lazarettstraße 33 und 35.

Bauzeichnung der Gebäude Lazarettstraße 33 und 35

Bauzeichnung der Gebäude Lazarettstraße 33 und 35

HSS

6.10.1967 
Die erste öffentliche Veranstaltung der Akademie für Politik und Zeitgeschehen findet zum Thema "Die Zukunft des christlich-demokratischen Gedankens in Europa" im Messehaus des Ausstellungsgeländes in München statt.

28.10.1967 
Die offizielle Eröffnungsveranstaltung des Bildungswerks wird in Straubing organisiert. Kurz vorher hatten bereits mehrere kleinere Tagungen stattgefunden.

18.11.1968 
Durch eine Satzungsänderung wird die Mitgliederzahl des Vereins auf 25 beschränkt, der Vorstand um ein Mitglied erweitert und die Gründung eines Förderkreises eingeplant.

1968 
Mit dem Olzog-Verlag wird ein Vertrag über die Herausgabe von drei Schriftenreihen geschlossen: Akademieberichte, Materialhandreichungen für die Schulungsarbeit des Bildungswerkes sowie Berichte und Studien.

Das Gebäude Bauerstraße 19

Das Gebäude Bauerstraße 19

HSS

3.2.1969 
Die Hanns-Seidel-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) gründen gemeinsam die "Arbeitsgemeinschaft christlich-demokratischer und christlich-sozialer Bildungsstätten eV" in Bonn, deren Vorstand paritätisch besetzt wird.

14.7.1969
Der Vorstand beschließt, die Gründung eines Instituts für Außen- und Sicherheitspolitik in die Wege zu leiten. Im April 1970 wird es als Forschungsinstitut für Sicherheit, Strategie und internationale Fragen (FSSF) gegründet, die Leitung an Dr. Armin Steinkamm übertragen. Aufgabe des Instituts ist es, Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Außen- und Verteidigungspolitik zu leisten und Entscheidungshilfe zu geben. Mitte 1970 nimmt es die wissenschaftliche Arbeit auf. Um eine Partizipation der KAS an diesem Institut zu ermöglichen, wird es als "Tochter" der beiden Stiftungen rechtlich verselbständigt und am 22.6.1971 als "Forschungsinstitut für Sicherheit und internationale Fragen e.V." in Bonn neu gegründet. Zu gleichberechtigten Vorsitzenden des Vereins werden Manfred Wörner und Friedrich Zimmermann gewählt, der räumliche Umzug erfolgt von der Lazarettstraße 19 in ein eigenes Gebäude am Waldfriedhof in München.