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Im Zentrum sieht man ein Kreuz in einen Kasten, wie es auf Wahlzetteln üblich ist. Daneben steht „So schützen Sie sich vor Falschinformation“. Am rechten Rand sieht man die Kartenumrisse von Deutschland in den Farben Schwarz Rot Gott und eine gezeichnete Silhouette von Berlin.

Skórzewia; HSS; AdobeStock

Fake oder Fakten?

Bundestagswahl 2025: So schützen Sie sich vor Falschinformationen

Im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 wird mit einer Zunahme an Falschinformationen gerechnet. Diese werden oft sorgfältig verbreitet, um Wählerinnen und Wähler gezielt zu beeinflussen. Kritisches Denken ist unerlässlich, um sich vor sogenannten Fake News zu schützen. Bleiben Sie wachsam und skeptisch, damit Sie nicht Opfer von Desinformation und Lügen werden.

Wir wollen Ihnen mit zehn Fragen helfen, sich besser vor Fake News zu schützen.

1. Wer ist der Autor?

Prüfen Sie, ob ein Autor angegeben ist, und wenn ja, wer hinter der Nachricht steht. Finden Sie direkt im Artikel keine entsprechende Information? Fehlt ein Impressum? Dann ist Misstrauen geboten. In Deutschland besteht eine Impressumspflicht für kommerzielle Angebote, die nicht rein persönlichen oder familiären Zwecken dienen.

2. Wo liegt der Ursprung einer Meldung?

Wenn Sie eine Meldung von einem Messenger erhalten, können Sie die Inhalte in einer Suchmaschine checken. Kopieren Sie Teile der Nachricht in ein Suchmaschinenfeld und suchen Sie nach deren Ursprung. Vielleicht finden Sie Hintergrundinformationen, die Ihnen zu einem Gesamtbild verhelfen.

Hier ein Beispiel für eine solche Rückwärtssuche: Sie geben diesen Fließtext in Google ein: „Eine von Microsoft Deutschland in Auftrag gegebene Umfrage hat große Bedenken bei Bundesbürgern ermittelt. Viele fürchten KI-Desinformation und Cyberattacken." Sie werden feststellen, dass dies ein Zitat von Heise online ist. Gemäß Punkt eins suchen Sie dann das Impressum von Heise online und finden die Heise Medien GmbH & Co. KG in Hannover auf der Seite www.heise.de/impressum.html.

3. Was sagen andere Quellen?

Verlassen Sie sich nicht nur auf eine Quelle. Recherchieren Sie andere Quellen und vergleichen Sie die dargestellten Fakten. Achten Sie darauf, in welchem Kontext und Zeitraum die Informationen und Bilder noch auftauchen. 

4. Sind die Informationen plausibel und aktuell?

Prüfen Sie, ob die Text-, Bild-, Video- oder Audiodateien ein Erstelldatum haben. Sind die oben genannten Zahlen und Fakten plausibel und aktuell? Seriöse Nachrichten enthalten belegbare Daten und Fakten. Werden Studien zitiert, können Sie in der Originalstudie nachsehen, ob die Daten stimmen. 

5. Werden in der Nachricht auffällig viele Meinungen statt Fakten geäußert?

Fake News enthalten oft persönliche Meinungen oder Wertungen, die als Tatsachen dargestellt werden. Achten Sie auf eine klare Trennung zwischen Meinungsäußerung und Fakten.

6. Wie ist die Nachricht auf den ersten Blick gestaltet?

Fake News setzen oft auf sensationelle, schockierende oder emotionalisierende Titel und Überschriften. Ein reißerischer Schreibstil, viele Ausrufe- und Fragezeichen, kombiniert mit spektakulären Bildern, könnten Hinweise auf Fake News sein. Die auffällige „Verpackung“ soll anlocken.

7. Gibt es viele orthografische oder grammatikalische Fehler?

Schlechte Rechtschreibung und Grammatik können ein Hinweis auf unseriöse Nachrichten sein. Professionelle Medien achten auf eine korrekte Sprache.

8. Werden Sie aufgefordert, zu handeln oder die Nachricht zu teilen?

Fake News fordern besonders häufig dazu auf, Inhalte schnell zu teilen oder zu reagieren, bevor man nachdenkt. Solche Nachrichten setzen auf Gruppenzwang oder Panik. Nehmen Sie sich immer die Zeit, die Nachricht zu prüfen, bevor Sie diese weiterleiten oder teilen.

9. Sind Bilder oder Videos manipuliert

Bilder und Videos sind inzwischen nur schwer als Fakes zu identifizieren, da sie täuschend echt wirken. Wenn Sie dennoch misstrauisch geworden sind, weil das Medium Ungewöhnliches zeigt oder nicht zur bisherigen Informationslage passt, können Sie mithilfe von Screenshots über die Google-Bildersuche oder TinEye nach dem Ursprung suchen. Steht Ihnen ein Video als YouTube-Link zur Verfügung, können Sie ihn in den YouTube Datenbetrachter eingeben. Er ermittelt dann den genauen Upload-Zeitpunkt des Videos und zeigt Ihnen die Vorschaubilder an, die vor Videostart zu sehen sind.

10. Haben Sie einen Faktencheck durchgeführt?

Es gibt spezielle Seiten im Internet, die Ihnen beim Faktencheck helfen. Auf der Seite Mimikama werden Falschmeldungen entlarvt. Hilfreich ist auch der Faktenfuchs des Bayerischen Rundfunks.

Über den Autor Karl Heinz Keil

Karl Heinz Keil hat an der Universität der Bundeswehr München Politikwissenschaften, Volkswirtschaftslehre und Soziologie studiert und als Diplom Staatswissenschaftler (univ.) abgeschlossen. Er leitet das Referat „Medien, Digitale Gesellschaft, Mobilität, Innovation" im Institut für Politische Bildung der Hanns-Seidel-Stiftung.
Er beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren in der politischen Erwachsenenbildung mit den gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung. 

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