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Lieder auf Banz
Förderpreis für junge Liedermacher 2026/2027: Funkenflug und Tim Graewert ausgezeichnet

Autorin/Autor: Isabel Küfer, M.A.

Die Hanns-Seidel-Stiftung zeichnet die Münchner Band Funkenflug und den 16-jährigen Singer-Songwriter Tim Graewert mit dem Förderpreis für junge Liedermacher 2026/2027 aus. Beide überzeugten die Jury mit ihrer musikalischen Eigenständigkeit und stehen 2027 bei den „Liedern auf Banz“ auf der Bühne. Dort feiern sowohl der Förderpreis als auch das Musikfestival ihr 40-jähriges Jubiläum.

Der Singer-Songwriter Tim Graewert (Bild) und die Münchner Band Funkenflug sind die die neuen Preisträger des Förderpreises für junge Liedermacher der Hanns-Seidel-Stiftung. 2027 treten sie bei den „Liedern auf Banz“ auf.

Der Singer-Songwriter Tim Graewert (Bild) und die Münchner Band Funkenflug sind die die neuen Preisträger des Förderpreises für junge Liedermacher der Hanns-Seidel-Stiftung. 2027 treten sie bei den „Liedern auf Banz“ auf.

Copyright: privat

Mit Funkenflug und Tim Graewert stehen die neuen Preisträger des Förderpreises für junge Liedermacher der Hanns-Seidel-Stiftung fest. Die Münchner Band und der erst 16-jährige Singer-Songwriter überzeugten die Jury mit ganz unterschiedlichen musikalischen Handschriften. 2027 treten sie bei den „Liedern auf Banz“ auf – in einem besonderen Jahr: Sowohl der Förderpreis als auch die „Lieder auf Banz“ feiern ihr 40-jähriges Bestehen.

Seit 1987 zeichnet die Hanns-Seidel-Stiftung junge Musiker aus, die eigene Songs schreiben und ihren eigenen künstlerischen Weg gehen. Mehr als 5.500 Bewerbungen sind seit der ersten Ausschreibung eingegangen. 2027 blickt der Förderpreis damit auf vier Jahrzehnte Nachwuchsförderung zurück. Eng verbunden ist seine Geschichte mit den damaligen „Songs an einem Sommerabend“, aus denen später die „Lieder auf Banz“ hervorgingen. Auch sie feiern 2027 ihr 40-jähriges Bestehen.

Auch in diesem Jahr erreichten die Jury rund 70 Bewerbungen. Gesucht wurde dabei nicht nach einem bestimmten musikalischen Stil. Entscheidend sind künstlerische Qualität, Eigenständigkeit, Ausdruck und die Frage, ob eine Stimme im Gedächtnis bleibt. Denn Liedermacherei kann heute vieles sein: akustisch oder modern produziert, ruhig oder kraftvoll, humorvoll, politisch, poetisch oder direkt.

„Mit dem Förderpreis zeichnen wir Künstlerinnen und Künstler aus, die mit eigenen Texten, einer eigenen musikalischen Handschrift und viel Persönlichkeit überzeugen und ihren ganz eigenen Weg gehen“, sagt Prof. Klaus Holetschek, MdL, Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung. Mit Funkenflug und Tim Graewert kommen nun zwei sehr unterschiedliche neue Stimmen zur fast 40-jährigen Geschichte des Preises hinzu.

Funkenflug: Zwischen Folk, Gypsy-Swing und Pop

Lebhafte Rhythmen treffen auf ruhige Momente, gesellschaftliche Beobachtungen auf persönliche Geschichten: Die Münchner Band Funkenflug verbindet Folk, Gypsy-Swing und Pop zu einem eigenen Sound. Gitarre, Geige und Kontrabass gehören ebenso dazu wie der mehrstimmige Gesang, der zum Markenzeichen des Quintetts geworden ist.

Gegründet wurde Funkenflug 2023 aus dem gemeinsamen Wunsch heraus, eigene Musik zu machen und bestehende Lieder auf eigene Weise zu interpretieren. Mit der 2024 erschienenen EP „Zeitverwendung“ machte die Band erstmals breiter auf sich aufmerksam. 2026 folgte das Debütalbum „Durch die Blume“.

Darin blickt Funkenflug auf das Leben mit all seinen Widersprüchen: persönliche Erfahrungen stehen neben gesellschaftlichen Schieflagen, scharfzüngige und humorvolle Beobachtungen neben nachdenklichen und leisen Momenten. Dabei sucht die Band weniger nach künstlicher Perfektion als nach Nahbarkeit und einer Atmosphäre, die an Sommerabende, lange Gespräche und jene Momente erinnert, in denen man die Zeit vergisst.

Für die Jury passt genau diese Mischung nach Banz. Funkenflug greife mit seinen Liedern jene Stimmungen und Gefühle auf, die die Banzer Festivalabende seit Jahrzehnten prägen. Die Juroren sind überzeugt, dass der Funke von der Bühne auch auf das Publikum überspringen wird.

Tim Graewert: Mit 16 Jahren bereits auf großen Bühnen

Der zweite neue Förderpreisträger steht noch ganz am Anfang seiner eigenen musikalischen Laufbahn – und bringt trotzdem bereits bemerkenswerte Bühnen- und Studioerfahrung mit. Tim Graewert ist 16 Jahre alt, spielt seit seinem achten Lebensjahr Klavier und stand bereits mit zehn Jahren erstmals mit einer Eigenkomposition auf der Bühne.

Später kam die Gitarre hinzu. Inzwischen spielt Graewert regelmäßig live, stand bereits in der Münchner Olympiahalle auf der Bühne und war in den vergangenen Jahren bei zahlreichen Konzerten seiner Mutter, der Singer-Songwriterin Claudia Koreck, als Gitarrist dabei. Sein Vater Gunnar Graewert ist Musikproduzent und ebenfalls Musiker.

Dass sein musikalisches Elternhaus ihm Möglichkeiten eröffnet, spricht Tim Graewert selbst offen an: „Es gibt Türen, die mir offenstehen und aufgemacht wurden, das ist klar. Da durchzugehen, liegt aber immer noch an einem selber.“

Seine eigene musikalische Handschrift entwickelt der 16-Jährige inzwischen konsequent weiter. Geprägt von Gitarristen und Songwritern wie John Mayer und Keith Urban verbindet er seine musikalischen Einflüsse mit deutschen Texten und Geschichten aus seinem eigenen Leben. Im Sommer 2026 erschien mit „Cabriolet“ seine erste Single, im Oktober folgte „Teilzeitliebe“. Gleichzeitig schreibt, arrangiert und produziert er kontinuierlich neue Songs und arbeitet an seinem Debütalbum, das Mitte 2027 erscheinen soll.

Die Jury würdigt einen jungen Künstler, der technisches Können, musikalische Neugier und einen klaren eigenen Gestaltungswillen miteinander verbindet. Im Juli 2027 wird Tim Graewert als jüngster Preisträger des Förderpreises auf der Banzer Klosterwiese stehen.

Dabei kommt es auch zu einer besonderen Familienkonstellation: Claudia Koreck gehört 2027 zum Hauptprogramm der „Lieder auf Banz“, Gunnar Graewert spielt in ihrer Band. Tim Graewert wird die Banzer Bühne im Jubiläumsjahr damit auch mit seinen Eltern teilen.

Ein Preis, der auf die große Bühne führt

Zum Förderpreis gehört seit jeher mehr als die eigentliche Auszeichnung. Die beiden Preisträger erhalten jeweils 5.000 Euro – vor allem aber die Möglichkeit, ihre Musik einem großen Publikum zu präsentieren.

Zunächst steht das Nachwuchspreisträgerkonzert im Kloster Banz vor rund 400 Gästen an. Danach folgt der Auftritt bei „Lieder auf Banz – Ein Abend mit Freunden“. Insgesamt rund 9.000 Besucher erleben die Veranstaltung auf der Klosterwiese; durch die Übertragung im Bayerischen Fernsehen reicht diese Bühne noch deutlich weiter.

Gerade im Doppeljubiläumsjahr 2027 wird sichtbar, wie eng Förderpreis und „Lieder auf Banz“ miteinander verbunden sind. Seit 40 Jahren begleitet der Preis junge Künstler auf ihrem Weg – und gibt ihnen die Gelegenheit, ihre eigenen Lieder auf einer großen Bühne zu präsentieren.

Wie nachhaltig diese Förderung wirken kann, zeigt auch das Hauptprogramm 2027. Mit Bernd Stelter kehrt der erste Preisträger der Hanns-Seidel-Stiftung nach Banz zurück. Ebenfalls dabei sind Simon & Jan, die 2014 mit dem Förderpreis ausgezeichnet wurden.

Auch Chris & Henni, die bereits im vergangenen Jahr ausgezeichnet wurden, werden 2027 auf der Banzer Bühne stehen. Ihren ursprünglich vorgesehenen Auftritt konnten sie wegen Hennis Schwangerschaft nicht wahrnehmen. Im kommenden Jahr holen sie diesen nun nach.

So stehen im Jubiläumsjahr mehrere Generationen von Förderpreisträgern gemeinsam auf der Banzer Klosterwiese: vom ersten ausgezeichneten Künstler über etablierte ehemalige Preisträger bis hin zu Funkenflug und Tim Graewert, die nun neu in die Geschichte des Förderpreises eintreten.

Für sie beginnt diese Geschichte gerade erst.

Kontakt

stv. Leiterin: Isabel Küfer, M.A.
Institut für Begabtenförderung
stv. Leiterin
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