Kommunalpolitik: Wer anpackt, bewegt.
Lernen braucht Räume
Cornelia Trinkl ist seit 2002 kommunalpolitisch aktiv, unter anderem als Stadträtin in Röthenbach a. d. Pegnitz und später als stellvertretende Landrätin im Nürnberger Land. Dort engagierte sie sich besonders in der Bildungs- und Schulpolitik. Seit 2020 ist sie berufsmäßige Stadträtin und Referentin für Schule und Sport in Nürnberg. 2024 wurde sie in den Bildungsausschuss des Deutschen Städtetags berufen.
Cornelia Trinkl
HSS: Als Referentin für Schule in Nürnberg betreuen Sie zahlreiche Projekte wie die Sanierung der Schulgebäude, die Digitalisierung und die Umsetzung der PISA-Offensive. Was reizt Sie an Ihrem Amt?
Cornelia Trinkl: Wir leben in Zeiten, in denen die Schule immer mehr an Bedeutung für die Erziehung und das Großwerden unserer Kinder gewinnt. Als Schul- und Sportreferentin der Stadt Nürnberg will ich bestmögliche Voraussetzungen für unsere Kinder schaffen, dass sie gerne und gut Lernen. Das treibt mich tagtäglich an. Dazu gehört zum einen eine lernfördernde Schule – die gleichzeitig auch ein moderner Arbeitsort für unser Lehrkräfte sein muss. In Nürnberg investieren wir daher hohe Summen im Bereich Bildung und in den Schulbau. Auch in die Ausstattung der Schüler sowie Lehrkräfte mit Tablets und Dienstgeräten. Die Themen Wartung und Medienerziehung gehören auch dazu. Mit einem stadteigenen Pädagogischen Institut unterstützen wir unsere Lehrkräfte und bilden sie weiter. Als Lehrerin weiß, ich wie wichtig solche Angebote sind.
HSS: Können Sie sich an eine Situation als Kommunalpolitikerin erinnern, die Sie vor besondere Herausforderungen gestellt hat? Wie sind Sie damit umgegangen?
Cornelia Trinkl: Im Alter von 20 Jahren wurde ich das erste Mal in den Stadtrat gewählt, dann in den Kreistag, wo ich Fraktionsvorsitzende und stellvertretende Landrätin war. Nun bin ich im Hauptamt und leite als berufsmäßige Stadträtin einen großen Geschäftsbereich bei der Stadt Nürnberg. Herausforderungen gab es immer: Vereinbarkeit von Politik und Studium, Politik und Beruf und Familie. Wichtig war mir hier immer, auch als junge Frau durch Kompetenz anerkannt zu werden, meine politische Leidenschaft einzubringen und mir treu zu bleiben.
HSS: Wenn Sie eine Schulklasse besuchen: Wie begeistern Sie Jugendliche für Kommunalpolitik?
Cornelia Trinkl: Der Austausch mit den Jugendlichen und sie für Kommunalpolitik zu begeistern ist mir eine echte Herzensangelegenheit. Ich war selbst in der Oberstufe, als ich angefangen habe, mich politisch zu engagieren. Kein Politikbereich betrifft uns Menschen so direkt und unmittelbar wie die Kommunalpolitik. Man sieht direkt, was mit den Entscheidungen, die im Stadtrat getroffen werden, passiert. Welche Projekte betreffen mich vor der Haustür? Meine Schule, die Buslinie, die ich gelegentlich benutze, oder der Fahrradweg, auf dem ich jeden Tag fahre? Vielleicht frage ich mich auch, wann unser neues Jugendzentrum endlich saniert wird oder wo ich in meiner Freizeit Sport machen kann. Alles Themen, die Jugendlichen wichtig sind, und die alle in die kommunale Zuständigkeit fallen. Wer sich in der Kommunalpolitik engagiert, kann also richtig was bewegen und – das ist entscheidend: direkt die Ergebnisse sehen. Das ist DIE Chance, sich einzubringen, vor Ort Dinge, die einem wichtig sind, zu verändern.
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sunnychicka; istock
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