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39. Deutscher Evangelischer Kirchentag in Hannover
Im Glauben verwurzelt, im Gespräch vereint

Autorin/Autor: Katja Zirkel

Am Stand der HSS trafen sich Politiker, Geistliche und eine bunte Mischung aus Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

 

80.000 Besucher kamen zum 39. Deutschen Evangelischen Kirchentag nach Hannover, um sich zu kirchlichen und gesellschaftspolitischen Fragen auszutauschen.

80.000 Besucher kamen zum 39. Deutschen Evangelischen Kirchentag nach Hannover, um sich zu kirchlichen und gesellschaftspolitischen Fragen auszutauschen.

© HSS

Der 39. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hannover war ein Fest der Begegnung, der Zuversicht und des gemeinsamen Nachdenkens. Unter dem Motto „mutig – stark – beherzt“ kamen rund 80.000 Menschen zusammen, um sich über zentrale kirchliche und gesellschaftspolitische Fragen auszutauschen. Auch am Stand der Hanns-Seidel-Stiftung herrschte reger Andrang: Politikerinnen und Politiker, Geistliche und Menschen unterschiedlichster Herkunft und Konfession suchten das Gespräch und teilten ihre Perspektiven auf Glauben, Gesellschaft und Verantwortung.

Im Zentrum unserer Gespräche stand die Frage nach der Rolle der Kirche und der Bedeutung des Glaubens in einer Zeit, die von Unsicherheiten, Krisen und einem spürbaren Wertewandel geprägt ist. Trotz sinkender Mitgliederzahlen in den Kirchen war der Tenor klar: Kirche ist und bleibt ein verbindendes Element unserer Gesellschaft. „Menschen brauchen Halt und Orientierung in unsicheren Zeiten“, betonten Dr. Norbert Lammert, ehemaliger Präsident des Deutschen Bundestags und Roderich Kiesewetter, MdB, im Interview an unserem Stand. Ähnlich äußerte sich Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, ehemaliger Landesbischof der Evangelischen Kirche in Bayern und ehemaliger Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands: „Glaube ist eine Quelle der Hoffnung“, vor allem in Situationen, in denen es rational gesehen keinen Ausweg mehr gibt. Das gibt uns die Kraft nicht zu resignieren und ins Handeln zu kommen.

 

Glaube als Orientierung in Zeiten des Umbruchs

Auch Thomas Rachel, MdB, Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, unterstrich die Bedeutung der Kirche im gesellschaftlichen Diskurs. Trotz Herausforderungen durch den Wandel im religiösen Leben sei ihr Beitrag heute vielleicht wichtiger denn je. Denn die Kirche hätte es angesichts der zunehmenden Zahl von Kirchenaustritten nicht mehr so leicht wie früher: „Sie  sollte sich auf ihre Kernbotschaft konzentrieren, um Orientierung zu geben.“

Philipp Amthor, MdB, und Staatssekretär im neuen Ministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung, hob hervor, wie sehr der Glaube ihn persönlich erdet und zur Selbstreflexion anregt – gerade im politischen Alltag. 

Für Tamara Zieschang, Ministerin für Inneres und Sport in Sachsen-Anhalt, ist der Glaube nicht nur ein wichtiges Korrektiv in der politischen Entscheidungsfindung: „Politik sollte Impulse für die Kirche geben – aber ebenso sollte Kirche die Politik inspirieren.“ Der Glaube ist für die Politikerin das „feste Wertegerüst und Rückgrat“ für persönliche Lebensfragen, aber auch bei schwierigen politischen Entscheidungen. 

Der Kirchentag hat einmal mehr gezeigt: Der Dialog zwischen Kirche, Politik und Gesellschaft ist lebendig – und nötiger denn je.

Stimmen vom Kirchentag

Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm zur Frage, was Glaube für ihn persönlich bedeutet

© HSS

Dr. Sigurd Rink, Referent für diakonische Profilbildung, zur Rolle der Kirche in der Gesellschaft

© HSS

Beatrix Pahl von der Initiative #VerständigungsOrte, über ihren Wunsch an die Kirche

© HSS

Thomas Rachel, MdB, Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, zur Rolle der Kirche in der Gesellschaft.

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