Lisa Schmachtenberger über das journalistische Förderprogramm der HSS
„Journalismus ist ein Handwerk“
Lisa Schmachtenberger
HSS: Was hat dich motiviert, dich für das journalistische Förderprogramm der Hanns-Seidel-Stiftung zu bewerben?
Lisa Schmachtenberger: Ich wusste nach dem Abitur, dass ich Journalistin werden möchte, habe aber nicht Journalismus studiert. Mein Plan war es, nach dem Studium auf eine Journalistenschule zu gehen. Voraussetzung dafür ist eine gewisse journalistische Vorerfahrung, die man zum Beispiel durch Praktika sammeln kann. Diese sind jedoch häufig gar nicht bezahlt. Deshalb habe ich mich dafür entschieden, mich für das journalistische Förderprogramm der Hanns-Seidel-Stiftung zu bewerben. Hier konnte ich parallel zum Studium journalistische Erfahrungen sammeln– ohne den Umweg über Praktika zu nehmen. Gerade für angehende Journalisten ist diese praktische Erfahrung ein wichtiger Schritt in die Medienbranche.
HSS: Welche Erfahrungen im Programm haben dich bisher journalistisch am stärksten weitergebracht?
Lisa Schmachtenberger: Besonders weitergebracht hat mich, dass ich im journalistischen Förderprogramm die Grundlagen des journalistischen Handwerks vertiefen kann: zum Beispiel, wie man TV- oder Hörfunkbeiträge schneidet und aufbaut oder wie man Nachrichten und Reportagen schreibt. Vieles davon lerne ich zwar auch in der Journalistenschule, aber es hilft mir sehr, diese Inhalte in den Seminaren der journalistischen Nachwuchsförderung noch einmal zu wiederholen und praktisch zu üben.
Journalismus ist ein Handwerk. Etwas Begabung hilft zwar, aber viel wichtiger ist es, die verschiedenen Darstellungsformen immer wieder zu trainieren, bis man wirklich sicher darin wird. Meine Ausbildung und das journalistische Förderprogramm ergänzen sich da sehr gut.
HSS: An welchem eigenen Beitrag oder Projekt, das im Rahmen des Programms entstanden ist, bist du besonders gewachsen – und warum?
Lisa Schmachtenberger: Bei meinem allerersten Seminar, der TV-Akademie, sollten wir in Zweiergruppen einen TV-Beitrag drehen. Vor Ort haben wir allerdings gemerkt, dass unser Mikrofon kaputt ist. Deshalb mussten wir den Ton mit dem Kameramikrofon und zusätzlich mit dem Smartphone aufnehmen. Es hat dann den ganzen nächsten Tag gedauert, um den Beitrag, der eigentlich nur drei Minuten dauern sollte, zu schneiden und mit der richtigen Audiospur zu unterlegen. Da habe ich gelernt, wie viel Geduld und Ausdauer man manchmal im Journalismus benötigt – und dass immer etwas schiefgehen kann. Solche praktischen Erfahrungen zeigen, wie wichtig technisches Verständnis, Improvisation und Teamarbeit im journalistischen Alltag sind.
Kontakt
Redakteurin