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Kommunalpolitik: Wer anpackt, bewegt.
Mensch im Mittelpunkt

Autorin/Autor: Isabel Pantke

Als Fahrlehrer, Gastronom und Kommunalpolitiker ist Matthias Eggerl täglich im Austausch mit Menschen – und gewinnt dadurch Impulse für seine politische Arbeit. Zudem denkt er Ökologie und Wirtschaft pragmatisch zusammen – lösungsorientiert statt ideologisch.

Matthias Eggerl studierte in München und Regensburg und schloss unter anderem mit einem Masterabschluss in Geschichtswissenschaften ab. Noch während seiner Studienzeit erlernte er den Beruf des Fahrlehrers und trat in die beiden elterlichen Betriebe ein. Bei der Kommunalwahl 2020 wurde er in den Gemeinderat seiner Heimatgemeinde Rott a. Inn sowie in den Kreistag des Landkreises Rosenheim gewählt, im Jahr 2023 zog er als Direktkandidat für den Stimmkreis Rosenheim-West in den Bezirkstag von Oberbayern ein.

Matthias Eggerl

HSS: „Auf Ihrer Website steht der Leitsatz ‚Mensch im Mittelpunkt‘. Was bedeutet das für Sie – und wie prägt er Ihr kommunalpolitisches Handeln?“

Matthias Eggerl: „Der Mensch im Mittelpunkt“ ist nicht nur das Motto unserer Fraktion im Bezirkstag von Oberbayern, sondern auch für mich persönlich ein wichtiger Leitsatz. Als Kommunalpolitiker verändern wir weder das Weltgeschehen noch Gesetze, aber unsere Entscheidungen beeinflussen die Menschen ganz konkret in ihrem Alltag. Im Bezirk, wo es ja vor allem um soziale Themen wie Inklusion oder die Stärkung und Versorgung von Menschen mit Behinderungen geht, liegt das natürlich auf der Hand. Es gilt aber genauso im Kreistag, wo es um vermeintlich banale Dinge wie die Abfallentsorgung, aber auch um sehr Prägendes wie die Ausstattung der weiterführenden Schulen oder die Gesundheitsversorgung geht. Und am konkretesten sehe ich es regelmäßig im Gemeinderat, wenn wir Anliegen und Ideen aus der Bevölkerung aufnehmen und dann unkompliziert umsetzen können. Genau dafür sind wir gewählt worden – um die kleineren und größeren Dinge so zu gestalten, dass im Alltag der Menschen ein Mehrwert entsteht.

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HSS: Abseits vom Ehrenamt arbeiten Sie in gleich zwei elterlichen Betrieben – als Fahrlehrer und Geschäftsführer eines Restaurants mit Hotel. Was haben sie in ihren Berufen gelernt, was Ihnen jetzt im politischen Amt weiterhilft?

Matthias Eggerl: Als Fahrlehrer habe ich vor allem die Bedeutung der verständlichen und klaren Kommunikation gelernt. Da geht es zum einen darum, komplizierte Dinge einfach zu erklären. Zum anderen muss jede Aussage aber natürlich auch sachlich richtig sein – ansonsten wird vielleicht jemandem die Vorfahrt genommen oder der Fahrschüler besteht die Prüfung nicht. Im Gasthaus wiederum nehme ich viel mit, was Teamführung und Organisation angeht. Aber auch, was es heißt, lange Tage mit viel Arbeit und wenig Schlaf zu bewältigen. Ich denke, all diese Erfahrungen aus meinen Berufen helfen mir im politischen Alltag. Und vor allem komme ich tagtäglich mit ganz vielen Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen und Sichtweisen zusammen. Das hilft, eigene Positionen immer wieder kritisch zu hinterfragen und neue Impulse aufzunehmen.

HSS: Sie engagieren sich für Umweltschutz. Wie gelingt es Ihnen als Gemeinderat, ökologische Belange mit wirtschaftlichen Interessen in Einklang zu bringen?

Matthias Eggerl: Ich denke, der erste Schritt ist, hier keinen Widerspruch zu sehen. Meine feste Überzeugung ist, dass Umweltschutz nur dann gelingt, wenn auch die Wirtschaft insgesamt läuft. Natürlich gibt es immer wieder Interessenskonflikte, beispielsweise bei der Ausweisung eines neuen Gewerbegebiets. Hier stehen die wirtschaftlichen Belange auf der einen und die ökologischen Schäden durch die Flächenversiegelung auf der anderen Seite. Dann gilt es abzuwägen – und wenn ich zu dem Schluss komme, dass die örtlichen Betriebe Platz brauchen und die Gemeindekasse dringend auf Gewerbesteuereinnahmen angewiesen ist, kann ich auch mit gutem Gewissen zustimmen. Gleichzeitig setze ich mich von Beginn an für Initiativen für nachhaltigen Konsum, Blühflächen, erneuerbare Energien, Gewässerrenaturierung und vieles mehr ein. Ich glaube, wer unideologisch an die Dinge herangeht, erreicht am Ende oft mehr.

Vielen Dank Herr Eggerl.

Ein Bild mit der Aufschrift Kommunalwahl 2026: hier sieht man Szenen aus Kommunen in der Stadt und auf dem Land

sunnychicka; istock

Über die Reihe "Kommunalpolitik: Wer anpackt, bewegt."

Die Vorbereitungen der Kommunalwahl 2026 sind im vollen Gange. In unserer neuen Reihe stellen wir engagierte Mandatsträgerinnen und Mandatsträger vor. Erfahren Sie, was sie motiviert und welche wertvollen Erfahrungen sie in ihrem Amt gesammelt haben.

Die Hanns-Seidel-Stiftung setzt sich dafür ein, dass mehr Menschen ein kommunalpolitisches Amt übernehmen. Wir unterstützen sie während des Wahlkampfs und machen das Engagement derjenigen sichtbar, die mit ihrem Einsatz Kommunalpolitik gestalten

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