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Kommunalpolitik: Wer anpackt, bewegt
Nahbar, authentisch, digital

Autorin/Autor: Ludwig Horn

Ludwig Horn ist mit 28 Jahren Bürgermeister von Tutzing – und zeigt, wie Politik junge Menschen begeistern kann.

Im Interview verrät er, warum die Jugend in die Kommunalpolitik gehört, spricht über die Erfolgsfaktoren eines starken Social-Media-Wahlkampfs, und wie Bürgernähe im Alltag wirklich gelebt wird.

Ludwig Horn (28) wuchs in Tutzing auf und hat Wirtschaftsinformatik (Bachelor of Science) studiert. Schon als Jugendlicher übernahm er Verantwortung in seiner Heimat: Mit 12 Jahren trat er der Freiwilligen Feuerwehr bei und organisierte federführend das Tutzinger Weinfest am See. Politisch engagiert er sich in der CSU, wurde 2020 in den Kreistag des Landkreises Starnberg gewählt und ist seit Januar 2024 (mit 27 Jahren gewählt) Erster Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Tutzing.

Ludwig Horn

HSS: Warum ist es Ihrer Meinung nach wichtig, dass junge Menschen in der Kommunalpolitik vertreten sind?

Ludwig Horn: Ich halte es für enorm wichtig, dass junge Menschen in der Kommunalpolitik vertreten sind. Sie bringen frischen Wind und neue Perspektiven in die politischen Gremien. Jede Generation hat eigene Erfahrungen und Ideen. Gerade die Jugend geht oft unvoreingenommener an Probleme heran und setzt auf moderne Lösungen.

Kommunalpolitik entscheidet heute über die Zukunft. Junge Vertreter denken langfristig, denn sie werden mit den Folgen der heutigen Entscheidungen am längsten leben. Ihre Stimme stellt sicher, dass Themen wie Bildung, Klimaschutz, Finanzen und bezahlbarer Wohnraum auch aus der Perspektive der jungen Generation berücksichtigt werden.

Außerdem stärkt die Beteiligung junger Menschen unsere Demokratie. Wenn Jugendliche sehen, dass Gleichaltrige Verantwortung übernehmen, gibt ihnen das Mut und Lust auf Politik. Ich habe selbst schon früh Verantwortung übernommen und erfahren: Eine Gemeinde wird am besten gestaltet, wenn Jung und Alt gemeinsam an einem Tisch sitzen und einander zuhören.

HSS: Was sind Ihrer Meinung nach die drei wichtigsten Faktoren für einen erfolgreichen Wahlkampf auf Social Media?

Ludwig Horn: Für einen erfolgreichen Wahlkampf auf Social Media sind für mich drei Dinge entscheidend.


Erstens: Authentizität und Ehrlichkeit. Die Bürgerinnen und Bürger merken, ob ein Politiker echt ist und wofür er steht. Ich zeige auf meinen Kanälen auch mal einen Blick hinter die Kulissen und spreche offen über Herausforderungen – das schafft Vertrauen.

Zweitens: echter Dialog. Social Media ist keine Einbahnstraße; ich suche regelmäßig den direkten Austausch mit den Menschen, beantworte Fragen und nehme Kritik ernst. So entsteht das Gefühl, gehört zu werden, und eine Gemeinschaft rund um die Kampagne.

Drittens: verständliche und relevante Inhalte. Komplexe Themen erkläre ich in einfachen Worten und zeige konkret, was meine Ideen für die Gemeinde bedeuten. Wenn die Leute verstehen, wofür man kämpft, und sich einbezogen fühlen, trägt das wesentlich zum Wahlerfolg bei.

Antwort als Video

Über die Reihe: „Kommunalpolitik: Wer anpackt, bewegt."

Die Vorbereitungen der Kommunalwahl 2026 sind im vollen Gange. In unserer neuen Reihe stellen wir engagierte Mandatsträgerinnen und Mandatsträger vor. Erfahren Sie, was sie motiviert und welche wertvollen Erfahrungen sie in ihrem Amt gesammelt haben.

Die Hanns-Seidel-Stiftung setzt sich dafür ein, dass mehr Menschen ein kommunalpolitisches Amt übernehmen. Wir unterstützen sie während des Wahlkampfs und machen das Engagement derjenigen sichtbar, die mit ihrem Einsatz Kommunalpolitik gestalten.

HSS: Wie gelingt es Ihnen im Alltag, nah am Bürger zu bleiben?

Ludwig Horn: Bürgernähe ist für mich keine Floskel, sondern der Kern meiner Arbeit. Ich versuche im Alltag bewusst, mit den Menschen im Gespräch zu bleiben. Dafür suche ich jede Gelegenheit zum direkten Austausch – ob beim Bäcker, auf dem Markt, bei Vereinsfesten oder während meiner Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr: Überall höre ich zu und komme mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch.

Auch als Bürgermeister bin ich viel im Ort unterwegs und habe immer ein offenes Ohr. Viele kennen meine Handynummer und sprechen mich auf der Straße an oder schreiben mir direkt. Wichtig ist mir, nicht nur zu reagieren, sondern aktiv auf die Leute zuzugehen und nach ihren Anliegen zu fragen.

Zudem halte ich die Bürgerinnen und Bürger transparent auf dem Laufenden, damit jeder weiß, was gerade läuft und Feedback geben kann. Mein Motto lautet: Miteinander reden – gemeinsam gestalten.“ Genau das versuche ich jeden Tag zu leben, indem ich nah bei den Menschen bin und ihre Ideen und Anliegen ernst nehme.

 

Vielen Dank Herr Horn.

Kontakt

Ludwig Horn, ein junger Mann,  steht auf einer kleinen Bühne in einem Saal und spricht zum Publikum mit einem Mikrofon in der Hand.
Extern
Erster Bürgermeister von Tutzing