Kommunalpolitik: Wer anpackt, bewegt.
Vom Polizeidienst ins Rathaus
Sabine Roidl ist 53 Jahre alt und leitet als Erste Polizeihauptkommissarin die Polizeiinspektion Nabburg in der Oberpfalz. Kommunalpolitisch engagiert sie sich seit 2008 als Mitglied der CSU-Fraktion im Gemeinderat von Wackersdorf. Seit 2017 ist sie Fraktionsvorsitzende und Mitglied im Hauptausschuss der Gemeinde. Im Mai 2020 übernahm sie zusätzlich das Amt der 1. Vertreterin des Gemeinderates und vertritt seither im Verhinderungsfall auch den 1. Bürgermeister bei offiziellen Terminen.
Sabine Roidl
HSS: Was bring Ihnen Ihr Beruf als Polizistin für die Arbeit im Gemeinderat – und welche Fähigkeiten helfen Ihnen dort besonders?
Sabine Roidl: Als Polizistin bin ich es gewohnt, schnell zu entscheiden und selbst in unübersichtlichen Situationen den Überblick zu behalten. Gerade in einer Industriegemeinde wie Wackersdorf gibt es eine Vielzahl von Entscheidungen mit großer finanzieller Tragweite zu treffen. Im Gemeinderat und innerhalb der Fraktion sind Entscheidungsfreude und Entschlusskraft sehr hilfreiche Eigenschaften. Aber auch die Erfahrungen in der Verwaltung und Gesetzgebung, die ich durch meinen Beruf habe, sind für mich wichtige Grundlagen, um Verfahrensabläufe verstehen und bewerten zu können. Amtsdeutsch ist für mich keine Fremdsprache.
HSS: Was bewegt die Menschen in Wackersdorf aktuell am meisten?
Sabine Roidl: Wackersdorf hat mit gut 5200 Einwohnern knapp 6000 Arbeitsplätze. Was die Einwohner hier besonders bewegt, ist der Erhalt der Arbeitsplätze und die Gewinnung von neuen Unternehmen zur Sicherung der Leistungsfähigkeit der Gemeinde.
Um weiterhin attraktiv zu bleiben, schaffen wir gerade neue Gewerbeflächen, weisen Baugebiete aus und investieren viel in die Infrastruktur wie Straßen- und Radwegeausbau, Kindergärten und Kindertagesstätten sowie Ganztagsbetreuung in der Grund- und Mittelschule. Wir planen zudem ein zweites Ärztehaus und eine Tagespflege für Senioren. Gleichzeitig gestalten wir derzeit die Ortsmitte neu.
Nicht zuletzt spielt auch der Tourismus für uns als Teil des Oberpfälzer Seenlandes eine wichtige Rolle. Jedoch muss die Vereinbarkeit der touristischen Attraktionen mit dem Leben in der Gemeinde immer wieder neu betrachtet werden, um die Bewohner zum einen nicht zu überlasten und den Besuchern zum anderen ein attraktives Umfeld zu bieten.
HSS: Worauf sind Sie im Gemeinderat besonders stolz – was war Ihr größter Erfolg?
Sabine Roidl: Ich bin auf keine Einzelleistung besonders stolz, da wir in Wackersdorf gemeinsam in der Fraktion sehr viel erreichen und im gesamten Gemeinderat „an einem Strang“ ziehen. Daher macht mir die kommunalpolitische Arbeit auch so viel Spaß. Arbeit am Bürger für den Bürger. Konkrete Projekte, konkrete Entscheidungen. Trotzdem bin ich stolz darauf, dass ich im Gremium parteiübergreifend sehr anerkannt bin, meine Meinung sehr gut von allen angenommen wird und ich über die Jahre in vielen Diskussionen zu guten und konstruktiven Kompromissen beitragen konnte. Stolz macht mich auch, dass meine Arbeit von den Bürgerinnen und Bürgern honoriert wird und ich meine Ergebnisse bei den vergangenen Wahlen immer deutlich steigern konnte.
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sunnychicka; istock
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