Jordanien hat gewählt
Wahl zum 18. Abgeordnetenhaus des Jordanischen Parlaments
Stadtansicht von Amman
Der Libanon (in der Vergangenheit nicht selten als die einzige wirkliche Demokratie im Nahen Osten bezeichnet, wenn man Israel außer Betracht lässt) bzw. das libanesische Parlament ist seit mehr als zwei Jahren nicht in der Lage, einen neuen Staatspräsidenten zu wählen. Ein neues Parlament zu wählen hat man gar nicht erst versucht. Stattdessen verlängerten sich die Abgeordneten ihr Mandat von vier auf acht Jahre. Immerhin wurden im Mai 2016 Kommunalwahlen durchgeführt.
Das jordanische Königshaus hat bereits zu Beginn der Demonstrationen im Rahmen des Arabischen Frühlings auf einen breiten Reformprozess gesetzt. Die Änderung des Parteien- und Wahlgesetzes, die Einrichtung eines Verfassungsgerichtes, einer unab-hängigen Wahlkommission sowie die Überarbeitung von mehr als einem Drittel der 131 Paragraphen umfassenden Verfassung stehen für diesen Reformprozess. Nachdem die Wahl zum jordanischen Unterhaus am 23. Januar 2013 noch überwiegend nach Mehrheitswahlrecht (one person one vote) durchgeführt worden ist, wurde im März 2016 ein neues Wahlgesetz verabschiedet, das die Abkehr vom bisherigen Mehrheitswahlrecht hin zu einer Form des Verhältniswahlrechts vollzog. Vorsichtig und etwas zögerlich wie es schien, aber immerhin.
Der ausführliche Bericht zum Download: "Wahl zum 18. Abgeordnetenhaus des Jordanischen Parlaments"
Unsere Arbeit in Jordanien
Claudia Fackler
Leiterin