Drei Fragen an . . .
Wertschätzung für Macher
Dr. Jutta Möhringer leitet das Institut für Begabtenförderung der Hanns-Seidel-Stiftung seit 2020.
HSS: Was ist das Ziel des neuen Ausbildungsstipendiums und weshalb hat es die HSS ins Leben gerufen?
Dr. Jutta Möhringer: Mit dem Ausbildungsstipendium verfolgt die Hanns-Seidel-Stiftung das Ziel, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung sichtbar zu stärken und engagierte, leistungsbereite Auszubildende gezielt zu fördern. Die Stiftung möchte junge Menschen unterstützen, die Verantwortung übernehmen, sich aktiv in die Gesellschaft einbringen und ihren beruflichen Weg bewusst gestalten.
Mit der Einführung des Ausbildungsstipendiums erweitert die HSS ihr Förderangebot konsequent auf den Bereich der beruflichen Bildung und setzt damit ein klares Zeichen für Anerkennung, Chancengerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe von Auszubildenden. Zugleich leistet sie einen Beitrag zur Stärkung des Fachkräftenachwuchses und zur Förderung eines werteorientierten Engagements in Gesellschaft und Demokratie.
HSS: An wen richtet sich das Stipendium konkret und welche Voraussetzungen sollten Bewerberinnen und Bewerber mitbringen?
Dr. Jutta Möhringer: Das Ausbildungsstipendium richtet sich an Auszubildende in anerkannten Ausbildungsberufen in Deutschland, unabhängig von der jeweiligen Fachrichtung. Angesprochen sind junge Menschen, die sich durch überdurchschnittliche Leistungen in ihrer Ausbildung auszeichnen und sich darüber hinaus gesellschaftlich engagieren, etwa in Vereinen, der Feuerwehr, kirchlichen Einrichtungen, politischen Initiativen oder anderen Formen ehrenamtlicher Tätigkeit.
Vorausgesetzt werden neben fachlicher Motivation vor allem Verantwortungsbewusstsein, Interesse an gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen sowie die Bereitschaft, sich aktiv einzubringen. Zudem sollten sich die Bewerber mit den Werten und Zielsetzungen der Hanns-Seidel-Stiftung identifizieren und diese in ihrem persönlichen und gesellschaftlichen Handeln mittragen.
HSS: Welche Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet das Ausbildungsstipendium den Geförderten – auch über die finanzielle Unterstützung hinaus?
Dr. Jutta Möhringer: Das Ausbildungsstipendium bietet den Geförderten eine monatliche finanzielle Unterstützung, die ihnen zusätzliche Freiräume während der Ausbildungszeit eröffnet. Darüber hinaus steht die ideelle Förderung im Mittelpunkt des Programms. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten Zugang zu einem vielfältigen Bildungs- und Veranstaltungsangebot mit Seminaren, Workshops und Diskussionsformaten zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen sowie zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung. Ergänzt wird dieses Angebot durch die Einbindung in das Netzwerk der Hanns-Seidel-Stiftung, das Austausch, Begegnung und langfristige Vernetzung ermöglicht.
Auf diese Weise fördert das Ausbildungsstipendium nicht nur die fachliche Qualifikation, sondern auch Persönlichkeitsentwicklung, gesellschaftliches Bewusstsein und nachhaltige Perspektiven weit über die Ausbildungszeit hinaus.
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