Der neue HSS-Generalsekretär Dr. Stefan Ebner im Porträt
Wissen, wie's im echten Leben läuft
Dr. Stefan Ebner, MdL, neu bestellter Generalsekretär der HSS, will die Stiftung als führende bürgerliche Denkfabrik und Bildungsinstitution weiter stärken.
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„Politik heißt nicht nur Reden und Zuhören, sondern vor allem Machen“, sagt Ebner. Die gerade vorgestellte Halbzeitbilanz seiner ersten Jahre als Abgeordneter des Bayerischen Landtages gibt das wieder: 85 Plenarsitzungen, teilweise bis tief in die Nacht, mit 17 Reden, mehr als 100 Ausschusssitzungen, mehr als 500 beantworteten Bürgeranfragen und mehr als 1.900 Terminen im Stimmkreis. Dabei war er mehr als 100.000 Kilometer zwischen seinem Stimmkreis im Bayerischen Wald und dem Sitz des Landtages in München unterwegs. Als neuer Generalsekretär der Hanns-Seidel-Stiftung soll der 46-Jährige die weitere Modernisierung vorantreiben, insbesondere die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung der Stiftung in personeller, inhaltlicher und struktureller Hinsicht.
„Als Generalsekretär der Hanns-Seidel-Stiftung will ich dazu beitragen, die Stiftung als führende bürgerliche Denkfabrik und Bildungsinstitution weiter zu stärken.“
Dr. Stefan Ebner
„Als Generalsekretär der Hanns-Seidel-Stiftung will ich dazu beitragen, die Stiftung als führende bürgerliche, konservative und liberale Denkfabrik und Bildungsinstitution weiter zu stärken“, betont Ebner. „Sie muss sich sichtbar in die Debatten über die großen Fragen unserer Zeit einbringen, politische Bildung auf höchstem Niveau leisten und junge Menschen auf der Grundlage eines christlich-abendländischen Wertefundaments fördern. Zugleich ist es unser Auftrag, Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit im In- und Ausland entschlossen zu verteidigen.“
Ein Wirtschaftsexperte als neuer HSS-Generalsekretär
Ebners Fachgebiet ist die Wirtschaft, dort war er auch beruflich tätig bis zu seiner Wahl 2023 in den Landtag als Direktabgeordneter für den Stimmkreis Regen/Freyung-Grafenau. Im Landtag ist er Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Landesentwicklung, Energie, Medien und Digitalisierung sowie im Petitionsausschuss. Dort will er, wie er 2023 dem Onlinemagazin „Da Hog’n“ sagte, „Klartext reden, sagen was ist. Ohne Blabla, aber auch ohne Sirene. Anstand und Respekt in der Debatte ist ein hohes Gut.“
Sein an den Wehrdienst anschließendes Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Regensburg und der University of Colorado at Boulder, USA, schloss der gebürtige Niederbayer, aufgewachsen im Bayerischen Wald, als Diplom-Volkswirt (Univ.) ab. Danach forschte Ebner am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg und arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent für Mikroökonomie, Internationale Wirtschaft und Internationalen Handel an der Universität Passau. Nach seiner Promotion zum Dr. rer. pol. 2012 über Unternehmensfusionen und -übernahmen arbeitete er zunächst in einem Start-Up, dann als Vorstandsreferent der Maschmeyer Group (bekannt aus der TV-Sendung „Höhle der Löwen“), in der er zum Vorstandsmitglied und Chief Communications Officer aufstieg. Zudem arbeitet er in dieser Beteiligungs- und Investmentgesellschaft für Startups mit Stationen in München, Berlin, Hannover und San Francisco, wo er unter anderem auch Gründer aus der TV-Sendung betreute.
„Klartext reden, sagen was ist. Ohne Blabla, aber auch ohne Sirene.“
Dr. Stefan Ebner
Die Unternehmensgründer liegen ihm auch weiter am Herzen. „Eine gute Idee reicht oft nicht – Startups brauchen auch das nötige Kapital, um zu wachsen“, erklärte Ebner kürzlich beim dritten Bayerischen Startup Council, ein hochkarätig besetztes Austauschformat, das Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Startup-Ökosystemen zusammenbringt.
Die deutschen Zahlen sind dabei ermutigend: 3.053 neue Startups in den ersten sechs Monaten 2026, das sind so viele wie noch nie seit Beginn der Erhebung 2019. Bayern liegt mit 622 neuen Startups im ersten Halbjahr vorne – 200 mehr als im Halbjahr davor, ein Plus von 48 Prozent. Jedes dritte neue Startup hat heute einen klaren KI-Bezug. „Genau diese Entwicklung wünsche ich mir auch für unsere Region: dass gute Ideen nicht nur in der Großstadt entstehen, sondern überall dort, wo Menschen den Mut dazu haben“, sagt Ebner. Die Stadt München bleibt bei Gründungen pro Kopf die Nummer eins in Deutschland. Aber auch die Fläche profitiert vom neuen Gründergeist, der auch durch solche TV-Sendungen wie „Höhle der Löwen“ und die durch die Union gesenkten bürokratischen Hürden profitiert.
Digitalisierung als Chance
Der Kampf gegen die Bürokratie ist auch ein Steckenpferd des neuen HSS-Generalsekretärs. 146 Milliarden Euro an Wertschöpfung verliert Deutschland jedes Jahr durch Bürokratie, das hat das ifo-Institut berechnet. Allein auf Bayern entfallen davon rund 27 Milliarden Euro. Die CSU kämpft bereits seit Jahren dagegen an, mit einem Entbürokratisierungsbeauftragten und mittlerweile fünf Modernisierungsgesetzen. Auf europäischer Ebene war es Dr. Edmund Stoiber, der ehemalige Bayerische Ministerpräsident, der für weniger Gesetze sorgte und auch dort ein neues Bewusstsein weg von immer mehr Regeln schuf.
„Unser Weg ist“, erklärt Ebner, digitalpolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, „Bürokratie abzuschaffen, wo sie überflüssig ist. Und da wo Bürokratie notwendig ist, durchgängig zu digitalisieren.“ Auch da sei Bayern Spitzenreiter in Deutschland. Auch beim Datenschutz müsse man „das Leben der Menschen wieder einfacher machen“, betont Ebner. Sein neuer Chef bei der HSS ist auch sein alter Chef bei der Landtagsfraktion: Klaus Holetschek. Der hatte für Ebner bei dessen Sprecherwahl lobende Worte: „Wirtschaftsaffin, in der Startup-Szene zuhause – Dr. Stefan Ebner bringt genau den richtigen Spirit für seine neue Aufgabe mit. Wir müssen die Digitalisierung endlich als Chance begreifen, statt nur Risiken und Bedenken zu sehen.“
„Unser Weg ist, Bürokratie abzuschaffen, wo sie überflüssig ist.“
Dr. Stefan Ebner
Doch Ebner setzt sich auch für andere Themen ein, den Schutz von Kindern auf Social Media, für Kunst und Kultur, für die Verlagerung von Jobs von den Ballungsräumen aufs Land oder gegen niedrige Renten. „800 Euro. So viel Rente bekommt eine Frau bei uns im Landkreis im Schnitt – nach einem ganzen Arbeitsleben. Das ist wirklich nicht viel und stellt ältere Menschen vor große Herausforderungen “, zeigte sich der Abgeordnete nach einem Gespräch mit dem VdK Regen betroffen. Ein Satz, der dort über die Rentenkommission fiel, blieb bei ihm hängen: „In den Kommissionen sitzen zu viele Theoretiker – wir brauchen mehr Leute, die wissen, wie's im echten Leben läuft.“
Heimat und Moderne versöhnen
Das Onlinemagazin „Da Hog’n“ aus dem Bayerischen Wald bezeichnete ihn im Mai 2026 als Abgeordneten, „der die Digitalisierung als sein zentrales Instrument zur Strukturförderung begreift“. Und der versuche, das konservative Versprechen von Heimat mit der digitalen Moderne zu versöhnen. „Hier schlägt sein Herz als Vertreter des Bayerischen Waldes: Behördenarbeitsplätze in die Fläche bringen, IT-Standorte sichern und den ländlichen Raum durch Breitband und Geodaten zukunftsfähig machen.“
Auch Ebners Social-Media-Kanäle hat das Magazin genau unter die Lupe genommen: „Am Ende wirkt Ebners Social-Media-Auftritt wie ein kalkulierter Spagat: einerseits die Rolle des scharfzüngigen Oppositionellen, der gegen den grünen Zeitgeist wettert; andererseits der umtriebige Kümmerer, der etwa für die Gemeinde Fürsteneck bei Hangrutschen anpackt oder Bürgersprechstunden am Freyunger Stadtplatz anbietet.“
Fest verwurzelt
Daheim setzt sich der Abgeordnete Ebner für die Krankenhausversorgung im Landkreis Regen ein, das Schwimmbad Grafenau, Glasfaser-Internet in der Region, die Edelweiß-Schützen Moosbach, die Wasserversorgung in Thurmansbang oder für die Umbauten leerstehender Häuser in Saldenburg, Gotteszell, Neuschönau und andernorts in Bürgertreffpunkte, Nahversorger oder Freizeiteinrichtungen. Ebner besucht den Knaus Campingpark in Viechtach, die Freiwillige Feuerwehr St. Oswald und die Freiwillige Feuerwehr Bayerisch Eisenstein, die Gunther-Festspiele in Rinchnach ebenso wie die Lebenshilfe Regen. Er ist dabei beim Pichelsteinerfest in Regen und beim Grenzlandfest in Zwiesel, wo er lautstark die bekannten „Wolfauslasser“ mit ihren bis zu 40 Kilogramm schweren Kuhglocken und dem Peitschenschnalzen dirigiert – auch wenn die eigentlich erst im November ihre „Hochzeit“ haben, wenn sie in Gruppen durch die Dörfer ziehen. Heimat ist ihm wichtig. „Dahoam is am schönsten!“, sagt er.
„Dahoam is am schönsten!“
Dr. Stefan Ebner
Seit 1996 engagiert sich Ebner in der JU, seit 1997 in der CSU. Er war JU-Kreisvorsitzender in Regen, zudem JU-Ortsvorsitzender in Viechtach und Deutschlandrat der JU. Seit 2015 führt er als Nachfolger des ehemaligen Staatsministers Helmut Brunner den Vorsitz des CSU-Kreisverbandes Regen, im CSU-Bezirksverband Niederbayern ist er Mitglied seit 2001. Seit 2002 ist er auch der kommunalen Ebene als Kreisrat verbunden, zudem von 2008 bis 2014 als Stadtrat in Viechtach.
Ebner ist verheiratet, hat drei Kinder und ist Mitglied in zahlreichen Vereinen, darunter im Reservistenverband, im Förderverein Bairische Sprache und Dialekte, im Verein zur Förderung nachhaltiger Mobilität, im Caritasverband, im Bayerischen Jagdverband, im Trachtenverein, im Bayerischer Wald-Verein und der Freiwilligen Feuerwehr Viechtach.
Beitrag zur Ernennung von Dr. Stefan Ebner, MdL, neuer Generalsekretär der HSSBeitrag zu Prof. Klaus Holetschek, neuer HSS-Vorsitzender
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