Ochmaa Göbel zeigt, wie kulturelle Wurzeln und kommunalpolitische Arbeit zusammengehören.
Kommunalpolitik: Wer anpackt, bewegt.
Zwischen Ulaanbaatar und Gräfelfing
Geboren in Ulaanbaatar (Mongolei), kam sie nach dem Abitur als Au-pair nach Deutschland und absolvierte ein Freiwilliges Soziales Jahr. Anschließend studierte sie Internationale Beziehungen und Germanistik in Ulaanbaatar sowie Kommunikationswissenschaft (M.A.) als Stipendiatin der Hanns-Seidel-Stiftung in München. Heute arbeitet sie als gerichtlich bestellte und öffentlich beeidigte Dolmetscherin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Gräfelfing, ist Ortsvorsitzende der Frauenunion Gräfelfing-Planegg, Mitglied des Gemeinderates und Präsidentin der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft e.V..
HSS: Welche Themen bewegen die Bürgerinnen und Bürger von Gräfelfing derzeit am meisten?
Ochmaa Göbel: Wie überall haben die Menschen mehr als früher Sorge um unsere Zukunft. Sie wünschen sich sichere Arbeitsplätze, innere und äußere Sicherheit sowie eine gute und verlässliche Infrastruktur für ihren Wohnort und den Wirtschaftsstandort München. Dazu gehören auch gute Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen sowie alles, was man für ein gutes Leben im Alter benötigt.
HSS: Sie sind seit 2019 im Vorstand der Frauenunion Gräfelfing. Worauf blicken Sie in dieser Zeit besonders stolz zurück?
Ochmaa Göbel: Unser Ortsverband wurde in den letzten Jahren größer, jünger und breit über alle Themen der Gesellschaft aktiver. Mehr als früher kümmern wir uns um alle Themen der Gesellschaft, nicht mehr nur um klassische Frauenthemen wie Familie und Soziales. Wir sind beispielsweise auch sehr engagiert in den Bereichen Wirtschaft und Internationales. Darüber freue ich mich wirklich.
HSS: Sie leben sowohl die mongolische als auch die bayerische Kultur und engagieren sich für beide Länder. Hat diese Verbindung Ihre kommunalpolitische Arbeit beeinflusst – und wenn ja, in welcher Weise?
Ochmaa Göbel: Als Gemeinderätin lade ich mongolische Künstler nach Gräfelfing ein, um mit ihnen gemeinsam kulturelle Veranstaltungen zu organisieren. Umgekehrt, wenn ich als Gemeinderätin der Mongolei mit anderen bayerischen Politikern unterwegs bin, dann versuche ich, meinen eigenen Beitrag für die beiden Länder zu leisten. Ich bin sicher, dass wir unsere Wurzeln durch die Pflege von Brauchtum und Kultur stärken. Das geschieht tatsächlich vor Ort in unseren Kommunen. Nur wenn wir fest verwurzelt sind, handeln wir verantwortungsvoll und nachhaltig.
So können wir vom Überlieferten lernen und vor Ort ganz konkret unseren eigenen Beitrag für die Zukunft aller in Frieden und Freiheit leisten!
sunnychicka; istock
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