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Südosteuropa
Menschenhandel und Ausbeutung von Frauen und Kindern im deutschen Prostitutionsmilieu

Aus den Medien erfahren wir immer wieder über schreckliche Kriminalfälle im Milieu der Zwangsprostitution. Wieso die Prostitution „blüht“ und warum immer wieder neue „Ware Mensch“ nach Mitteleuropa kommt, bleibt den Medienkonsumenten verborgen.

Manfred Paulus, ein pensionierter Erster Kriminalhauptkommissar aus Ulm, hat sein Berufsleben dem Kampf gegen die Zwangsprostitution gewidmet. Er ist auch immer wieder für die Hanns Seidel Stiftung tätig, um über diese Thematik aufzuklären. Hier seine Meinung.

Immer mehr ost- und südosteuropäische Einzeltäter, Tätergruppen, kriminelle Clans und Syndikate betreiben nach Ansicht des Experten Manfred Paulus die schmutzigen wie lukrativen Geschäfte mit der „Ware Frau und Kind“. Immer bedenken- und skrupelloser wird diese „Ware“ in Deutschland angeboten, konsumiert und ausgebeutet.
Längst gehört dieser Handel mit Menschen mit dem Ziel ihrer sexuellen Ausbeutung zu den bedeutenden Geschäftsfeldern der Organisierten Kriminalität (OK).
Die Gründe für den zunehmenden Handel mit der „Ware Frau und Kind“ und die viel zu wenig beachtete Kriminalitätsentwicklung liegen für Manfred Paulus auf der Hand:

Der Traum von der gut bezahlten Stelle im Ausland zerbricht

Der Traum von der gut bezahlten Stelle im Ausland zerbricht

Counselling; CC0; Pixabay

  • Die „Ware Mensch“ kostet die Täter und Tätergruppierungen bedingt durch eine, von sogenannten Push- und Pull-Faktoren verursachte, sehr ausgeprägte Migrationsbereitschaft in den Rekrutierungsländern keinen Cent (Push- und Pull-Faktoren: Gründe dafür, warum Menschen Gebiete verlassen und anderswohin ziehen, Anm. d. Red.). Beim Handel mit Waffen, Drogen und anderen illegalen Gütern muss dagegen investiert werden. Die Täter(gruppen) im Osten und Südosten Europas haben zumindest am Anfang ihrer kriminellen Karriere häufig kein Geld für Investitionen. Also wenden sie sich dem Menschenhandel zu.
  • Der Handel mit Menschen ist sehr lukrativ. In den Balkanländern werden von Bar-, Bordellbesitzern und Zuhältern für eine junge und attraktive Frau aus der Ukraine, Moldawien oder einem anderen Land 2.000 bis 3.000 Euro und mehr bezahlt, in Italien oder Deutschland sind es nicht selten 20.000 Euro und mehr, die für eine junge Frau aus dem Osten oder Südosten Europas auf den Tisch gelegt werden. 
  • Waffen, Drogen und andere illegale Güter können nur einmal gewinnbringend verkauft werden. Frauen und Kinder sind dagegen über lange Zeiträume hinweg ausbeutbar und die „Ware Mensch“ wächst ständig nach.
  • Der Handel mit Menschen und die sexuelle Ausbeutung von Frauen und Kindern sind mit wenig Risiko behaftet. Hunderttausenden importierter und in der (Zwangs-) Prostitution tätiger Frauen stehen in Deutschland pro Jahr nicht mehr als 300 bis 400 Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung gegenüber und nur wenige davon münden in einem angemessenen Urteil gegen die Täter.

Der Handel mit Frauen und Kindern von Ost nach West oder von der Not ins Elend besteht im Wesentlichen aus drei Abschnitten: Anwerbung, Schleusung und Ausbeutung. Nach Einschätzung von M. Paulus geht es vermehrt um Kinder, weil es hier eine zunehmende Nachfrage gebe.

Vor allem junge Frauen lassen sich mit falschen Versprechen leicht locken und werden zu Opfern

Vor allem junge Frauen lassen sich mit falschen Versprechen leicht locken und werden zu Opfern

Engin_Akyurt; CC0; Pixabay

Phase der Anwerbung

Aufgrund der hohen Migrationsbereitschaft in den Rekrutierungsländern ist die Anwerbung für die Täter einfach. List, Täuschung und falsche Versprechungen sowie geschickt auf die potenziellen Opfer zugeschnittene Angebote (ein gut bezahlter Job als Aupair, in der Altenpflege oder Gastronomie, eine Karriere als Tänzerin auf westlichen Bühnen…) führen schnell und häufig zum Erfolg.

Allein im so kleinen wie armen Land Moldawien, das nach der Auswanderung von über einer Million Menschen gegenwärtig nur noch etwa 3,5 Millionen Einwohner zählt, gibt es derzeit über 200 nicht lizensierte Vermittlungsagenturen, die einen sicheren Grenzübertritt, einen problemlosen Transport und einen Traumjob im Westen versprechen.

Die allermeisten Moldauer(innen) sind zudem im Besitz eines rumänischen Passes und genießen somit als EU-Bürger uneingeschränkte Freizügigkeit. (1)

In Moldawien, aber auch in Rumänien und in Bulgarien, wird, so M. Paulus, offensichtlich vermehrt und sehr gezielt in den Armutsgebieten angeworben. Dabei wird auf Gefahrenhinweise und Warnungen, auf Informationsveranstaltungen und Aufklärungskampagnen zunehmend mit dem Einsatz (besonders vertrauenswürdiger) weiblicher Personen, guter Freunde oder Verwandter der jeweils auserwählten Opfer reagiert, um Sicherheitsbedenken erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Modelagenturen und ähnliche Unternehmen schießen wie Pilze aus dem Boden und auch die Loverboy-Methode (die Vorspiegelung von Liebe und einer gemeinsamen, goldenen Zukunft im Westen mit dem eigentlichen Ziel, die Auserwählte der Prostitution zuzuführen) scheint vermehrt erfolgreich Anwendung zu finden.

Ganz anders verläuft die Rekrutierung in Albanien und im Kosovo. Nachdem kriminelle albanische Clans dem Kanun (einem Gesetzeswerk, das einst das Zusammenleben der Menschen in der Einsamkeit der albanischen Bergwelt regelte und nach welchem Frauen der Besitz des Mannes und weitgehend rechtlos sind) wieder Leben eingehaucht haben, sind weder List noch Täuschung erforderlich, um Frauen und Mädchen zu rekrutieren.

Sie werden, so wie in den von Clanchefs und deren (männlichen) Helfern beherrschten Roma-Ghettos des Balkans auch, kurzerhand ausgewählt.

Wirksame Maßnahmen müssen gefunden werden, um die massenhafte sexuelle Ausbeutung junger Menschen zu verhindern

Wirksame Maßnahmen müssen gefunden werden, um die massenhafte sexuelle Ausbeutung junger Menschen zu verhindern

Anemone 123; CC0; Pixabay

Phase der Schleusung

Nach Erfahrung von M. Paulus geschieht Entscheidendes in der Phase der Schleusung. Hier wird sehr bewusst Hilflosigkeit und Abhängigkeit erzeugt. So gelangt der Pass des Opfers unter einem Vorwand in die Hände der Täter, das Notizbuch oder Handy verschwindet – Brücken in die Heimat und zu möglicher Hilfe hin werden bewusst und gezielt abgebaut.

Diese Hilflosigkeit und Abhängigkeit wird dann verdeutlicht und demonstriert. Dabei werden die Opfer auch kriminalisiert. Mit dem Einsatz von Drogen, dem Hinweis auf einen angeblich oder tatsächlich illegalen Grenzübertritt oder auf angeblich oder tatsächlich gefälschte oder verfälschte Papiere werden Ängste und Schuldgefühle erzeugt. Damit soll unter anderem der Gang zur Polizei verhindert werden.

Gern und häufig wird dann auch die „Schuldenfalle“ erstellt: Für das Beschaffen der Papiere, den Grenzübertritt und den Transport westwärts werden nicht selten utopische Summen in Rechnung gestellt. Beträge, die sich mit dem zuvor versprochenen Job nicht erwirtschaften lassen. Doch es gebe ja eine Alternative: die (Zwangs-)Prostitution. Darauf werden die Opfer vorbereitet. Leisten sie dabei Widerstand, wird dieser gebrochen. Nicht selten werden Frauen dabei von einem oder mehreren Tätern vergewaltigt; „Zureiten“ nennt man das in Zuhälterkreisen.

In dieser Phase werden, so der ehemalige Kriminalhauptkommissar, die Opfer mit den Wertvorstellungen, Spielregeln und Gesetzen des Milieus vertraut gemacht, dem sie zugeführt werden sollen. Es sind Gesetze, die von den Regeln und Normen der Allgemeinheit erheblich abweichen. Es ist ein Milieu mit eigenen Ermittlern, Richtern und, wenn erforderlich, auch mit eigenen Henkern. Verrat, so lernen sie, ist ­ ähnlich wie bei der Mafia ­ die schlimmste Verfehlung. Verrat ist alles, was den Bossen der Milieus im Rotlicht schaden könnte oder schadet. Zu sagen oder auch nur zu signalisieren, dass sie nicht freiwillig der Prostitution nachgehen, wäre die schlimmste Verfehlung, die schlimmste Form des Verrats. Das alles und mehr lernen sie in ihrer ersten Lektion, die ihnen längst vor Betreten deutschen Bodens und deutscher Bordelle erteilt wird. Deshalb gehen sie dann auch „freiwillig“ der Prostitution nach.

Daher kehren sie spätestens bei der Hauptverhandlung gegen ihre Peiniger (sofern es jemals eine solche gibt) wieder zu dieser „Freiwilligkeit“ zurück, nachdem sie in größter Not und Verzweiflung doch einmal die Wahrheit gesagt haben, dann aber in geeigneter Weise an diese Milieugesetze erinnert wurden. Dazu gehört zum Beispiel die Drohung, dass ihr geliebter kleiner Bruder, der doch jeden Morgen um 08.00 Uhr an den sieben Birken und am Bach vorbei zur Grundschule gehe, diesen Weg schon morgen nicht mehr gehen werde, wenn…

Mit Gewalt und Drohungen werden die Opfer gefügig gemacht

Mit Gewalt und Drohungen werden die Opfer gefügig gemacht

Tumisu; CC0; Pixabay

Phase der Ausbeutung

Die Ausbeutung der Opfer des Menschenhandels findet nach Einschätzung von M. Paulus anhaltend und in hohem Maße in Deutschland statt. Dabei gilt es zu erkennen, dass diese Opfer nicht in dem Deutschland ankommen, das sie sich vorstellten oder zu kennen glaubten und in dem die Menschen reich und gut sind. Sie kommen auch nicht in dem Deutschland an, das wir, die Deutschen, kennen, schätzen und vielleicht sogar lieben.

Sie sind vielmehr von Beginn an Gefangene einer in weiten Teilen kriminellen und in sich geschlossenen Subkultur, aus der es nur sehr schwer ein Entkommen gibt. Sie sind den Vorgaben und Bedingungen, den Spielregeln und Gesetzen dieser Subkultur im Rotlicht unterworfen und hilflos ausgeliefert. Der Menschenhandel und die Ausbeutung in Deutschland sind kein Geschehen am Rande.

Nach Ansicht von M. Paulus sind etwa 90 % der gegenwärtig in den deutschen Rotlichtmilieus anschaffenden (Zwangs-)Prostituierten Ausländerinnen. Von den rund 10 bis geschätzt maximal 20 Prozent der deutschen Frauen im Milieu hat bei genauerem Hinschauen so manche auch einen Migrationshintergrund und/oder ein ähnliches Schicksal wie die Ausländerinnen. Oder sie sind selbständige Unternehmerinnen in bestimmten Nischen, z.B im Sado-Maso-Bereich. Im Übrigen werden auch nicht wenige deutsche Frauen Opfer des Menschenhandels und der Zuhälterei.

Hunderttausende der (Zwangs-)Prostituierten kommen aus dem Osten und Südosten Europas. Diese zumeist sehr jungen Frauen aus den Armutsgebieten Moldawiens oder Rumäniens, aus den Kriegs- und Krisengebieten im Osten der Ukraine, aus den Roma-Ghettos und -siedlungen in Bulgarien, Ungarn oder der Slowakei, können sich in aller Regel nicht freiwillig und von sich aus aufmachen, um in Deutschland der Prostitution nachzugehen. Dazu fehlt ihnen geradezu alles: Das erforderliche Kleingeld, die Papiere, die Reiseerfahrung, eine Kontaktperson, ein Hinwendungsort. Sie brauchen Helfer und „Helfer“, die in Wahrheit Täter sind. Davon gibt es in den genannten Rekrutierungsländern mehr als genug.

Dessen ungeachtet und auch ungeachtet

  • der beschriebenen Anwerbungsmethoden (mittels List und Täuschung)
  • der Schleusungspraktiken (dem Erzeugen von Abhängigkeit, Hilflosigkeit)
  • der Machtverhältnisse in den bundesdeutschen Rotlichtmilieus (weite Teile sind in Händen von Tätergruppierungen, die für Gewalt und Kriminalität und nicht für Freiwilligkeit stehen)
  • der Berichte von Aussteigerinnen und Rückkehrerinnen über rücksichtslose ausbeuterische Methoden
  • der Erkenntnisse von Polizei und Nichtregierungsorganisationen (NGO) in Ost und West über eine hohe Beteiligung der Organisierten Kriminalität und deren Fortschreiten

geht der deutsche Gesetzgeber, gehen die deutschen Behörden und auch die Medien nach Ansicht von M. Paulus bis heute von dieser Freiwilligkeit aus. So bezeichnen und behandeln sie diese jungen Frauen und Opfer anhaltend und ohne Skrupel als „Prostituierte“.

„Prostituierte sind Personen, die sexuelle Dienstleistungen erbringen“, ist zum Beispiel in § 2(2) des Prostituiertenschutzgesetz von 2017 zu lesen.

Das ist bemerkenswert, weil das Wort „Prostitutierte“ klar und eindeutig Freiwilligkeit beinhaltet ­, sonst wäre die Prostitution in Deutschland schließlich nicht erlaubt, sondern verboten, sonst würde der Gesetzgeber selbst nicht zwischen Prostitution und Zwangsprostitution unterscheiden (siehe § 232a des Strafgesetzbuches).

Was der Gesetzgeber als „sexuelle Dienstleistungen“ sieht und bezeichnet, könnten in Wahrheit zahllose Vergewaltigungsdelikte sein. Vieles spricht jedenfalls dafür, so M. Paulus.

Vielleicht soll mit dieser gesetzgeberischen Beschreibung und Wortwahl ganz bewusst auf die Freiwilligkeit des Geschehens hingewiesen werden? Vielleicht soll damit bewusst Rechtsstaatlichkeit dokumentiert und suggeriert werden? Mit der Realität und der Wahrheit hat das bei einem sehr hohen Anteil an Ausländerinnen unter den Prostituierten freilich nichts zu tun.

Hunderttausende von Frauen kommen vor allem aus den armen Regionen Europas nach Deutschland

Hunderttausende von Frauen kommen vor allem aus den armen Regionen Europas nach Deutschland

sammisreachers; CC0; Pixabay

Resümee

Eine rumänische Psychologin, die Opfer und Rückkehrerinnen betreut und beschützt und in der Vergangenheit an vielen internationalen Kongressen zum Thema „Menschenhandel und (Zwangs-)Prostitution“ teilnahm, kam unlängst zu dem Schluss, dass man nicht nur gegen diese zerstörerischen, an jungen Menschen begangenen Verbrechen des Menschenhandels und der Sexsklaverei, sondern auch gegen die Sprache und den Umgang Deutschlands mit diesem Geschehen anzukämpfen habe. Nach Meinung von M. Paulus hat sie recht.

So stellt der ehemalige Kriminalhauptkommissar die Frage, warum Deutschland seiner Meinung nach nicht nur zum „Puff Europas“, sondern zum bedeutendsten europäischen Ausbeutungszentrum der Ware Frau und Kind verkommen konnte? Warum werden das tatsächliche Geschehen und die wahren Abläufe weiterhin ignoriert, tabuisiert, verkannt oder verdrängt und schöngeredet oder schöngeschrieben? Politische Naivität allein kann es kaum sein. Sind es also wirtschaftliche Aspekte (der Milliardenmarkt mit der Ware Sex ist fraglos ein Posten im Rahmen des Bruttoinlandsprodukts)? Ist es die Einflussnahme von Milieupersonen (sie haben durchaus Gewichtiges zu bieten: Sex, Geld, Skrupellosigkeit…) oder ist es die Organisierte Kriminalität, die bereits so weit in unsere Gesellschaft eingedrungen ist, dass sie bei solchen Fragen mitbestimmt und mitentscheidet?

In Tirana, Kiew, Sofia, Chisinau und Bukarest weiß man jedenfalls sehr wohl, was mit den Frauen und Kindern des jeweiligen Landes hier in Deutschland geschieht. Man sieht es mit Verwunderung, ­ um nicht zu sagen mit Verachtung.

In den nordischen Ländern (Schwedisches Modell), in Frankreich und vielen anderen westlichen Staaten wurden längst wirksame Maßnahmen zur Eindämmung dieser massenhaften sexuellen Ausbeutung junger Menschen aus dem Osten und Südosten Europas getroffen.

Spätestens nach dem Urteil (5 Jahre Haft wegen Beihilfe zum Menschenhandel und anderem) und der Urteilsbegründung (vom Urteil sollte ein Impuls ausgehen…) des Stuttgarter Landgerichts gegen einen deutschen „Nobel- und Vorzeigebordellier“ zu Beginn des Jahres 2019 sollte sich auch Deutschland aufgerufen fühlen, eine längst überfällige Kehrtwende einzuleiten. Den zahllosen jungen, zumeist unbedarften Frauen und Kindern voller Hoffnungen und Träume aus Ost- und Südosteuropa zuliebe, die hierzulande „sexuelle Dienstleistungen“ erbringen (müssen) und dabei nicht selten erbarmungslos und oft unwiderruflich zerstört werden.

Anmerkung

(1) Neben den Gebühren ist hierfür allein das Beherrschen der rumänischen Sprache sowie die rumänische Staatsangehörigkeit eines Vorfahren Voraussetzung. Da in der Republik Moldau rumänisch gesprochen wird und das Land in seiner Geschichte immer wieder Rumänien zugeordnet war, sind die erforderlichen Nachweise in aller Regel problemlos zu erbringen.

Der Vorteil eines rumänischen Passes für die Täter: Frauen können langfristig ausgebeutet werden; ein Touristenvisum hätte dagegen nur 90 Tage Gültigkeit.

Weitere Informationen:

Redaktion EMMA – die Journalistin Inge BELL ist bis heute hautnah an dem Geschehen dran. Ein Beispiel: Am 31. Juli 2014 lag die damals 19-jährige Rumänin Iana halb totgeschlagen in einer Kölner „Model-Wohnung“ gleich neben dem Kölner Dom. Sie war nach Deutschland gekommen, um sich eine Putzstelle mit einer Freundin zu teilen und Geld zu verdienen, um ihren einjährigen Sohn ernähren zu können. Sie sollte jedoch, wie ihre Freundin auch, der Prostitution zugeführt werden. Sie sträubte sich und ihr (ebenfalls rumänischer) Zuhälter schlug sie daraufhin so, dass sie schwerste Verletzungen erlitt. Ihre Leidenszeit dauerte 5 Jahre. Sie sagte u.a., dass die Verletzungen schlimm wären, dass sie es jedoch nicht weniger schlimm empfinde, dass sie in Deutschland als „Prostituierte“ bezeichnet und behandelt wurde. Iana verstarb vor wenigen Wochen an den ihr zugefügten Verletzungen. Kommentar von Manfred Paulus: Das ist ein Beispiel von vielen, die als Prostituierte bezeichnet werden, aber nur eines sind: Opfer!

Mögliche Ansprechpartner mit Erkenntnissen über Opferaussagen/Abläufe der Geschehnisse:

Kontakt
Leiter: Armin Höller
Referat VI/3 Südosteuropa
Leiter:  Armin Höller
Telefon: 089 1258-204
Fax: 089 1258-368
E-Mail: hoeller@hss.de