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Abschied und Neubeginn: Wechsel des Generalsekretärs
Unverkennbare Spuren

Autorin/Autor: Andreas von Delhaes-Guenther

Amtswechsel bei der Hanns-Seidel-Stiftung: Generalsekretär Oliver Jörg wird eine neue berufliche Herausforderung in führender Funktion annehmen. Neuer Generalsekretär wird der bisherige Fraktionsgeschäftsführer der CSU-Landtagsfraktion, Dr. Josef Widmann.

Oliver Jörg (l.) und der Vorsitzende der HSS, Markus Ferber.

©HSS

Für seine Arbeit bedankte sich der Stiftungsvorsitzende, Dr. Markus Ferber, herzlich beim bisherigen Generalsekretär Oliver Jörg, der die Stiftung zum 31. Oktober verlässt. Jörg, geboren 1972 in Aalen, Jurist und dreifacher Familienvater, war seit Juli 2019 als Generalsekretär für die Stiftung tätig. Davor arbeitete er ab 2004 als Rechtsanwalt sowie von 2008 bis 2018 als Abgeordneter für den Stimmkreis Würzburg-Stadt im Bayerischen Landtag.

Neuaufstellung der Stiftung

„Während seiner Amtszeit hat er die Hanns-Seidel-Stiftung gut vorangebracht, in vielen Bereichen neu aufgestellt und dadurch unverkennbare Spuren hinterlassen“, betont Ferber zum Abschied von Jörg. „Die technische Neuaufstellung des Konferenzzentrums, die Fassadensanierung am Haus Nr. 33 oder auch die Anpassung der Stiftungsarbeit vor dem Hintergrund zurückgehender finanzieller Mittel sind nur einige wenige Beispiele seines Wirkens.“ Für seinen weiteren Lebensweg - beruflich wie privat – wünscht Ferber „alles Gute, viel Glück und Erfolg, vor allem aber beste Gesundheit“.

Moderne Öffentlichkeitsarbeit: Generalsekretär Oliver Jörg 2023 mit dem neuen HSS-Magazin "politicus" - die Erstausgabe hatte den Titel "Nächster Schritt: Zukunft".

©HSS

Oliver Jörg blickt in großer Dankbarkeit auf seine Tätigkeit für die HSS zurück. „Alles, was erreicht wurde, haben wir nur im Miteinander erreicht“, erklärt der scheidende Generalsekretär. „Wir haben zusammen die Stiftung erfolgreich durch das schwierigste Fahrwasser ihrer Geschichte gebracht.“ Neben der Corona-Pandemie seien der Ausbruch des Ukraine-Krieges und das neue Gesetz zur Stiftungsfinanzierung entscheidend gewesen. Leider sei man nur „Zaungast“ bei der Entstehung des neuen Gesetzes durch die Ampelregierung gewesen, was zu einer „schwierigen Haushaltslage“ gerade für die kleinen parteinahen Stiftungen geführt habe, kritisiert Jörg. „Das Schiff Hanns-Seidel-Stiftung solide durch diese Krise gebracht und eine zukunftsfeste Finanzierung eingeleitet zu haben“, sieht er deshalb als seinen wichtigsten Erfolg.

Größere Umstellungen waren für die Auslandsbüros in der Ukraine und Russland nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges 2022 notwendig – hier sei es gelungen, die Ortskräfte des Standortes Kyjiw zu unterstützen. Außerdem habe man Büros und Präsenz in Rom, Sarajewo und London etablieren können. In der Entwicklungsarbeit habe man Schwerpunkte nachgeschärft, etwa mit einem erweiterten Sicherheitsbegriff, sowie in Sachen Government und Umweltschutz. Jörg nennt ausdrücklich die erstmals auch im Bereich beruflicher Bildung vergebenen Stipendien, ein transparentes Auswahl- und Mentoringsystem für alle Stipendiaten, vereinheitlichte Länderberichte, neu designte Meinungsumfragen sowie eine moderne Öffentlichkeitsarbeit als gemeinsame Erfolge mit den jeweils zuständigen Mitarbeitern. 2023 ersetzte das Magazin „politicus“ die Reihe der „Politischen Studien“, die „policy papers“ sind ein neues Format der Politikberatung und dazu präsentiert sich die HSS auf verschiedenen Social-Media-Kanälen. Die Hanns-Seidel-Stiftung startete mit „Satzzeichen“ ihre erste Podcast-Reihe, weitere folgten.

In der Berliner Dependance der Hanns-Seidel-Stiftung: Oliver Jörg (M.) mit dem Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe, Alexander Dobrindt (r.).

©HSS

Alles im Miteinander

Jörg hat zudem die Digitalisierung vorangetrieben, das Datenschutzkonzept rechtlichen Erfordernissen angepasst, sowie gemeinsam mit dem Vorsitzenden und dem Institut für Begabtenförderung den Influencerpreis der HSS eingeführt. In seine Amtszeit fiel auch die Bewältigung der Corona-Pandemie, in der die HSS rasch auf Home Office für die Mitarbeiter umstellen musste – von März 2020 bis Mai 2022. Das ausgebaute flexible Arbeiten wurde beibehalten, „wichtig für einen modernen Arbeitgeber, der Familie und Beruf unter einen Hut bringen will“, sagt Jörg. Sämtliche Seminare und Veranstaltungen wurden in dieser Zeit ins Internet verlegt – auch dies ein Kraftakt. Ein Drittel der Seminare wird auch heute noch online angeboten.

Nach zweijährigen Umbauarbeiten und einer kompletten Erneuerung der Technik wurde 2022 das Konferenzzentrum München wiedereröffnet – auch in Kloster Banz wurde die Konferenztechnik erneuert. Die Veranstaltungen zum 60. Todestag und 120. Geburtstag des Namensgebers Hanns Seidel, das Barbara-Stamm-Symposium, der 85. Geburtstag von Theo Waigel sowie die Jubiläen zu 40 Jahre Kloster Banz, 75 Jahre CSU und 75 Jahre CSU-Landesgruppe genossen besondere Aufmerksamkeit. „Herausragend“ findet Jörg die internationalen Konferenzen des IIZ. Themenschwerpunkte waren in Jörgs Amtszeit unter anderem die zunehmende Gefährdung der Demokratie, Klimawandel, Soziale Marktwirtschaft, Außen- und Sicherheitspolitik sowie Werte und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Oliver Jörg dankt abschließend den Vorsitzenden in seiner Amtszeit, Ursula Männle und Markus Ferber, dem Vorstand, den Mitgliedern, sowie allen Kolleginnen und Kollegen für die gute Zusammenarbeit.

Der neue Generalsekretär: Dr. Josef Widmann (l.) mit dem Stiftungsvorsitzenden Markus Ferber, MdEP

Irmak Kalac; ©HSS

Freude auf die neue Aufgabe

Sein Nachfolger wird der Fraktionsgeschäftsführer der CSU-Landtagsfraktion, Dr. Josef Widmann (58), verheirateter Vater von drei Söhnen. „Mit Dr. Josef Widmann konnte die Hanns-Seidel-Stiftung einen Profi gewinnen, der ein hohes Maß an politischer Erfahrung mitbringt. Sein Knowhow wird uns sehr helfen, die Stiftung weiter zu profilieren. Ich freue mich auf die enge Zusammenarbeit und wünsche ihm viel Erfolg“, erklärte Markus Ferber.

„Ich freue mich auf meine neue Aufgabe und gehe sie mit Demut und Respekt an“, betont der neue Generalsekretär. Zunächst wolle er möglichst schnell alle 250 Beschäftigten persönlich kennenlernen, auch um einen Überblick zu bekommen, „was gut läuft und wo gegebenenfalls Handlungsbedarf besteht“. Ziel müsse sein, „die Hanns-Seidel-Stiftung auf der Grundlage unseres christlich-sozialen Wertefundaments so weiterzuentwickeln, dass sie ihren vielfältigen Aufgaben, von der politischen Bildung bis zur Entwicklungszusammenarbeit und von der Begabtenförderung bis zur wissenschaftsbasierten Politikberatung, auch in Zukunft optimal gerecht werden kann. Denn Demokratie ist leider kein Selbstläufer.“ Hilfreich könne dabei seine gute Vernetzung in der Landespolitik, seine Erfahrung in Teamarbeit und sein Wissen um alle relevanten politischen Themen sein.

Der gebürtige Münchner Dr. Josef Widmann promovierte nach seinem Studium der Rechtswissenschaften an der LMU München, war als Richter und Staatsanwalt in der bayerischen Justiz tätig, ehe er im Jahr 1999 als Referatsleiter für Verfassung, Recht und Parlamentsfragen zur CSU-Landtagsfraktion wechselte. Seit 2004 war Dr. Widmann dort zunächst als stellvertretender Fraktionsgeschäftsführer tätig, von 2010 bis 2014 im Landtagsamt und seit 2014 als CSU-Fraktionsgeschäftsführer. Nun übernimmt er die Funktion als Generalsekretär der Hanns-Seidel-Stiftung.

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Redakteur: Andreas von Delhaes-Guenther
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