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Verleihung des Schülerzeitungspreises "Die Raute" 2026
"Seien Sie wachsam, seien Sie kritisch"

Autorin/Autor: Teresa Pfaffinger

16 Schülerzeitungen aus ganz Deutschland hat die HSS nun mit dem diesjährigen Schülerzeitungspreis "Die Raute" für herausragenden Nachwuchsjournalismus ausgezeichnet. Bei der 15. Preisverleihung standen journalistische Qualität, Kreativität und die Bedeutung unabhängiger Berichterstattung für unsere Demokratie im Mittelpunkt.

"Die Raute" wurde zum nunmehr 15. Mal an Schülerzeitungsredaktionen der Republik verliehen. Die ausgezeichneten Exemplare lagen im Konferenzzentrum der Hanns-Seidel-Stiftung aus und wurden mit großem Interesse durchgeblättert.

"Die Raute" wurde zum nunmehr 15. Mal an Schülerzeitungsredaktionen der Republik verliehen. Die ausgezeichneten Exemplare lagen im Konferenzzentrum der Hanns-Seidel-Stiftung aus und wurden mit großem Interesse durchgeblättert.

© Manfred Götzfried

Der HSS-Vorsitzende Prof. Klaus Holetschek sagte in seiner Begrüßungsrede, die Schülerzeitung sei  „ein Ort, in dem junge Menschen ihre Stimme erheben, genau hinschauen, nachfragen und vielleicht auch manchmal unbequem sind – und genau dadurch zeigen, was lebendige Demokratie bedeutet."

Der HSS-Vorsitzende Prof. Klaus Holetschek sagte in seiner Begrüßungsrede, die Schülerzeitung sei „ein Ort, in dem junge Menschen ihre Stimme erheben, genau hinschauen, nachfragen und vielleicht auch manchmal unbequem sind – und genau dadurch zeigen, was lebendige Demokratie bedeutet."

© Markus Götzfried

Bereits zum 15. Mal verlieh die Hanns-Seidel-Stiftung den Schülerzeitungspreis “Die Raute” und zeichnete damit herausragenden Nachwuchsjournalismus aus ganz Deutschland aus. Für die Stiftung und ihren Vorsitzenden Prof. Klaus Holetschek, MdL, hat die Auszeichnung eine besondere Bedeutung: Schülerzeitungen fördern nicht nur journalistisches Talent, sondern bieten jungen Menschen die Möglichkeit, sich kritisch mit Themen auseinanderzusetzen, Verantwortung zu übernehmen und Demokratie aktiv zu erleben.

 

Schülerzeitungen: Ein Ort der Demokratie

In seiner Begrüßungsrede betonte Holetschek wie wichtig Schülerzeitungen für die Schule und die Gemeinschaft sind: „Eine Schülerzeitung ist auf den ersten Blick vielleicht nur ein Heft, einige Seiten Papier oder inzwischen auch eine Website. Doch wenn man genauer hinschaut, steckt dahinter viel mehr. Eine Schülerzeitung ist ein Ort für Ideen. Hinter jeder Ausgabe stehen junge Menschen, die recherchieren, Interviews führen, Texte schreiben, fotografieren, gestalten, diskutieren und immer wieder überarbeiten. Menschen, die ihre Freizeit investieren, weil sie etwas zu sagen haben und weil ihnen ihre Schule und ihre Gemeinschaft wichtig sind.“ Außerdem ist sie vor allem auch „ein Ort, an dem junge Menschen ihre Stimme erheben, genau hinschauen, nachfragen und vielleicht auch manchmal unbequem sind – und genau dadurch zeigen, was lebendige Demokratie bedeutet.“

„Seien Sie wachsam, seien Sie kritisch", sagte BR-Chefredakteur in seiner Laudatio. "Seien Sie vor allem diejenigen, auf deren Information sich die Menschen verlassen können. Denn es wird zwischen Aktivismus, Desinformation und Propaganda für viele immer schwieriger, sich zu orientieren."

„Seien Sie wachsam, seien Sie kritisch", sagte BR-Chefredakteur in seiner Laudatio. "Seien Sie vor allem diejenigen, auf deren Information sich die Menschen verlassen können. Denn es wird zwischen Aktivismus, Desinformation und Propaganda für viele immer schwieriger, sich zu orientieren."

© Manfred Götzfried

Unabhängiger Journalismus

Christian Nitsche, Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks und diesjähriger Festredner, appelliert an die jungen Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten, wie wichtig kritischer Journalismus in einer Demokratie ist: „Seien Sie wachsam, seien Sie kritisch. Seien Sie vor allem diejenigen, auf deren Information sich die Menschen verlassen können. Denn es wird zwischen Aktivismus, Desinformation und Propaganda für viele immer schwieriger, sich zu orientieren. Viele lassen sich treiben im Strudel von Social Media und gehen dabei unter. Ein Journalist darf nicht das Ziel haben, einem Algorithmus zu gefallen. Er muss sagen, was ist. Gegen alle Widerstände. Unsere Aufgabe ist es nicht, Likes zu erhaschen. Sie ist größer: Wir dienen einem Gemeinwesen, das sich über Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit definiert. Ein Journalist pocht zwar auf seine Unabhängigkeit. Er sollte aber nie vergessen, was uns leitet: Das ist der Geist des Grundgesetzes, es sind die Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg."

Die 16 ausgezeichneten Schülerzeitungen haben bewiesen, dass es für sie mehr ist als nur ein Schulprojekt. Sie haben mit ihrem Einsatz Mut, Ausdauer und Teamgeist bewiesen. Dieses Engagement muss belohnt werden.

Gemeinsam mit dem Stiftungsvorsitzenden überreichte Christian Nitsche den Gewinnern die Trophäe samt Urkunden und je 300 Euro Preisgeld, 250 Euro gingen an den Sonderpreis online.

Die Bigband des Wittelsbacher Gymnasiums München unter der Leitung von Oberstudienrätin Anna Kagerer umrahmte die Preisverleihung musikalisch.

Die Preisträger

Der Schülerzeitungspreis “Die Raute” wird, getrennt nach Schularten, in drei Kategorien vergeben: Journalistischer Einzelbeitrag (Artikel), Kreativität und Gestaltung sowie Informationsvielfalt. Außerdem gibt es einen Sonderpreis für das beste digitale Angebot. Die Auswahl aus über 100 Einsendungen fiel der Jury nicht leicht.

Mittelschulen

Journalistischer Einzelbeitrag: „KASA – Was läuft?“ – Karl-Amberg-Mittelschule Alzenau

Ausgezeichnet wird das Interview „Ralf Dümmerl ganz nah – ein Löwe zum Anfassen“ von Louis Bozem

  • Der Jury hat gefallen, dass die Redaktion und der Autor sich getraut haben einen Promi für die Schülerzeitung zu gewinnen und spannende Fragen zu stellen.
  • Ein empathisches Interview, das man mit Freunde und Interesse liest.
  • Es ist flüssig aufgeschriebenes Gespräch, dem man gut folgen kann.

Kreativität und Gestaltung: „Nachsitzer“ – Mittelschule Buchloe

  • Das Layout beeindruckt durch einen modernen Ansatz, bei dem es an die Sehgewohnheiten der digitalen Mediennutzung angepasst ist.
  • Das Titelbild ist sehr ansprechend.
  • Der Jury hat vor allem die Farbgebung und die gute Fotoqualität gefallen.
  • Die Zeitung besticht durch eine klare Leseführung.

Informationsvielfalt: "MS Voice“ – Mittelschule Geretsried

  • Die Redaktion traut sich an historisch und politisch schwierige Themen ran und bereitet sie ansprechend auf.
  • Die Themenvielfalt reicht von Krieg, Gewalt, Kinder- oder Frauenrechte. 
  • Unterhaltsame Themen finden auch ihren Platz.

     

Realschulen

Journalistischer Einzelbeitrag: „die Idee“ – Maria-Ward-Realschule, Mindelheim

Ausgezeichnet wird das Titelthema „Fake News“ 

  • Das Titelthema Fake News wird umfassend behandelt. Es ist hochaktuell und immer noch wichtig

  • Das Thema wird einfach, klar und dennoch umfassend erklärt.
  • Die Redaktion bringt Beispiele, Hintergründe, Definitionen und stellt die derzeitige Debatte dar. So kann sich der Leser ein umfassendes Bild machen

Kreativität und Gestaltung: „Blackout“ – Maria-Ward-Schule, Kempten

  • Das Layout beeindruckt durch seine Professionalität und Ästhetik.
  • Die Zeitung besticht durch ein gutes Verhältnis zwischen Inhalt und Gestaltung und ist geprägt von einer bemerkenswerten Bildsprache. Es wird auch Weißraum und Luft geachtet.
  • Die Zeitung zeichnet sich durch eine reduzierte, ansprechende Designidee aus, die konsequent durchgezogen wird.
  • Der Jury hat vor allem die Porträts-Fotografien von der Rubrik „gut geschminkt“ gefallen.

Informationsvielfalt: „Lobko News“ – Lobkowitz Realschule, Neustadt a.d. Waldnaab

  • Die Themenvielfalt erstreckt sich von Gesellschaft bis Schulinternem. Das Titelthema „Film“ wurde sehr vielfältig umgesetzt. Es ist grundsätzlich eine sehr umfangreiche Zeitung mit 140 Seiten!
  • Die Zeitung wechselt zwischen verschiedenen journalistischen Darstellungsformen und lädt auch Gastautoren ein.
  • Insgesamt ein sehr abwechslungsreiches und durchdachtes Magazin mit vielen crossmedialen Elementen, wie z.B. QR-Code und eigen-produzierten Content.
  • Es macht einfach Spaß die Zeitung zu lesen!

     

Gymnasium

Journalistischer Einzelbeitrag: „Echo“ –Gymnasium Wertingen

für den Artikel „Bundeswehr Boost Camp – Gemeinsam an Grenzen wachsen“ von Marie Demharter.

Die Jury war sehr beeindruckt über die eigene und sehr gute Recherche. Die Autorin hat das Boostcamp selbst besucht.

  • Der Text ist sprachlich stark und gut geschrieben.
  • Hier wird ein sehr relevantes Thema aufgegriffen, das viele Redaktionen bewegt hat, in diesem Fall aber aus einem anderen und vor allem weiblichen Blickwinkel.
  • Das Thema wurde vielfältig umgesetzt.

Kreativität und Gestaltung: „Blickkontakt“ – Von-Müller-Gymnasium, Regensburg

  • Die Jury war beeindruckt von den vielen eigenen Illustrationen.
  • Die Zeitung ist geprägt von einer guten Struktur, eigenen Themenseiten und erscheint so aus einem Guss.
  • Die Redaktion beweist Mut vollflächige Fotos zu zeigen. Sie geben den Bildern Raum und lassen sie für sich sprechen.
  • Das Layout passt sich den verschiedenen Themen an, ist übersichtlich und professionell.

Informationsvielfalt: „PeerPlus“ – Egbert Gymnasium, Münsterschwarzach

  • Die Jury hat gefallen, dass die Redaktion raus aus der Schule ist und vor Ort recherchiert hat.
  • Das Thema wurde vielfältig umgesetzt und für die Zielgruppe runtergebrochen.
  • Die Redaktion hat echte journalistische Arbeit bewiesen und auch verschiedene journalistische Darstellungsformen gewählt. 

 

Förderschulen

Journalistischer Einzelbeitrag: „Schoolmania“ – Michael-Atzesberger-Schule, Hauzenberg

Ausgezeichnet wurde der mehrteilige Artikel über „zwölf besondere Schulen“

  • Die verschiedenen Artikel waren spannend, teilweise kurios und der Leser lernt viel Neues.
  • Das Thema wurde zielgruppengerecht aufbereitet.
  • Das Thema wurde aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet, es findet sich auch Kritik z.B. über die Tatsache, dass Mädchen in Afghanistan der Zugang zu Bildung versperrt bleibt. 

Kreativität und Gestaltung: „Grashüpfer“ – Hans-Peter-Ruf-Schule, Schwabach

  • Die Zeitung beeindruckt durch ein ansprechendes und übersichtliches Layout.
  • Der Jury hat sehr gefallen, dass die Texte in verständlicher Sprache geschrieben wurden und durch die Metacom-Symbole barrierefrei sind.
  • So schafft die Redaktion auch kompliziertere Themen wie etwa der geplante Umbau des Schulhauses auf diese Weise verständlich zu vermitteln.
  • Dieser Artikel hätte auch fast in der Kategorie Einzelbeitrag gewonnen. 

Informationsvielfalt: „Eastsider“ – Sonderpädagogische Förderzentrum München-Ost

  • Die Redaktion hat das Thema „20 Jahre Schülerzeitung“ vielfältig umgesetzt.
  • Hier ein paar Beispiele: Es wurde eine Umfrage gemacht, wie die Welt in 20 Jahren aussehen wird, oder, welche 20 Dinge erledigt der Hausmeister für die Schüler, oder, wie sah die Schule vor 20 Jahren aus.
  • Die Zeitung ist sehr abwechslungsreich und zielgruppengerecht.

 

Berufliche Schulen und FOS/BOS

Journalistischer Einzelbeitrag: „Wortwechsel“ – Berufliche Schule Erding

Ausgezeichnet wird der Artikel „Zwischen Kontrolle und Verantwortung. Ein Blick hinter die Kulissen der Bundespolizei am Münchener Flughafen“ von Lara Herrmann

  • Der Artikel ist toll geschrieben, die Autorin wagt einen szenischen Einstieg, bleibt nah am Thema und informativ. Es ergibt sich ein guter Textfluss.
  • Der Jury hat es sehr gut gefallen, dass die Recherche vor Ort stattgefunden hat. Es ist ein wichtiger Grundpfeiler des Journalismus rauszugehen, auszuprobieren, Menschen ansprechen und sich ein Bild vor Ort zu machen. 

Kreativität und Gestaltung: „FOBOSSO“ – FOS/BOS Kaufbeuren

  • Der FOBOSSO kommt nicht als Zeitung, sondern als Plakat: sehr kreativer Ansatz. Durch das Plakat „stolpern“ die Mitschüler regelrecht im Alltag über den Journalismus.
  • QR-Codes führen dann zu weiteren Artikeln.
  • Das Plakat ist sehr ansprechend gestaltet, sogar mit einem interaktiven Element.

Informationsvielfalt: „eigenleben“ – Klara-Oppenheimer-Schule Würzburg

  • Die Redaktion deckt ein breites Themenspektrum ab, das nah an der Zielgruppe ist: z.B. kann die KI eine Therapie ersetzen? Stirbt die Kunst durch den Einsatz von KI? Oder Spartipps für Azubis.
  • Jedes Thema ist gut und spannend aufbereitet. 

     

Sonderpreis Online

„Spickzettel" – Joseph-Bernhart-Gymnasium, Türkheim

  • Die Redaktion hat auf eine gute Menüführung und Bedienbarkeit geachtet. Die Online-Zeitung ist sehr benutzerfreundlich.
  • Es wurde crossmedial gearbeitet, der Besucher kann sich über Texte, Bilder und Videos umfassend informieren.
  • Die Redaktion hat viele gesellschaftliche Themen aufgegriffen, blieb dabei immer sehr authentisch.
  • Die Seite ist immer aktuell, die Redaktion liefert regelmäßig neue Artikel. 
Die geehrten Schülerinnen und Schüler bekamen die "Raute" überreicht.

Die geehrten Schülerinnen und Schüler bekamen die "Raute" überreicht.

© Manfred Götzfried

Impressionen von der Preisverleihung

Kontakt

Leiterin: Teresa Pfaffinger
Internationales, Europa, Jugend und Bildung
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