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Alles Gute zum 100. Geburtstag
Ein Jahrhundert Henry A. Kissinger

Autorin/Autor: Jessica Dancs
, Maximilian Witte

Heinz Alfred, genannt Henry, Kissinger feiert heute seinen 100. Geburtstag. Der Friedensnobelpreisträger wurde am 27. Mai 1923 in Fürth, Bayern, als Sohn deutsch-jüdischer Eltern geboren. Sein Lebenswerk macht ihn zu einer herausragenden historischen Persönlichkeit – was auch 1996 von der Hanns-Seidel-Stiftung mit dem Franz-Josef-Strauß Preis gewürdigt wurde. Wir gratulieren herzlich zum Geburtstag.

Nach der Machtübernahme Hitlers in Deutschland emigrierte Kissinger gemeinsam mit seinen Eltern 1938 in die USA, wo er mit 20 Jahren die US-amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt.

Unter anderem für seinen Einsatz für Frieden, Freiheit, Recht und Demokratie wird Henry Kissinger 1996 mit dem Franz-Josef-Strauß-Preis ausgezeichnet, den die Hanns-Seidel-Stiftung vergibt. Kissinger damals: „Es bedeutet für mich viel, in meinem Heimatland geehrt zu werden – und mit einem Preis ausgezeichnet zu werden, der den Namen meines Freundes Franz Josef Strauß trägt.“

Unter anderem für seinen Einsatz für Frieden, Freiheit, Recht und Demokratie wird Henry Kissinger 1996 mit dem Franz-Josef-Strauß-Preis ausgezeichnet, den die Hanns-Seidel-Stiftung vergibt. Kissinger damals: „Es bedeutet für mich viel, in meinem Heimatland geehrt zu werden – und mit einem Preis ausgezeichnet zu werden, der den Namen meines Freundes Franz Josef Strauß trägt.“

©HSS; HSS Archiv

Mit der US-Armee zurück nach Europa

1944 kam Kissinger, zunächst noch als einfacher Soldat, zusammen mit den US-Streitkräften zurück nach Europa und wurde wegen seiner Sprachkenntnisse unter anderem in der militärischen Aufklärung eingesetzt. Nach Kriegsende blieb er in Deutschland. Bis 1946 arbeitete er beim „Counter Intelligence Corps“ der USA in Hessen an der Aufklärung der unzähligen Kriegsverbrechen des Naziregimes. Bevor es ihn doch wieder in die USA zog, nahm er für drei Jahre einen Lehrauftag an der European Command Intelligence School in Oberammergau an.

Wieder in den USA bekam er 1952 an der Harvard University seinen Master in Politikwissenschaften und promovierte im Anschluss über das Thema: „Großmacht Diplomatie: von der Staatskunst Castlereaghs und Metternichs“. Die Dissertation sollte zu einem Standartwerk der Geschichtsschreibung werden.

Danach arbeitete Kissinger bis 1969 als Dozent für Politikwissenschaften an der Harvard University. Schon bevor er 1968 Berater für Außen- und Sicherheitspolitik von Präsident Richard Nixon wurde, waren seine Meinung und sein Rat hochgeschätzt, etwa von den US-Präsidenten John F. Kennedy und Lyndon B. Johnson.

Höhepunkte in Kissingers Laufbahn

Kissingers geopolitisches Weltbild, das geprägt war von einem nüchternen Blick auf faktische Gegebenheiten, führte ihn zu seinem „realpolitischen“ Ansatz in der Außenpolitik. 1971 gelang es ihm, nach einer Reihe geheimer Reisen, den Besuch Nixons in China zu ermöglichen, der zu einer Normalisierung der Beziehungen führte. Dieser große diplomatische Erfolg ging als „Ping-Pong-Diplomatie“ in die Geschichte ein. Auch in Moskau fruchtete Kissingers Realpolitik und führte 1971 zu den ersten Vereinbarungen zur Rüstungsbegrenzung zwischen den beiden Supermächten.

HSS-Vorsitzender Markus Ferber, MdEP: "Henry Kissingers Denken in außen- und sicherheitspolitischen Fragen war stets geprägt von einem scharfen Verständnis für die Probleme der jeweiligen Zeit. Auch heute, mit 100 Jahren, ist seine Meinung zur Zeitenwende sehr gefragt. 1996 würdigte ihn die HSS als ersten Träger des Franz-Josef-Strauß-Preises für seine außerordentlichen Verdienste um Frieden, Freiheit und Demokratie. Wir gratulieren ihm herzlichst zu seinem Geburtstag."

HSS-Vorsitzender Markus Ferber, MdEP: "Henry Kissingers Denken in außen- und sicherheitspolitischen Fragen war stets geprägt von einem scharfen Verständnis für die Probleme der jeweiligen Zeit. Auch heute, mit 100 Jahren, ist seine Meinung zur Zeitenwende sehr gefragt. 1996 würdigte ihn die HSS als ersten Träger des Franz-Josef-Strauß-Preises für seine außerordentlichen Verdienste um Frieden, Freiheit und Demokratie. Wir gratulieren ihm herzlichst zu seinem Geburtstag."

©HSS

Besonders bekannt ist Kissinger aber für seine erfolgreiche Vorbereitung des Friedenschlusses im Vietnamkrieg 1973. Im selben Jahr wurde er Außenminister in der Administration von Nixons Nachfolger, US-Präsident Rogers. Auch unter dem nächsten Präsidenten, Gerald Ford, blieb er in diesem Amt, was auch für die deutsche Geschichte ein Glücksfall war, denn die fruchtbare und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der deutschen Regierung unter Helmut Schmidt hatten die Grundlagen für die deutsche Wiedervereinigung 1990 gelegt.  

Auch im Nahen Osten hat Henry Kissinger seine diplomatischen Spuren hinterlassen. Er spielte eine bedeutende Rolle bei den Verhandlungen zur Beendigung des Jom-Kippur-Krieges 1973 und förderte diplomatische Gespräche zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn.

Die sogenannte „Roadmap“, die den Weg zu dauerhaftem Frieden und einer 2-Staaten-Lösung im Konflikt zwischen Israel und Palästinensern aufzeigen sollte und 2002 von US-Präsident George W. Bush vorgestellt wurde, beruhte in weiten Teilen auf Kissingers Ideen.

Grandseigneur der US-Politik

Henry Kissinger ist als Politikexperte nach wie vor gefragt. Er ist Mitglied der renommierten Denkfabrik „Council on Foreign Relations“ mit Sitz in New York City und Washington D.C., nimmt trotz seines nunmehr dreistelligen Alters an internationalen Konferenzen teil und hielt jüngst in der Washington National Cathedral die Trauerrede über den verstorbenen prominenten US-Senator John MC Cain. Außerdem ist Henry Kissinger seit 1996 Träger des „Franz-Josef-Strauß-Preises“, den die Hanns-Seidel-Stiftung an Persönlichkeiten vergibt, die "hervorragende Leistungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, Kunst und Kultur" vollbracht und sich für Frieden, Freiheit, Recht und Demokratie eingesetzt haben. Kissinger bedankte sich damals in der Münchner Residenz mit den Worten:

„Es bedeutet für mich viel, in meinem Heimatland geehrt zu werden – und mit einem Preis ausgezeichnet zu werden, der den Namen meines Freundes Franz Josef Strauß trägt.“

Wir gratulieren Henry Kissinger herzlich zum 100. Geburtstag und wünschen ihm auch in den nächsten Jahren Glück, Kraft und Gesundheit.

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