Münchner Sicherheitskonferenz 2025
Europas Partnerschaften mit dem Globalen Süden
Bei der Debatte um die Zukunft internationaler Partnerschaften geht es auch um globale Handelswege, im Bild der Containerhafen in Kapstadt, Südafrika.
© Joerg Boethling/Imago
Europas Rolle in einer multipolaren Welt
Die Zukunft der internationalen Partnerschaften zwischen Europa und den Ländern des Globalen Südens rückt immer mehr in den Mittelpunkt einer intensiven Debatte. Dabei geht es um wichtige europäische Wirtschaftsräume, Sicherheit aber auch um die Ausgestaltung einer freiheitlichen internationalen Ordnung, die von einer Achse von Autokratien bedroht ist.
Wir erleben einen Epochenbruch. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die damit einhergehende Erosion der auf Zusammenarbeit ausgerichteten Weltordnung machen dies deutlich. “In welch einer Welt wollen wir leben? Wie wollen wir diese Welt – gemeinsam mit unseren Partnern – gestalten”, fragt daher Markus Ferber, MdEP, und Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung, im Vorfeld der Veranstaltung. Die Debatte um die Zukunft unserer internationalen Partnerschaften, gerade mit Schwellenländern wie Indien, Brasilien oder Südafrika, ist daher besonders wichtig. Dabei geht es für Europa auch um Eigeninteressen wie Rohstoffsicherung, globale Handelswege und Technologieführerschaft. Mit der neuen Trump-Administration wird Europa zukünftig viel stärker gefordert sein. In Zeiten knapper Budgets, und um zukünftig im globalen Wettbewerb der Ideen und Partnerschaften bestehen zu können, bedeutet dies auch, dass wir unsere Konzepte und Strategien zur Entwicklungszusammenarbeit einmal mehr auf Wirksamkeit, Effizienz und Nutzen prüfen und gegebenenfalls den neuen Realitäten einer multipolaren Welt anpassen müssen. Eine Stärkung deutscher Unternehmen beim Gang in Entwicklungs- und Schwellenländer ist nicht nur im Interesse der Bundesrepublik, sondern schafft auch Arbeitsplätze in den Partnerländern. Damit dies gelingt, sind klare Rahmenbedingungen seitens der Politik notwendig. Förderprogramme, steuerliche Anreize und transparente Regularien müssen wirtschaftliche Interessen mit nachhaltigen Zielen in Einklang bringen.
Partnerschaft statt Abschottung
Populistischen Stimmen, die die Abschaffung von Entwicklungszusammenarbeit fordern, erteilt der HSS-Vorsitzende Markus Ferber, MdEP, bereits vor Beginn der Veranstaltung eine Absage:
"In Zeiten geopolitischer Konflikte, angesichts von Migrationsherausforderungen und vor allem als Exportnation hat gerade Deutschland ein inhärentes Eigeninteresse an der Ausgestaltung der internationalen Agenda und an guten Beziehungen zu Partnern weltweit.”
Zur Verteidigung multilateraler Konzepte in der internationalen Politik und zur Suche nach Verbündeten zählt auch, dass wir den illiberalen und revisionistischen Herausforderungen der Autokratien entschieden begegnen. Dabei auf echte Partnerschaft auf Augenhöhe zu setzen, kann das Fundament für eine nachhaltigere, friedens- und freiheitswahrende Weltordnung legen. Diese neue Ordnung würde nicht nur Macht neu verteilen, sondern auch zeigen, dass globale Probleme nur durch gemeinsame Anstrengungen gelöst werden können. Europa hat die Möglichkeit, mit klugen, nachhaltigen und integrativen Strategien eine führende Rolle zu übernehmen – und so die Basis für die Sicherung von Stabilität und Wohlstand für alle zu schaffen.
Bilder der Veranstaltung
Statement des Stiftungsvorsitzenden Markus Ferber, MdEP
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