Konferenz in Ungarn
Die EU-Donauraumstrategie und ihre Perspektiven
Begrüßung der Konferenzteilnehmer durch István Joó
Die Zusammenarbeit entlang der Donau hat die Region vorangebracht und zum Wohlstand Europas beigetragen. Damit diese Strategie weiterhin mit Leben erfüllt wird, luden das Antall József Wissenszentrum und die Hanns-Seidel-Stiftung zu einer Konferenz am 07. Dezember 2016 nach Györ ein. Die Tagung bot Experten eine Plattform, um über die Möglichkeiten der Donaustrategie für Mittel- und Ost-Europa zu diskutieren und neue Impulse für eine intensive Zusammenarbeit in der Region zu geben.
Im Mittelpunkt des Expertenaustausches standen Themen wie Umwelt- und Wasserschutz sowie Wissenschaft und Forschung.
"Die Donau ist wie eine Brücke. Und wir wollen eine Brücke sein zwischen Menschen, Sprachen, verschiedenen Generationen". Mit diesen Worten eröffnete Dr. Péter Földesy, Rektor der Széchenyi István Universität in Györ, die Konferenz. Diese "Brückenfunktion" der Donau spielt eine bedeutende Rolle bei der Einbeziehung von Nicht-EU-Staaten in die Maßnahmen der Strategie. Gábor Jenei, stellvertretender nationaler Koordinator im ungarischen Ministerium für Auswärtiges und Außenhandel, hob die professionelle Kooperation mit Serbien und der Ukraine, zwei Nachbarstaaten von Ungarn, beim Schutz vor Hochwasser hervor. Die Kommunikation mit diesen Staaten sei ein Beweis dafür, dass die Donau sinnbildlich für die Erweiterung der Europäischen Union stehe. Ein noch intensiverer Informationsaustausch und eine noch bessere Zusammenarbeit in der Donauregion seien unentbehrlich. Die Donaustrategie biete dafür eine hervorragende Plattform.
Die Vorteile dieser Strategie lägen klar auf der Hand, betonte Silvia Davidou, nationale Koordinatorin im rumänischen Auswärtigen Amt. Sie sei ein flexibles, kein starres Instrument. Damit werde es möglich, maßgeschneiderte Lösungen für die Donauregion zu finden und Entscheidungsträger aus den Mitgliedstaaten sowie der Europäische Kommission jederzeit einzubeziehen. Ein weiterer Vorteil liege darin, dass die Strategie das Umweltbewusstsein der Donauraum-Einwohner gestärkt habe.
Zweites Panel mit Dr. Štefan Chudoba, Prof. Dr. Hendrik Hansen, Dr. Christian Weinberger, Dr. Béla Kardon
Unter dem Dach der Donaustrategie könnten die beteiligten Akteure ihre bestehende Kooperation weiter intensivieren und neue Projekte auf den Weg bringen, erläuterte Štefan Chudoba, Experte des slowakischen Bildungsministeriums.
Ein Beispiel dafür stelle das neue slowakische berufliche Bildungsprojekt dar, welches nach deutschem und österreichischem Vorbild ins Leben gerufen worden sei. Die Philosophie des Projekts basiere zwar auf Kernelementen des slowakischen Schulsystems, aber die Implementierung wäre ohne die deutschen und österreichischen Erfahrungen im Bereich der dualen Ausbildung nicht durchzusetzen Die Donau steht auch für das Europa der Regionen, das sich über nationale Grenzen hinweg austauscht. Wie wichtig dies ist, verdeutlichte der Vizerektor der Andrássy Universität in Budapest, Professor Hendrik Hansen. Der zunehmende Populismus und Skeptizismus in Europa zeige, dass wir mehr "Übersetzer" für unsere Region brauchten, welche die politische Kultur und den historischen Kontext der Staaten deutlich machen könnten. Dadurch entstehe Verständnis für andere politische Kulturen und Konfliktpotential könne vermindert werden.
Eine Bilanz über das Projekt Donauraumstrategie zu ziehen und vor allem einen Ausblick auf die Zukunft der Strategie zu geben, sei wichtig, darüber waren sich die Konferenzteilnehmer einig.
Besonders wenn es um die deutschen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern gehe, so Martin Kastler, Regionalleiter der Hanns-Seidel-Stiftung für Ungarn, Tschechien und Slowakei, müssten die ökonomischen und verkehrspolitischen Vorteile eines zusammenhängenden Donauraumes fokussiert werden. Diesen Raum zu erhalten und zu nutzen bleibe eine Aufgabe für die Zukunft.
Unsere Arbeit in Ungarn
N.N.
Leitung