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Afrika südlich der Sahara

Mit einem Projekt in Togo im Jahre 1977 begann die entwicklungspolitische Arbeit der Hanns-Seidel-Stiftung in Afrika. Mit dieser Maßnahme wurden Interessensgruppen und Verbände aus Landwirtschaft, Handwerk und Gewerkschaften angesprochen.
Die Zielsetzung vieler Projekte- auch in Afrika südlich der Sahara- war "damals" im Wesentlichen vom Kalten Krieg bestimmt. Die Entwicklungszusammenarbeit wurde benutzt, um Staaten im Machtbereich des jeweiligen Blocks zu halten oder für den Block zu gewinnen. "Heute" geht es darum, Strukturen zu etablieren, die ein friedliches Zusammenleben mit guter Regierungsführung ermöglichen und Menschen vor Ort ein Umfeld schaffen, das Ihnen ein Leben in Menschenwürde und eine positive persönliche Entwicklung ermöglicht.

Die Herausforderungen der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit in Südafrika und in der Demokratischen Republik Kongo beispielsweise sind sehr unterschiedlich. Entsprechend sind die Projektmaßnahmen den jeweiligen Anforderungen angepasst. In der DR Kongo gibt es eine sehr erfolgreiche Historie der Arbeit der Hanns-Seidel-Stiftung im landwirtschaftlichen Bereich. Durch diese Expertise konnte im Jahr 2013 eine sehr hohe Finanzierung der EU (über 10 Mio. Euro) für ein Agroforstprojekt eingeworben werden. Auf dem Bateke-Plateau im Raum Mbankana konnten so in den letzten 30 Jahren mehrere 100 Familien angesiedelt werden, die mehr als 20.000 Hektar durch agroforstwirtschaftliche Methoden kultiviert haben. Es wurde in der Region eine öffentliche Infrastruktur geschaffen mit Schulen, medizinischer Versorgung, Erwachsenenbildung und Verkehrswegen.

Demokratische und rechtsstaatliche Strukturen in Südafrika sollen unter Einbindung der Zivilgesellschaft gestärkt werden. So werden kommunale Mandatsträger und Beamte durch Programme der Hanns-Seidel-Stiftung fortgebildet, um die lokalen Strukturen zu stärken. Auch im sicherheitspolitischen Bereich engagiert sich die Hanns-Seidel-Stiftung im Rahmen des „crime and justice hubs“ und eines Migrations-Monitoring-Projekts, das die kriminellen Schlepper- und Schmugglerstrukturen im Migrationsbereich in ganz Afrika untersucht.

Schon vor einigen Jahren wurden aufgrund der wachsenden (sicherheits-)politischen Anforderung die Region Westafrika, genauer die Sahelstaaten Burkina Faso und Niger als wichtige Sicherheitsanker identifiziert. Hier fand eine Fokussierung auf den Sicherheitsbereich (Polizei) statt, der stärker in ein demokratisches Gefüge (Kommunikation mit der Zivilgesellschaft) integriert werden soll. Die Stärkung der Zivilgesellschaft auf lokaler Ebene und eine Zusammenarbeit mit der Verfassungsgerichtsbarkeit soll dies flankieren. Gerade Burkina Faso, dem es gelungen ist, wirklich demokratische Wahlen durchzuführen, wird in seinen Stabilitätsbestrebungen unterstützt.
In Ostafrika stehen neben dem „Markenzeichen“ Dezentralisierung zivilgesellschaftliche Strukturen im Mittelpunkt der Arbeit. Der Dialog mit muslimischen Gruppen in Kenia ist hier hervorzuheben. In Tansania wird versucht, die Stellung der Frau in der Politik zu stärken.

Heute unterhält die Hanns-Seidel-Stiftung südlich der Sahara in zehn afrikanischen Ländern Projektbüros. Die Sensibilisierung verschiedenster Bevölkerungsgruppen für gesellschaftspolitische Probleme und politische Erwachsenenbildung stehen damals wie heute im Fokus der Maßnahmen. Für die Projektarbeit war und bleibt der afrikanische Kontinent ein bedeutender Schwerpunkt. Die Hanns-Seidel-Stiftung bietet ihre Erfahrung an, wo gesellschaftliche Entwicklungen in den Partnerländern dem Wohle der Menschen dienen.