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chinnarach; Adobe Stock

Praktische Tipps und Tools für Kampagnen

Digitale Angebote bieten eine Vielzahl praktischer Tools, die in der praktischen Kampagnenarbeit sinnvoll eingesetzt werden können und die Arbeit erleichtern. Eine kleine Auswahl soll hier einen Einblick in die Möglichkeiten geben:

1. Canva (www.canva.com)

Das Online-Tool Canva dient nicht dem Management von Kampagnen, bietet aber sehr umfangreiche Ressourcen für Grafikbearbeitungen. Nach der Registrierung können Wahlkämpfer/-innen das Tool nutzen, um zum Beispiel Social Media-Posts in einheitlichem Design zu erstellen. Auch für viele andere Aufgaben kann Canva genutzt werden, wie die Erstellung von Visitenkarten oder von Pressemappen und Anschreiben. Zentrale Vorteile sind eine einheitliche Gestaltung der Kommunikationsmittel und, dass in der Gratis-Version bereits sehr viel umsetzbar ist.

 

2. Miro (www.miro.com)

Miro ist ein Online-Angebot zum Arbeiten im Team. Auf der Oberfläche können Wahlkampfteams beispielsweise Aufgaben definieren und aufteilen. Die jeweilig zuständigen Wahlkämpfer können dann den Fortschritt eintragen, so dass jeder im Team über den Fortschritt Bescheid weiß. Miro kann außerdem dazu genutzt werden, gesammeltes Wissen, z.B. aus der Situationsanalyse, allen Beteiligten zur Verfügung zu stellen.

 

3. Messenger (WhatsApp etc.)

Messenger-Gruppen eignen sich als zusätzliches Instrument der Koordination von Wahlkampfteams. Es könnten zum Beispiel einzelne Gruppen für spezifische Aufgaben, wie Plakatieren, Pressearbeit oder Veranstaltungsplanung, erstellt werden. WhatsApp ist außerdem für die Außenkommunikation geeignet: Kandidierende können im WhatsApp-Status zeigen, was sie gerade im Wahlkampf machen und den Kontakten damit authentisch und lebensnah zeigen, wie sie Politik machen. Speziell für Teamarbeit wurde die App Slack (www.slack.com) entwickelt. In der App können Channels für unterschiedliche Aufgabenbereiche im Wahlkampf eingerichtet werden. Kandidat/-innen sollten Slack wählen, wenn sie die Aufgaben von klassischen Messengern, die auch privat genutzt werden, auslagern möchten.

 

4. Cloud-Dienste (www.dropbox.com, www.google.de/drive)

Cloud-Speicherdienste können in Wahlkampagnen als Ressourcenlager genutzt werden. In Wahlkämpfen entstehen z.B. zahlreiche Bilder und Videos, die sehr schnell viel Speicher benötigen. Eine sinnvolle Ordnerstruktur ermöglicht eine nachvollziehbare Übersicht und kann auch für weitere Wahlkampfagnen als Archiv genutzt werden.


Neben den genannten Tools gibt es noch eine Vielzahl weiterer digitaler Werkzeuge, die in Wahlkämpfen eingesetzt werden können.

Es ist jedoch darauf zu achten, dass nicht zu viele Dienste parallel genutzt werden, da dies zum einen die Unübersichtlichkeit erhöht und zum anderen zu einer Frustration bei ehrenamtlichen Wahlkampfhelfern führen kann. Die Auswahl der Tools orientiert sich immer an den zu leistenden (Teil-)Aufgaben im Wahlkampf – sie sind also niemals Mittel zum Selbstzweck.

 


Über den Experten André Haller

FH Kufstein Tirol

Prof. Dr. André Haller absolvierte ein Bachelorstudium in Medien und Kommunikation an der Universität Passau. Anschließend schloss er mit dem Master of Arts in Kommunikationswissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ab. 2013 wurde er mit einer Arbeit über die Rolle von Skandalen in der politischen Kommunikation an der Universität Bamberg promoviert. Neben seiner akademischen Tätigkeit ist er im Bereich der Medien- und Kommunikationsarbeit von Politikern tätig und offeriert Beratung und Vorträge für Stiftungen und andere öffentliche und privatwirtschaftliche Organisationen. Seine Forschungsinteressen umfassen strategische und politische Kommunikation (insbesondere die digitale Transformation von Kampagnen), Marketingstrategien und -instrumente, digitale Forschungsmethoden und Skandal- und Krisenkommunikation.