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people-images.com; Adobe Stock

Website und Blog

Soziale Netzwerke kommen und gehen. Wer erinnert sich noch an StudiVZ, Google+ oder die Lokalisten? Heute sind Facebook, Instagram und TikTok die Top drei sozialen Netzwerke in Deutschland (siehe Abschnitt Auswahl der Social Media-Kanäle). Doch auch hier bleibt nicht alles beim Alten: Facebook ändert ständig seinen Algorithmus, bevorzugt mal Fotos, dann wieder Videos und Livestreams. Auch Fanpages, die man als Kandidat/-in neben seinem persönlichen Profil anlegen kann, wurden erst vor wenigen Jahren massiv heruntergestuft. Twitter vergibt den blauen Haken inzwischen für einen monatlichen Geldbetrag statt an geprüfte Prominente. Zahlreiche Unternehmen auch in Deutschland verbieten die Nutzung von TikTok aus Datenschutzgründen auf Firmenhandys. Dies zeigt: Man kann schnell verloren sein, wenn man sich zu sehr auf soziale Netzwerke verlässt.

Diese Abhängigkeit kann man vermeiden, wenn man in der Mitte der eigenen Web-Präsenz einen Kanal hat, über den man selbst die Hoheit hat: eine eigene Website oder einen Weblog.

 

1. Was bringt eine eigene Website?

  • Die eigene Website ist wie eine Visitenkarte. Man kann sich persönlich mit seinen Wahlkampfthemen vorstellen, seine Termine im Wahlkampf bekanntgeben und die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme bieten. Sie ist in der Regel statisch, wenngleich es eine Rubrik zumindest mit Pressemitteilungen geben sollte.
     
  • Die eigene Website ist wie die Spinne im Netz. In Social Media-Kanälen, für die wie für eine Website eine Impressumspflicht besteht, kann auf das Impressum der Website verlinkt werden. Von allen Social Media-Kanälen führt zudem ein Link zur Website.
     
  • Die eigene Website wiederum kann sämtliche Social Media-Inhalte durch so genannte Plugins zusammenfassen. Social-Media-Newsroom nennt sich diese Funktion, die insbesondere von Unternehmen bereits seit Langem genutzt wird. Dadurch erhält der User einen Überblick, worüber man im Social Web berichtet hat.
     
  • Wer sich die URL mit dem eigenen Namen sichert, verhindert, dass jemand anderes diese für sich nutzt. Aus diesem Grund sollte man auch schauen, ob ähnlich klingende Websites bzw. mit anderen Endungen (wie .org, .bayern oder .net) noch frei sind.

 

2. Was bringt ein Weblog?

Ein Weblog ist vergleichbar mit einem im Internet verfassten Tagebuch. Autoren und Autorinnen veröffentlichen hier regelmäßig Informationen oder Kommentare zu aktuellen Erlebnissen und Ereignissen.

  • Bei Twitter sind derzeit zwar 280 statt der ursprünglich 140 Zeichen erlaubt, doch generell gilt in sozialen Netzwerken: Man hat nur wenig Platz für ausführliche Erklärungen. Hier bietet es sich an, auf einen eigenen Blog zu verlinken und dort seine Positionen ausführlicher zu vertreten.
     
  • Auf den Blog kann von allen sozialen Netzwerken hingewiesen werden. Achten Sie darauf, dass Sie im Hinweis und im Beitrag selbst die Bürger/-innen neugierig machen und sogenannte Cliffhanger verwenden wie zum Beispiel einen Gegensatz, eine fesselnde Frage oder ein Versprechen. (Erfahren Sie mehr über das Schreiben von Teasern)

Auch wenn alte Beiträge in sozialen Netzwerken gespeichert bleiben, gehen sie jedoch meist unter der Vielzahl der neuen Beiträge unter. Im Blog haben User/-innen die Möglichkeit, sich gebündelt auch ältere Beiträge anzuschauen.

 

3. Podcast als relativ junges Medium

Politik-Podcasts traditioneller Medienhäuser boomen derzeit. Mit einem eigenen Podcast können Sie auch im Wahlkampf punkten.

  • Ein Podcast ist ein sehr nahes und persönliches Medium, weil die Stimme der Kandidat/-in im Auto oder auf dem Kopfhörer eine starke Präsenz beim Hörer hat.
     
  • Ein Podcast braucht ein Thema und interessante Gesprächspartner. Ein Monolog des Kandidaten wäre zu wenig, um Hörer zu fesseln.
     
  • Möglichst wöchentlich sollte eine neue Folge erscheinen.
     
  • Die Produktion ist deutlich aufwändiger, als dies auf den ersten Blick wirkt. Nicht nur die Tonqualität bei der Aufnahme ist entscheidend, sondern auch die inhaltliche Vorbereitung und die Postproduktion.
     
  • Podcast-Agenturen können bei der Produktion, aber auch bei der Distribution unterstützen.
     
  • Wer einen Podcast platzieren will, braucht einen langen Atem. Mit spannenden Inhalten kann man hier aber tatsächlich über einen längeren Zeitraum immer wieder Abrufe generieren.

Wer einen Podcast produziert hat, kann die Highlights auch für seine weiteren Social-Media-Kanäle nutzen.

 


Über den Experten Markus Kaiser

Jüngerer Mann mit Hemd aber ohne Krawatte lacht dynamisch in die Kamera

Tim Neiertz

Markus Kaiser ist Professor für digitalen Journalismus, Medieninnovationen und Change Management in der Kommunikationsbranche an der Technischen Hochschule Nürnberg und Berater für Change Management, Kommunikation, Social Media, Innovationsmanagement und Leadership. In seiner Magisterarbeit an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hat er sich mit „Die relative Bedeutung unterschiedlicher Medien für die Wahlkampfführung politischer Parteien“ beschäftigt. Von ihm erschienen sind unter anderem Bücher zu „Innovation in den Medien“, „Transforming Media“ und „Change Management im Public Sector“. Der gelernte Journalist hat sechs Jahre lang die Medienstandort-Agentur des Freistaats Bayern aufgebaut und geleitet. Neben seiner Professur ist Kaiser Lehrbeauftragter an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Ludwig-Maximilians-Universität München und Hochschule Ansbach.