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„Religion Matters“ – die interreligiöse Interviewreihe mit Führungspersönlichkeiten der Weltreligionen
Teil III: Die ganze Welt ist verbunden

Welche Antworten bietet der Glaube in schwierigen Zeiten? Im Interview mit hohen Religionsvertretern fragen wir, wie die verschiedenen Religionen und Konfessionen mit den Problemen der Gegenwart umgehen und was wir voneinander lernen können.

Freundliche blickender Rabbiner mit Hut, Krawatte und kurzem Vollbart in einer Synagoge

Pinchas Goldschmidt ist unter anderem seit 1993 Oberrabbiner von Moskau und geistlicher Führer der zentralen Choral-Synagoge in der russischen Hauptstadt.

Pinchas Goldschmidt

Die Corona-Pandemie hat die globalen Lebensadern und ihre Gesellschaften an ihrer Achillesverse getroffen. Sie stellt Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Religion und Gesellschaft in einem ohnehin schon bestehenden Zeitalter wachsender Unsicherheiten vor ungeahnte Herausforderungen.

Wir brauchen dringend Antworten und Orientierung, vor allem aber Zuversicht, um gestärkt aus dieser Krise herauszukommen. Die interreligiöse Interviewreihe „Religion Matters“ der Hanns-Seidel Stiftung lässt religiöse Führungspersönlichkeiten der großen Weltreligionen zu Wort kommen, um ihre Perspektiven auf die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen herauszuarbeiten. So kann sich der Zuschauer selbst ein Bild machen, wie unterschiedliche Religionen und Konfessionen die schwierigen Fragen unserer Gegenwart angehen. Über diese Interviewreihe will die Hanns-Seidel-Stiftung außerdem diese religiösen Führungspersönlichkeiten indirekt in ein Gepräch miteinander bringen, von dem der interreligiöse Dialog weltweit profitieren soll.

Im Mittelpunkt der einzelnen Interviews steht die Frage, inwieweit Glauben und Religion in Zeiten wachsender Komplexitäten und Unsicherheiten Antworten geben können. Wie kann religiöse Kompetenz die Politik aktuell in der Krisenbewältigung ergänzen? Wie steht es um die Religionsfreiheit weltweit und den interreligiösen Dialog? Welche Strategien braucht es, um die Polarisierung der Gesellschaft zu überwinden und Extremismus und Terrorismus zu bekämpfen?

Für „Religion Matters“  haben wir mit dem Sicherheitsexperten Oliver Rolofs unter anderem die Erzbischöfin der Schwedischen Kirche, Antje Jackelén, interviewt, außerdem den Präsidenten der Konferenz der Europäischen Rabbiner, Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, den Bischof von Arabien Paul Hinder, den Patriarchen der Syrisch-Orthodoxen Kirche, Moran Mor Ignatius Afrem II., und Sheikh Eşref Efendi vom ehrenwerten Sufi-Orden „Naqshbandiyya“.

Mann im Anzug, freundlich lächelnd

Oliver Rolofs

Oliver Rolofs ist Mitgründer und Managing Partner der Münchner Kommunikations- und Strategieberatung connecting trust. Er berät Wirtschaftsführer, politische Entscheidungsträger sowie religiöse Führer aus aller Welt in Fragen der strategischen Kommunikation, Public Affairs, Resilienz und Sicherheit sowie dem interreligiösen Dialog. Der ehemalige Kommunikationschef der Münchner Sicherheitskonferenz ist studierter Politikwissenschaftler, Völkerrechtler und Soziologe.

Interview mit Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt

Wie steht es um den europäischen Wert der Religionsfreiheit? Wie blicken Europas Juden angesichts eines hierzulande wachsenden Antisemitismus und politischen Extremismus auf die eigene Zukunft? Welche Rolle spielen dabei die sozialen Medien? Hat die Corona-Krise den interreligiösen Dialog neu belebt und welche Impulse setzt die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und Teilen der arabischen Welt? Darüber spricht der Oberrabbiner von Moskau und Präsident der Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER), Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, im dritten Teil der interreligiösen Interviewreihe „Religion Matters“ der Hanns-Seidel-Stiftung.

Der 1963 in Zürich geborene Pinchas Goldschmidt ist seit 1993 Oberrabbiner von Moskau und geistlicher Führer der zentralen Choral-Synagoge in der russischen Hauptstadt. Er ist zudem Vorsitzender der Rabbinischen Gerichte sowohl der Russischen Föderation als auch der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten und hat in den letzten drei Jahrzehnten maßgeblich das jüdische Leben in der ehemaligen Sowjetunion wieder aufgebaut. Seit 2011 ist Oberrabbiner Goldschmidt zudem Präsident der Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER). Als Europäisches Rabbinat vertritt die CER rund 1000 Rabbiner von Dublin bis Wladiwostok und damit die größten jüdischen Gemeinden Europas. Die CER tritt für die religiösen Rechte der Juden in Europa ein. Sie engagiert sich zudem für Religionsfreiheit und interreligiösen Dialog mit Muslimen und Christen, um so einer wachsenden Radikalisierung in Politik und Gesellschaft entgegenzutreten sowie die Sicherheit der hiesigen Religionsgemeinschaften zu erhöhen. 1979 bis 1981 studierte Goldschmidt an der Ponewiescher Jeschiwa (Talmudhochschule) in Bnei Berak in Israel, 1981 bis 1982 an der Telshe Yeshiva in Chicago, 1985 bis 1986 am Shevet Umechokek Institute for Rabbinical Judges und 1986 bis 1987 am Harry Fischel Institute for Rabbinical Judges in Jerusalem. 1987 erhielt er die Semicha und damit Befähigung als Rabbiner durch den Oberrabbiner von Jerusalem, Jitzchak Kulitz.

©HSS

Der große interreligiöse Kalender vom "Sonntagsblatt" – Die wichtigsten Fest- und Feiertage von Katholiken, Protestanten, Orthodoxen, Aleviten, Juden und Muslimen, Buddhisten und Hindus auf einen Blick.

Kontakt
Leiter: Dr. Philipp W. Hildmann
L3: Kompetenzzentrum Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Interkultureller Dialog
Leiter:  Dr. Philipp W. Hildmann
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