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Bayern – Westkap: 30 Jahre Partnerschaft
Fußball - auch ein Mittel zur Gewaltprävention

Autorin/Autor: Hanns Bühler

Auf Einladung von Westkaps Premierminister Alan Winde reiste Ministerpräsident Dr. Markus Söder gemeinsam mit Staatsminister Dr. Florian Herrmann nach Südafrika. Ziel war Bayerns Partner-Provinz Westkap.

Der Besuch stand im Zeichen der Stärkung internationaler Partnerschaften. Dabei besuchten sie auch Projektaktivitäten der Hanns-Seidel-Stiftung.

Impressionen des Besuchs

Technologiepartnerschaften und Innovation

Südafrika ist der wichtigste Investitionsstandort bayerischer und deutscher Unternehmen in Afrika, G20 Mitglied und Führungsmacht auf dem afrikanischen Kontinent. Gleichzeitig steht das Land auch vor großen sozialen und sicherheitspolitischen Herausforderungen. Neben einem Treffen mit Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa und der Teilnahme am Regional Leaders’ Summit, bei dem die Regierungschefs mehrerer Partnerregionen Bayerns zusammenkamen, stand die 30-jährige Partnerschaft zwischen Bayern und der Provinz Westkap im Mittelpunkt der Reise. “Das Westkap ist quasi das Bayern Südafrikas” so Ministerpräsident Dr. Markus Söder, der sich mit seinem Amtskollegen Alan Winde eng und freundschaftlich austauschte. Zahlreiche Universitäten und Hochschulen aus Bayern schlossen Partnerschaftsabkommen und eine Biotech-Initiative wurde auf den Weg gebracht– sozusagen eine neuen Zukunftsachse Bayern-Westkap. Politischer Höhenpunkt war das über einstündige Gespräch mit Staatspräsident Cyril Ramaphosa.

Bayern – Westkap: 30 Jahre Partnerschaft

Die Partnerschaft zwischen Bayern und dem Westkap gilt als beispielhaft in der internationalen Zusammenarbeit und wird seit vielen Jahren von der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) durch Projekte zur Stärkung der wirtschaftlichen Kooperation, der Sicherheit und Guter Regierungsführung mit Leben erfüllt. Im Beisein von Premierminister Winde und Ministerpräsident Dr. Söder wurde auch ein Partnerschaftsabkommen zwischen der Hanns-Seidel-Stiftung, der Hochschule Weinstephan-Triesdorf und dem Landwirtschaftsministerium vom Westkap zur Stärkung der landwirtschaftlichen Zusammenarbeit und Innovation gezeichnet. Denn wie Bayern gilt auch das Westkap als wichtigste Tourismus- und Agrarregion mit über 7000 landwirtschaftlichen Betrieben – 75 % aller Agrarprodukte aus Südafrika kommen aus dem Westkap.

Gute Regierungsführung und Gewaltprävention

Für die Hanns-Seidel-Stiftung eine besondere Ehre war der Besuch des Bayerischen Ministerpräsidenten in einem Gewaltpräventionsprojekt in Khayelitsha, dem größten Township Südafrikas. Den Menschen ein Gefühl von Sicherheit und eine Entwicklungsperspektiven zu geben, ist gerade im Zuge der hohen Kriminalitätsbelastung von Bedeutung. Mit fast 100 Morden pro 100.000 Einwohnern gilt die Mordrate als eine der höchsten weltweit. Der Bayerische Ministerpräsident wurde in dem Brennpunkt von Gesundheitsministerin Mireille Wenger und Finanzministerin Deirdre Bartman begrüßt. 2019 finanzierte die Bayerische Staatskanzlei einen Fußballplatz in der informellen Siedlung. Das von der NGO „Violence Prevention Through Urban Upgrading“ gegründete Nachbarschaftszentrum, an das der bayerische Fußballplatz angeschlossen ist, gilt als Modellprojekt im Bereich Stadtplanung im Township. Durch die Schaffung sicherer öffentlicher Räume, die jungen Menschen sportliche Betätigung und positive Freizeitgestaltung ermöglichen, leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu sozialem Frieden und Gemeinschaftsleben. Dr. Markus Söder erklärte bei seinem Besuch vor Ort: "In den Townships in Südafrika herrscht große Armut und oft auch Perspektivlosigkeit. Wir wollen als Freistaat helfen, gerade Kindern und Jugendlichen eine Struktur und Freude zu geben. Deshalb gibt es beispielsweise seit 2019 in einem Township in Kapstadt einen bayerischen Fußballplatz. Insgesamt fördert Bayern die Gewaltprävention in Townships über die Hanns-Seidel-Stiftung mit vier Millionen Euro seit 2018.“

Ohne Sicherheit keine Freiheit

Dass die strategische Partnerschaft der Hanns-Seidel-Stiftung mit dem Westkap über das humanitäre Engagement in den Townships hinausgeht, zeigt der Besuch von Dr. Florian Herrmann, bei der Polizeischule von Kapstadt und der Polizeistation in Delft. Dort werden Trainingsmaterialien zu Themen der politischen Bildung für Polizeianwärter entwickelt und Rekruten zu demokratischen Grundprinzipien geschult. Der oftmals ausufernden Kriminalität wird versucht, mit einer extra entwickelten Hot-Spot-Strategie entgegenzuwirken, an der auch bayerische Experten mitwirken. In den Pilot-Hotspots konnte ein Rückgang der Gewaltkriminalität um 12 % verzeichnet werden. Bei einem Empfang bei der Stadtpolizei von Kapstadt unterstreicht Staatsminister Dr. Herrmann: „Ohne Sicherheit, keine Freiheit“. Hanns Bühler, Auslandsmitarbeiter der Hanns-Seidel-Stiftung in Südafrika, zieht ein positives Resümé des Besuchs: „Der Besuch des Bayerischen Ministerpräsidenten, Dr. Markus Söder, und von Staatsminister Dr. Florian Herrmann kommt zu einer außerordentlich wichtigen Zeit für die Beziehungen zwischen Bayern und Südafrika. Mit der Bayerischen Afrikastrategie demonstriert der Freistaat, wie internationale Kooperationen ganz gezielt unseren Eigeninteressen dient und gleichzeitig strukturbildend in der Partnerregion wirkt. Die Strategie ist tragfähig, zukunftsorientiert und vor allem fokussiert auf die Themen, die für die Menschen wichtig sind: Wirtschaftliche Zusammenarbeit, Technologie- und Innovationspartnerschaften und Gute Regierungsführung. Als Hanns-Seidel-Stiftung leisten wir seit Jahrzehnten unseren Beitrag zur Intensivierung der Internationalen Zusammenarbeit mit der Partnerregion in Südafrika.“

Kontakt

Projektleiter: Hanns Bühler
Südafrika
Projektleiter