50 Jahre Auslandsarbeit der Hanns-Seidel-Stiftung
Gemeinsam globale Herausforderungen meistern
Ein halbes Jahrhundert weltweites Engagement: Blick in den vollbesetzten Saal des Festakts zu „50 Jahre Auslandsarbeit“ der Hanns-Seidel-Stiftung. In moderierten Gesprächen berichteten Auslandsmitarbeiter gemeinsam mit internationalen Partnern über Erfahrungen, Herausforderungen und Lösungsansätze.
© Matthias Buchfelder, HSS
50 Jahre im Wandel der Weltpolitik
„Je unsicherer die internationale Ordnung wird, desto wichtiger werden verlässliche Partnerschaften.“
Dr. Stefan Ebner, MdL, Generalsekretär der Hanns-Seidel-Stiftung
Eröffnung des Festakts: Der Generalsekretär der Hanns-Seidel-Stiftung, Dr. Stefan Ebner, MdL, begrüßt die nationalen und internationalen Gäste.
© Matthias Buchfelder, HSS
Vom Kalten Krieg über die Globalisierung bis zu den geopolitischen Umbrüchen unserer Zeit: In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich die Welt grundlegend verändert – und mit ihr die Internationale Zusammenarbeit, wie HSS-Generalsekretär Dr. Stefan Ebner, MdL, in seiner Begrüßung betonte. Seit 1976 begleitet die HSS weltweit politische und gesellschaftliche Veränderungsprozesse und passt ihre Arbeit kontinuierlich an neue Herausforderungen an. Dabei kann sie heute auf diese jahrzehntelange Erfahrung und die gewachsenen Beziehungen zu den Partnern weltweit bauen.
„Wir dürfen heute mit Stolz und Dankbarkeit auf ein Netzwerk blicken, das über fünf Jahrzehnte gewachsen ist.“
Dr. Susanne Luther, Leiterin des Instituts für Internationale Zusammenarbeit
Thematische Einführung: Dr. Susanne Luther, Leiterin des HSS-Instituts für Internationale Zusammenarbeit, betont die Bedeutung von Vertrauen und langfristigen Partnerschaften für die Bewältigung globaler Herausforderungen.
© Matthias Buchfelder, HSS
Dr. Susanne Luther, Leiterin des Instituts für Internationale Zusammenarbeit (IIZ), stellte die Menschen im In- und Ausland, die diese Arbeit über Jahrzehnte geprägt haben, in den Mittelpunkt ihrer Rede. Trotz aller Veränderungen sei die Überzeugung geblieben, dass erfolgreiche Internationale Zusammenarbeit auf Vertrauen, persönlichem Austausch und langfristigen Partnerschaften beruhe: „Wir haben ein stabiles Fundament, ein Resultat der Arbeit all der Menschen, die in der Vergangenheit Verantwortung übernommen haben.“
Mit seiner Keynote setzte Dr. Gerd Müller, Generaldirektor der UNIDO (UN-Organisation für industrielle Entwicklung) und Bundesminister a. D. für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, einen wichtigen Akzent: Er unterstrich die strategische Bedeutung Internationaler Zusammenarbeit für die Zukunft. Humanitäre Verantwortung und wirtschaftliche Vernunft gehörten dabei ebenso zusammen wie Klimaschutz und nachhaltige Industrialisierung. Um globale Herausforderungen wie Hunger, Klimawandel und den Bedarf an Energie und Arbeitsplätzen zu bewältigen, brauche es Investitionen und langfristige Partnerschaften – und eine deutsche Politik, die Internationale Zusammenarbeit aktiv gestalte.
„Wir dürfen nicht zu klein denken und nicht in Provinzialismus verfallen.“
Dr. Gerd Müller, Generaldirektor der United Nations Industrial Development (UNIDO), Bundesminister a.D.
Gemeinsam groß denken: Dr. Gerd Müller, UNIDO-Generaldirektor und Bundesminister a. D., ermutigt beim HSS-Jubiläum dazu, globalen Herausforderungen mit Offenheit und einer internationalen Perspektive zu begegnen.
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Mit Blick auf die Zukunft machte Gerd Müller deutlich, dass Internationale Zusammenarbeit nicht geschwächt, sondern weiter gestärkt werden müsse. Statt Einsparungen brauche es ein noch breiter aufgestelltes Engagement – und auch eine Hanns-Seidel-Stiftung, die ihre Internationale Arbeit weiter ausbaue.
Internationale Zusammenarbeit schafft Vertrauen und stärkt Demokratie
In einer zunehmend polarisierten Welt sind verlässliche Partnerschaften keine Selbstverständlichkeit. Umso wichtiger sind Räume für Dialog und Verständigung – gerade dort, wo politische Interessen auseinandergehen oder demokratische Strukturen unter Druck geraten.
Hier liegt eine besondere Stärke der HSS als Politische Stiftung: Sie bringt Menschen (und Institutionen) aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Sie unterstützt Partner dabei, demokratische Strukturen zu stärken, gesellschaftliche Veränderungen selbst zu gestalten und politische Teilhabe zu ermöglichen. Ihre über Jahrzehnte gewachsenen Netzwerke schaffen Vertrauen und ermöglichen den Dialog auch dann, wenn die politischen Rahmenbedingungen schwieriger werden.
Wie diese Arbeit heute konkret aussieht, zeigte die Jubiläumsveranstaltung auf abwechslungsreiche Weise: Videoeinspieler aus den Partnerländern der HSS gaben Einblicke in die Projekte vor Ort.
Einblicke in die Arbeit: Larissa Arancibia, Leiterin des Referats Lateinamerika der Hanns-Seidel-Stiftung, im Gespräch mit Guido Mercado, Direktor der venezolanischen Organisation Proyecto Ciudad, über die Förderung marginalisierter Gruppen.
© Matthias Buchfelder, HSS
In moderierten Gesprächen berichteten Auslandsmitarbeiter gemeinsam mit internationalen Partnern über Erfahrungen, Herausforderungen und Lösungsansätze.
Ein Podiumsgespräch über Meinungsmanipulation in Afrika ist nur eines dieser gelungenen Beispiele: Gerade angesichts zunehmender Desinformation wird deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren für demokratische Gesellschaften ist.
Dass die HSS dabei innovative Lösungsansätze fördert und Menschen über Ländergrenzen hinweg vernetzt, wurde im Podiumsgespräch über Start-ups und Kreislaufwirtschaft in Asien eindrucksvoll veranschaulicht. Der Austausch über nachhaltige Ernährungssysteme im Nahen Osten und die Förderung marginalisierter Gruppen in Lateinamerika machten den Eindruck von der immensen Bandbreite der internationalen Stiftungsarbeit komplett.
Beim anschließenden „Markt der Möglichkeiten“ konnten sich die Gäste an verschiedenen Info-Ständen mit den Mitarbeitern der HSS über deren Arbeit in den Partnerländern austauschen und sich ausführlich über die Projektarbeit informieren.
Globale Herausforderungen brauchen gemeinsame Antworten
Eines zog sich als „roter Faden“ durch den gesamten Abend: Internationale Zusammenarbeit ist angesichts der globalen Herausforderungen unserer Zeit ein unabdingbares politisches Instrument.
Kriege und geopolitische Machtverschiebungen, Klimawandel, Desinformation und zunehmender Druck auf demokratische Institutionen machen nicht an nationalen Grenzen halt. Sie verlangen nach Zusammenarbeit, neuen Ideen und langfristigem Engagement.50 Jahre Auslandsarbeit der HSS stehen damit nicht nur für eine bewegte Geschichte, sondern vor allem für einen klaren Auftrag für die Zukunft, der auch von Dr. Gerd Müller eindringlich betont wurde: „Die Stiftungen sollen mit ihrer Expertise vorausgehen.“
Denn gerade in einer Welt wachsender Gegensätze braucht es Menschen, die Brücken bauen, Vertrauen schaffen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Impressionen des Abends
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