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Katastrophenhilfe und humanitäre Unterstützung
Einsatz eines Löschflugzeugs während eines Waldbrandes bei Lithakia in Griechenland.
Sepp Spiegl; HSS; IMAGO
Für die europaweite Bekämpfung von Waldbränden hat die EU die rescEU-Flotte mit 24 eigenen Löschflugzeugen und vier Hubschraubern geschaffen, die die nationale Feuerbekämpfung unterstützen. Zwei dieser Flugzeuge sind am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg stationiert.
Die RescEU-Initiative greift aber auch bei Sturzfluten, Stürmen, Erdbeben, medizinischen Krisen, Meeresverschmutzung und anderen Krisenfällen mit medizinischen Evakuierungsflugzeugen, Vorräten an medizinischen Gegenständen, Feldkrankenhäusern, Notunterkünften, Transport- und Logistikanlagen, Wasser- sowie Energieversorgungsgegenständen.
Diese Mittel werden in verschiedenen Orten in der gesamten EU gelagert. Sobald die EU von einem Mitgliedstaat aktiviert wird, leitet die EU die Hilfe über das Notfall-Koordinierungszentrum. RescEU unterstützt zudem die Mitgliedstaaten bei der Aufstockung bestehender Maßnahmen und fördert den Austausch von Wissen und Erfahrungen zwischen den nationalen Katastrophenschutzbehörden.
Nach Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine 2022 hat die EU für das attackierte Land medizinische Evakuierungsdienste für mehr als 3000 verletzte Kriegsopfer geleistet sowie mehr als 140.000 Tonnen Hilfsgüter unter anderem aus diesen Vorräten geliefert. Die Patienten wurden zur Behandlung in Krankenhäuser in 22 europäischen Ländern verlegt, unterstützt vom EU Medevac Hub in Rzeszów, Polen. Zu Beginn benötigten zudem 14,6 Millionen Ukrainer humanitäre Hilfe. Auch der Türkei wurde nach dem schweren Erdbeben 2023 mit mehr als 50.000 Todesopfern Hilfe geleistet, etwa durch Such- und Rettungsteams der EU. Außerdem stellte das Copernicus-Satellitensystem der EU Notfallkartierungsdienste für die betroffene Region zur Verfügung.
Gemeinsam wenden die EU und ihre Einzelstaaten weltweit auch die meisten Mittel für humanitäre Hilfe auf - das EU-Budget dafür lag zuletzt bei rund 2,5 Milliarden Euro. Pro Jahr unterstützt die EU damit über 120 Millionen Opfer von Kriegen, Katastrophen und Konflikten in mehr als 80 Ländern mit Zelten, Containern, Nahrungsmitteln, ärztlicher Versorgung und sauberem Wasser.
Die Bürger unterstützen diese Hilfe: Nach der neuesten Eurobarometer-Umfrage 2023 sagen 94 Prozent der EU-Bürger, dass EU-Staaten helfen sollten, wenn ein anderes EU-Land von einer Katastrophe betroffen ist, die zu groß ist, um alleine damit fertig zu werden. 9 von 10 Europäern stimmen überein, dass koordinierte EU-Maßnahmen verstärkt werden sollten, um Katastrophen und Krisen in Zukunft effektiver zu bewältigen.
Mehr Information über europäischen Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe der EU
„Gäbe es die EU nicht, wir müssten sie jetzt erfinden.“ (Österreichs Bundeskanzler a.D. Wolfgang Schüssel)
kreatik; HSS; Adobe Stock
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