Print logo
Zur Hauptnavigation springen Zum Hauptinhalt springen

Kiattisak; AdobeStock

Kandidatensuche - Kommunalwahl 2026

Auf der Suche nach den idealen Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl 2026 in Bayern? Wir geben Ihnen hier und in unseren Seminaren wertvolle Tipps, wie Sie geeignete Persönlichkeiten finden und ansprechen können – von der aktiven Identifizierung im eigenen Umfeld bis hin zur Förderung von Vielfalt auf Ihren Wahlzetteln.

Lernen Sie das Handwerkszeug für einen erfolgreichen Wahlkampf in unseren Seminaren.


Experten-Tipps

Autor: Thomas Reiner

Was sollten Kandidierende mitbringen?

  • Nahbar sein.
  • Auf Menschen zugehen und begeistern können.
  • Komplexe Sachverhalte geduldig und wiederholt nahebringen können.
  • Keine Scheu vor der Öffentlichkeit haben.
  • Führungsverantwortung übernehmen und in eine Führungsrolle gehen wollen.
  • Teamfähigkeit. Nur gemeinsam geht’s!

Was sollte Kandidatinnen und Kandidaten für die Ämter als Bürgermeister oder Landrat zusätzlich auszeichnen?

Zunächst sollten sie einmal eine Idee von der eigenen Kommune oder dem eigenen Landkreis und ihrer/seiner Zukunft haben. Kandidierende sollten daneben leistungs-, leidensfähig und lernbereit sein sowie gut gemeinten Rat auch annehmen können. Und vor allem: Authentisch sein und bleiben.

Wo finde ich die passenden Kandidatinnen und Kandidaten

Das eigene Partei-Umfeld scannen. Menschen aktiv fragen, die sich zum Beispiel im Sportverein, Trachtenverein, Elternbeirat oder anderweitig mit hohem Einsatz für eine Sache engagieren und von der Grundeinstellung zur Partei passen. Frauen verstärkt aktiv fragen.

Wer hat gute Erfolgsaussichten?

  • Wer authentisch ist, eine eigene Meinung hat, diese vertritt und dennoch gesprächs- und kompromissbereit ist.
  • Wer moderieren kann, Ortskenntnis, Sachverstand und Begeisterungsfähigkeit mitbringt. Da helfen auch die Seminare zur Kommunalpolitik und ab 2025 zur Rhetorik der HSS!
  • Wer einen guten Draht zu den Medien hat und mit einem attraktiven Auftritt in den Sozialen Medien präsent ist.
  • Der Kandidierende muss bereit sein, rauszugehen zu den Menschen. Dort, wo sie sind, ist das richtige Terrain.

Wie spreche ich die geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten an?

Gute Kandidatinnen und Kandidaten wachsen leider nicht „auf den Bäumen“. Das persönliche Gespräch mit denjenigen Persönlichkeiten, die für eine Kandidatur geeignet sind, ist zielführend. Dabei realistisch bleiben. Eine angenehme Gesprächsumgebung hilft sicherlich auch, ohne dass sich gleich Compliance-Fragen ergeben. Kandidatinnen- und Kandidatenansprache ist Chefinnen- beziehungsweise Chefsache. Und bevor die Ansprache erfolgt, sollte auch ein gewisser Hintergrundcheck nicht zu viel der Mühe sein – schlicht, um sich zu schützen. Beispielsweise muss ein Bewerber der CSU zur CSU passen.

Wie gewinne ich mehr Frauen für das Amt?

Untersuchungen haben ergeben, dass Frauen aktiv angesprochen werden wollen. Also muss man(n) sich um sie aktiv bemühen, aktiv auf „geeignete“ Frauen zugehen, sie fragen. Und, wenn es geht, auf die besonderen Bedürfnisse Rücksicht nehmen. Weniger Hinterzimmer, mehr online. Weniger Abend, mehr tagsüber. Weniger Testosteron, mehr Östrogen.

Seminar zur Förderung von Frauen in der Politik

Wie gewinne ich jüngere Menschen für das Amt?

Es sind aus meiner Sicht „Tandems“ sinnig, wenn eine erfahrene Politikerin beziehungsweise ein erfahrener Politiker einen jungen Menschen begleitet, um sie/ihn
a) mit der Materie vertraut zu machen und
b) die Furcht vor der Übernahme eines Amts oder Mandats zu nehmen.

Die Ansicht gegenüber jungen Menschen „Plakatiert Ihr jetzt erst mal, dann könnt Ihr auch Ämter haben“, war schon immer daneben und ist heute überwiegend nicht mehr gängig.

Es ist Platz zu schaffen für Ideen. Junge Menschen haben Ideen und wollen sie auch einbringen und verwirklichen. Dafür muss in einer Partei Raum sein. Und vielleicht sollten junge Menschen mit Aktivitäten betraut werden, die gerade sie am besten können (beispielsweise mit der Betreuung der Social Media Kanäle) und dafür auch Anerkennung erhalten. Auch das Engagement in einzelnen Projekten kann ein Weg sein – und dann auch die Übertragung der Projektleitung.

Wie gelingt es, ausgewogene Listen zu erstellen?

Die Listenarithmetik ist eine Wissenschaft für sich, da viele Interessen und Kriterien zu beachten und unter einen Hut zu bekommen sind. Sich das Ziel einer ausgewogenen Liste zu setzen, hilft: 

Männer, Frauen, jung, älter, mit und ohne Zuwanderungshintergrund und mit unterschiedlichen beruflichen Laufbahnen.

Und dann müssen natürlich auch noch die innerparteilichen Verhältnisse und die Erfolgsaussichten der Kandidatinnen und Kandidaten berücksichtigt werden. Eine allgemeingültige Antwort wird es nicht geben, denn die Zusammensetzung der Liste hängt immer von den Verhältnissen, den zur Verfügung stehenden Kandidatinnen und Kandidaten und der politischen Lage konkret vor Ort ab. Deswegen sind die Kommunalwahlen ja gerade so spannend und so nah an den Menschen.

Diejenigen, die Listen aufstellen, kennen ihre Gegebenheiten vor Ort am besten und müssen zusehen, welche Kandidatinnen und Kandidaten auf einer gemeinsamen Liste

  1. einzeln
  2. in ihrer Gesamtheit
  3. die größten Wahlchancen haben.

Was kann ich möglichen Kandidaten bei Angst vor Anfeindungen und Hetze anbieten?

Die HSS hat schon vor einigen Jahren ein Anti-Hass-Portal ins Leben gerufen und dieses weiterentwickelt: www.hss.de/gegen-hatespeech. Der dort hinterlegte Anti-Hatespeech-Assistent hilft in drei Klicks zur angemessenen Reaktion auf Anfeindungen über Social Media. Außerdem sind dort hilfreiche Informationen und weitere Hinweise übersichtlich zusammengestellt.

Insgesamt sollte nicht gezögert werden, solche Anfeindungen, sofern sie eine gewisse Intensität, Wiederholung und Bedrohung aufweisen, sofort den Behörden zu melden. Hierfür gibt es inzwischen einen recht niederschwelligen Weg: Bayerns Justizmister Georg Eisenreich hat ein Online-Meldeverfahren für Online-Straftaten initiiert. Straftaten oder Prüfbitten können damit online an die Bayerische Justiz gemeldet werden.

Das spezielle Portal ist erreichbar unter www.konsequent-gegen-hass.de/amts-und-mandatstragende. Weitere Informationen gibt es unter hatespeech(at)gensta-m-bayern.de.

Die allgemeine Möglichkeit zur Meldung von Anfeindungen im Netz findet sich hier: www.meldestelle-respect.de. Insbesondere für "analog" begangene Straftaten gibt es inzwischen bei allen 22 bayerischen Staatsanwaltschaften feste Ansprechpartner, an die sich Kommunalpolitiker wenden können.

Amts- und Mandatsträger werden außerdem von besonders geschulten Experten des Polizeilichen Staatsschutzes betreut. Miteingebunden sind Cybercrime-Spezialisten zur Sicherung digitaler Spuren. Bei einer konkreten Gefährdung prüft die Bayerische Polizei jeden Einzelfall sehr sorgfältig.

Was muss ich formal bei der Listenaufstellung beachten?

Die Aufstellung muss unbedingt satzungskonform erfolgen: Auf die Einladung der korrekten Delegierten, auf Einladungsform und -frist ist strikt zu achten. Auch die Vorschriften über die Aufstellungsversammlungen sind unbedingt einzuhalten. Das ergibt sich alles aus der Partei-Satzung, in dem Abschnitt zu „Aufstellungsversammlungen für öffentliche Wahlen“. Wichtig ist vor der Wahl die Prüfung der Wahlberechtigung der Delegierten, deren Identität muss zweifelsfrei feststehen und gegebenenfalls anhand des Ausweises geprüft werden. Zudem ist eine lückenlose Dokumentation der Wahl, unter anderem durch das Protokoll und die Archivierung der Anwesenheitslisten und weiteren Unterlagenwie z. B. Stimmzettel wichtig. Insgesamt sollten die einzelnen Schritte mehrfach kontrolliert und einen Vier- oder Sechsaugen-Prinzip unterzogen werden. 

Über den Autor Thomas Reiner

Thomas Reiner, Jurist, ist Bezirksgeschäftsführer und Pressesprecher der CSU München. Davor war er u.a. Geschäftsführer des Bayerischen Landes-Sportverbands sowie Leiter der Kommunikation der Hanns-Seidel-Stiftung.
Als Pressesprecher der CSU-Stadtratsfraktion und CSU München arbeitete er im engsten Wahlkampfteam der OB- und Kommunalwahlkampfkampagnen 2008 und 2014 um OB-Kandidaten Josef Schmid, jetzt MdL, mit.
2014 ist die CSU stärkste Stadtratsfraktion in München geworden und Josef Schmid zweiter Bürgermeister der Landeshauptstadt.

 

 


Kontakt

Kommunales, Umwelt, Energie
Ramona Fruhner
Leiterin
Telefon: 
Kommunales, Ehrenamt, Frauen
Karin Kamleiter
Leiterin