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© Anne Mimault

Burkina Faso

  • Dezentralisierung, Demokratisierung, Rechtsstaatlichkeit
  • Sicherheit und Kommunikation
  • Förderung der lokalen Wirtschaft

Projekt

Standort:
Ouagadougou

Leitung: 
Götz Heinicke, mit Sitz in Lomé (Togo)
Büroleitung: Evelyne Ouedraogo

Homepage:
https://westafrica.hss.de/burkina-faso/

Facebook:
https://www.facebook.com/HSF.westafrica/

Ziele:

  • Förderung der Wahrnehmung der Polizei als bürgernaher Dienstleister
  • Förderung der Kommunikationskultur zwischen Staat und Zivilgesellschaft – Fact-Checking zur Bekämpfung von Desinformation und Hatespeech
  • Förderung des gesellschaftspolitischen Engagements der Zivilgesellschaft – insbesondere Rechte von Flüchtlingen
  • Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen auf lokaler Ebene
  • Förderung der lokalen Wirtschaft

Zielgruppen:

  • Vertreter, Multiplikatoren und Entscheidungsträger der Zivilgesellschaft
  • Flüchtlinge und Asylsuchende
  • Journalisten und Journalismus-Studenten
  • Vertreter der öffentlichen Verwaltung, Beamte und Staatsbedienstete
  • Führungskräfte der Polizei
  • Studierende aus dem Umfeld der unterprivilegierten Bevölkerung

Kurzbeschreibung:

Die HSS ist derzeit die einzige deutsche politische Stiftung, die permanent mit einem Projektbüro in Burkina Faso vertreten ist. Aufgrund der Verschlechterung der Sicherheitslage, der Zunahme von Terroranschlägen und Flüchtlingsbewegungen, verbunden mit Hass-Reden, Fake-News und Desinformation, bleibt der Sahel und insbesondere auch Burkina Faso weiterhin von Bedeutung für die deutsche Außenpolitik.

Die demokratische Entwicklung im Land war zuletzt rückläufig. Im Jahr 2022 gab es zwei Staatsstreiche, die vor allem mit der Verschlechterung der Sicherheitslage und dem Verlust der Kontrolle über etwa 40% des Staatsgebietes begründet wurden. Seitdem wird das Land von einer militärischen Übergangsführung geleitet. Grund- und Menschenrechte sind eingeschränkt. Etwa 10% der Gesamtbevölkerung Burkina Fasos befinden sich zurzeit auf der Flucht. Es ist derzeit nicht absehbar, wann es wieder zu demokratischen Wahlen kommen wird – dies hängt maßgeblich von einer Verbesserung der Sicherheitslage und politischen Stabilität ab.

Die Sicherheitslage bleibt kritisch. Vor allem Abspaltungen der Terrororganisation Al-Qaida sind in dem Land aktiv. Sie sind teils in die Bevölkerung integriert. Diese rivalisieren in einigen Regionen mit Gruppierungen des Islamischen Staates. Aufgrund dieser permanenten Terror-Bedrohung genießt die Militärregierung mit ihrem Versprechen der Verbesserung der Sicherheitslage aktuell hohes Ansehen in der Bevölkerung.

Und dennoch verfügt Burkina Faso langfristig über eine sehr aktive und kritische Zivilgesellschaft und eine offene Diskussionskultur. Nicht zu Unrecht galt das Land lange als Vorbild in der Region für den Umgang mit Presse- und Meinungsfreiheit. Diese Errungenschaften der Vergangenheit sind nicht verloren und werden langfristig das Grundgerüst für den burkinischen Staat darstellen.

Sicherheit:    Förderung der Wahrnehmung der Polizei als bürgernaher Dienstleister
Die Zusammenarbeit mit der burkinischen Polizei zielt zum einen auf die Verbesserung der Sicherheitslage (Terrorismus) und zum anderen auf die Verbesserung der Beziehungen zwischen Ordnungskräften und Zivilgesellschaft ab. Der Auftrag der Polizei besteht darin, die innere Sicherheit und öffentliche Ordnung des Landes zu wahren. Dabei steht sie in kontinuierlichem Austausch mit dem Bürger, für den sie die erste Anlaufstelle in einer Gefahrensituation darstellt. De facto jedoch ist das Verhältnis zwischen der Bevölkerung Burkina Fasos und der Polizei oft von Misstrauen, Korruption und Willkür geprägt. Dies hat weitreichende Konsequenzen für die Rechtssicherheit sowie den sozialen Frieden: Der Mangel an Vertrauen in die Polizei führt zu geringer Kooperationsbereitschaft der Zivilgesellschaft. Hierdurch wird die allgemeine Arbeit der Sicherheitskräfte erheblich erschwert, insbesondere auch im Hinblick auf die Bekämpfung des Terrorismus, welcher kontinuierlich ansteigt. Im Zentrum aller Maßnahmen steht der Bürger. Zur Verbesserung der Sicherheitssituation und zur Bekämpfung des Terrorismus ist eine bessere Zusammenarbeit der Bevölkerung mit den Sicherheitskräften notwendig. Genau dies ist Gegenstand der Dialoge der Stadtpolizisten mit lokalen Autoritäten und Repräsentanten der zivilgesellschaftlichen Organisationen zu Themen der urbanen Sicherheit im Kampf gegen den Terrorismus.

Sicherheit: Förderung der Kommunikationskultur zwischen Staat und Zivilgesellschaft - Factchecking
Die Verbreitung von Fake News, Hatespeech und Propaganda in den sozialen Medien stellt eine wachsende Bedrohung in der gesamten Sahelregion dar, weil sie zu Spannungen, Misstrauen und Unsicherheit in der Bevölkerung führt. Diese Fake-News werden gezielt eingesetzt, um Missstimmungen gegen die westliche Welt und ein Klima der Angst in der Bevölkerung zu verbreiten. Die Hanns-Seidel-Stiftung in Burkina Faso arbeitet mit der journalistischen NRO FasoCheck im Bereich „Fact-Checking“ zur Bekämpfung von Desinformation und Fake-News zusammen. Es werden Maßnahmen zur Förderung einer unabhängigen Factchecking-Gemeinschaft zur Bekämpfung von Fake-News und Hatespeech umgesetzt. Die Zielgruppen unserer Seminare sind vor allem Journalisten, Studenten und Heranwachsende, aber auch die gesamte interessierte Bevölkerung der Region, die wir mittels Podcasts und Videos erreichen.

Förderung des gesellschaftspolitischen Engagements der Zivilgesellschaft
Die Schwerpunkte der Arbeit liegen auf der Stärkung der Zivilgesellschaft und der funktionalen Rahmenbedingungen für eine aktive Teilnahme der Bürger am gesellschaftlichen Geschehen. In Burkina Faso, einem Land, in dem religiöse Toleranz und friedliches Zusammenleben zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen für die gesamte Bevölkerung einen hohen Stellenwert haben, droht die Gefahr einer Untergrabung dieser Werte durch den Terrorismus. Eine besonders große Herausforderung stellt hierbei die sehr große Anzahl an Binnenflüchtlingen im Land dar. So sind 2024 ca. 10% der Gesamtbevölkerung; also zwei Millionen Menschen, auf der Flucht. Die anhaltenden Konflikte und die angespannte Sicherheitslage haben dazu geführt, dass die Binnenflüchtlinge auf dem Land ihre Häuser verlassen mussten und in anderen Regionen des Landes, vor allem in den Großstädten, Schutz suchen. Diese Situation führt zu einer fragilen Lage zwischen den Gastgemeinden und den Flüchtlingen.

Vor diesem Hintergrund werden in Zusammenarbeit mit der Nationalen Flüchtlingskommission, einer Abteilung des Außenministeriums, Sensibilisierungsmaßnahmen zur Förderung der Rechte und Pflichten von Asylsuchenden und Flüchtlingen im Hinblick auf ihre Integration und ein möglichst harmonisches Zusammenleben mit den Gastgemeinden organisiert. In Zusammenarbeit mit dem Verein „Dialogue sans Frontières“ wird ein offener Dialog zwischen Entscheidungsträgern, die verschiedene Gruppen repräsentieren, und der Zivilgesellschaft gefördert. Die in den verschiedenen Landesteilen veranstalteten öffentlichen Konferenzen des Vereins beleuchten Themen, wie den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die innere Sicherheit des Landes, aus der kulturellen Perspektive und festigen somit die gesellschaftliche Kohäsion. Sie können so innenpolitisch stabilisierend und entwicklungsfördernd wirken.

Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen auf lokaler Ebene
Die aktuell unzureichend ausgeprägten Beziehungen zwischen den Akteuren des Justizwesens untereinander und zur Bevölkerung Burkina Fasos, erfordern ein Überdenken der bisherigen Praktiken innerhalb des Justizapparates. Staatliche Strukturen sollen für den Bürger besser funktionieren und erreichbar sein. In diesem Sinne unterstützt die HSS ihre Partner darin, die Arbeit der Behörden und Beamten zu verbessern. In Zusammenarbeit mit dem Justizministerium werden im Bereich Strafvollzug beispielsweise Fortbildungsmaßnahmen organisiert, die für mehr Transparenz bei der Behandlung von Strafangelegenheiten sorgen, die Achtung der Menschenrechte stärker in den Fokus rücken sowie die Eindämmung der Korruption zum Ziel haben. Die HSS unterstützt zudem die Weiterbildung der Justizbeamten zur Unterstützung der angestrebten Modernisierung in der Justizverwaltung.

Förderung der lokalen Wirtschaft
m Rahmen eines lokalen Stipendienprogramms fördert die HSS fachlich begabte und gesellschaftlich engagierte junge Menschen auf dem Weg zu ihrer akademischen Qualifikation für künftige Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft finanziell und ideell.

  • Ministère de l'Administration Territoriale, de la Décentralisation et de la Sécurité- Ministerium für Territorialverwaltung, Dezentralisierung und Sicherheit für die Massnahmen mit der Stadtpolizei
  • FASOCHECK
  • Commission Nationale pour les Réfugiés (CONAREF) - Nationale Flüchtlingskommission
  • Association « Dialogue Sans Frontières » - Verein « Dialog ohne Grenzen »
  • Ministère de la Justice et des Droits Humains, chargé des Relations avec les Institutions, Garde des Sceaux- Ministerium für Justiz und Menschenrechte

Kontakt

Ansprechpartner in Burkina Faso

Burkina Faso
Götz Heinicke
Projektleitung
Hanns Seidel Foundation
Quartier Ouaga 2000. Secteur 52
06 BP 9539
Ouagadougou
Burkina Faso
Telefon: +226 25 37 46 91
E-Mail: burkina@hss.de
Website: https://westafrica.hss.de/burkina-faso/

Ansprechpartner in Deutschland

Afrika südlich der Sahara
Sina Wieser
Leiterin
Telefon: 
Afrika südlich der Sahara
Elena Hofer
Projektkoordinatorin
Telefon: 

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