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master2; iStock; HSS

Region: Ostafrika

Investitionswürdigkeit, Sicherheit und Stabilität in einer veränderten geopolitischen Ordnung

Die Hanns-Seidel-Stiftung arbeitet seit 1987 in Kenia und steuert von Nairobi aus ihr Regionalprogramm für Ostafrika. Die Region steht im Zentrum eines neuen geoökonomischen Wettbewerbs: um Rohstoffe, Lieferketten, Kapital und Informationsräume. Ob Investitionen tragen, Partnerschaften halten und Institutionen belastbar sind, entscheidet sich an der Qualität der Regierungsführung. Genau dort setzt die Stiftung an und arbeitet als Denkfabrik und Werkstatt zugleich. Wir analysieren, was die Region bewegt. Wir bringen Entscheidungsträger aus Ostafrika und Europa an einen Tisch. Und wir erproben Lösungen im Kleinen, bevor sie im Großen umgesetzt werden. 
Von Nairobi aus greifen wir Themen auf, die Kenia und die gesamte Region bewegen – von der Ostafrikanischen Gemeinschaft bis zum Horn von Afrika. 

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Unsere Arbeit in Ostafrika

Ziele:

  • Wir tragen zu Investitionswürdigkeit, Sicherheit und Stabilität in Ostafrika bei, zum Nutzen der Region und ihrer Partner
  • Wir liefern belastbare Lagebilder zu den entscheidenden Governance-Fragen der Region
  • Wir schaffen Dialogräume zwischen Entscheidungsträgern in Ostafrika, Deutschland und Europa
  • Wir erproben strukturpolitische Lösungen in Pilotvorhaben und werten sie transparent aus

Zielgruppen:

Wir arbeiten mit denen, die Verantwortung tragen:

  • Politische Entscheidungsträger auf nationaler und subnationaler Ebene in Ostafrika
  • Reformorientierte Akteure in Justiz, Parlamenten, Ministerien und Zentralbanken
  • Wirtschaftsverbände, Privatsektor und Vertretungen kleiner und mittlerer Unternehmen
  • Analytische und mediale Institutionen mit Reichweite und Glaubwürdigkeit
  • Fachpolitik, Wirtschaft und Wissenschaft in Deutschland und Europa

Kurzbeschreibung:

Die internationale Zusammenarbeit hat sich verändert. Wirtschaftliche Verflechtung wird als Machtinstrument eingesetzt, Kapital löst die klassische Geberlogik ab, und die Staaten Ostafrikas verhandeln ihre Position zwischen konkurrierenden Mächten. Zugleich verengt eine chronische Fiskalnot ihre Spielräume: In Kenia bindet der Schuldendienst rund zwei Drittel der ordentlichen Staatseinnahmen. Wie ein Land regiert wird, entscheidet heute über Investitionen, Partnerschaften und Stabilität. Das ist unser Arbeitsfeld. Regierungsführung wird damit zur Standortfrage. Genau hier arbeiten wir.

Als politische Stiftung aus Bayern orientieren wir uns an christlich-sozialen Werten und setzen auf soziale Marktwirtschaft, Rechtsstaatlichkeit, Subsidiarität und einen starken Mittelstand. Bayern selbst hat den Weg vom Agrarland zum Hochtechnologiestandort in wenigen Generationen vollzogen. Diese Erfahrung, dass Wohlstand aus verlässlichen Regeln, guter Bildung und unternehmerischer Freiheit wächst, bringen wir in die Zusammenarbeit mit unseren ostafrikanischen Partnern ein.

In unserem Regionalprogramm arbeiten wir in drei Schritten: wir analysieren Entwicklungen, wir erarbeiten Lösungen im Dialog und erproben diese in der Praxis. Gemeinsam mit ostafrikanischen und deutschen Partnern analysiert die Stiftung politische und wirtschaftliche Entwicklungen, ordnet sie strategisch ein und bereitet Erkenntnisse verständlich für unterschiedliche Zielgruppen auf (Analyse und Einordnung). Sie schafft strukturierte Austauschräume, darunter einen Deutsch-Ostafrikanischen Rohstoffdialog und einen Nord-Süd-Dialog zur KI-Governance (Austausch). Und sie erprobt strukturpolitische Lösungen in kleinen, transparent ausgewerteten Pilotvorhaben (Pilotierung). 

Drei Prinzipien leiten uns: 

  • Wissen: Wir erstellen fortlaufende Lagebilder, Policy-Papiere und eine englischsprachige Informationsreihe, erarbeitet in deutsch-ostafrikanischer Ko-Produktion
  • Austausch: Wir organisieren Briefing- und Dialogformate für Entscheidungsträger beider Regionen und ergänzen sie um politische Bildungsarbeit auf lokaler Ebene, denn Verantwortung wächst von unten
  • Pilotierung: Wir testen Lösungen in kleinen, kontrollierten Pilotvorhaben und werten sie transparent aus

Pilotieren heißt bei uns: Wir denken voraus, packen an und lernen dabei. 

KI im Gerichtssaal? Bevor Künstliche Intelligenz breit in der Justiz ankommt, testen wir mit unseren Partnern im kleinen Rahmen, was sie leistet und wo ihre Grenzen sind. Erst dann fällt die Entscheidung über die weitere Anwendung.

Finanzierung für kleine Unternehmen? Wir erproben neue Wege, wie kleine und mittlere Unternehmen im Bereich E-Mobilität leichter an Kredit und Absicherung kommen, und analysieren, was Hürden wirklich senkt. Was sich bewährt, empfehlen wir zur Ausweitung.

Sicherheitsinstitutionen unter wirksamer Aufsicht? Neue Werkzeuge parlamentarischer Kontrolle testen wir erst in einem Ausschuss, bevor sie verbreitet werden.

Klimaanpassung, die sich rechnet? Wir erproben Ansätze, die Widerstandsfähigkeit gegen Dürren und Fluten mit wirtschaftlichem Nutzen verbinden, und werten offen aus, was trägt.

Jedes Pilotvorhaben hat klare Erfolgskriterien und wird offen ausgewertet. Was im Kleinen funktioniert, wird in größerem Rahmen umgesetzt. Was scheitert, wird dokumentiert und analysiert, denn aus diesen Erkenntnissen lernen wir dazu.

Ansprechpartner in Kenia

Kenia
Uta Staschewski
Projektleitung Kenia
Hanns Seidel Foundation
The Pavilion, Mwanzi Road, off Lower Kabete Road
P.O. Box 39777-00623
Nairobi
Kenia
Telefon: +254 20 23 78 475 / 79 | +254 72 42 55 800
E-Mail: SEIBERLING@hss.de
Website: https://kenya.hss.de/

Ansprechpartner in Deutschland

Afrika südlich der Sahara
Sina Wieser
Leiterin
Telefon: 
Afrika südlich der Sahara
Miriam Lobenhofer
Projektkoordinatorin
Afrika südlich der Sahara
Birgit Burkhardt
Projektkoordinatorin

FAQ

Die Stiftung ist in Ostafrika in sechs Themenfeldern aktiv. Diese greifen zentrale Herausforderungen der Region auf – von politischer Steuerung und wirtschaftlicher Entwicklung bis hin zum Umgang mit Ressourcen und neuen Technologien:

1. Informationsraum und digitale Governance

Der ostafrikanische, vor allem swahilisprachige Informationsraum ist umkämpft und schwach moderiert. KI-generierte Inhalte und koordinierte Kampagnen verzerren die öffentliche Willensbildung, während die Regulierung von Künstlicher Intelligenz erst entsteht. Die Stiftung verdichtet vorhandene Daten ihrer Partner zu entscheidungsrelevanten Fragen: Wer nimmt von außen Einfluss auf den Informationsraum der Region, und was folgt daraus? Sie begleitet zudem die KI-Gesetzgebung und den Aufbau digitaler Kompetenz in Institutionen, von der Justiz bis zur Verwaltung. Eine freie, faktenbasierte Öffentlichkeit ist die Grundlage jeder stabilen Ordnung.

2. Investitionswürdigkeit und Schuldentragfähigkeit

Hohe Schuldendienste, teurer Kredit und eine große Finanzierungslücke für kleine und mittlere Unternehmen verengen die wirtschaftlichen Spielräume der Region. Wer investieren will, braucht Institutionen, denen er vertrauen kann. Wir unterstützen dabei die parlamentarische Haushaltskontrolle und fiskalische Transparenz, analysieren Verdrängungseffekte und prüfen die Governance bestehender Garantie- und Finanzierungsansätze. Solide Staatsfinanzen sind keine Sparpolitik um ihrer selbst willen, sie sind die Voraussetzung wirtschaftlicher Freiheit.

3. Lieferketten und Wertschöpfung

Ostafrika will mehr sein als Lieferant unverarbeiteter Rohstoffe. Ob die Region von der Neuordnung globaler Lieferketten profitiert, entscheiden lokale Weiterverarbeitung, regionale Handelskorridore und die Exportreife kleiner Unternehmen. Wir begleiten den Dialog über regionale Zusammenarbeit und Wertschöpfung und bringen die Erfahrung der sozialen Marktwirtschaft ein: fairer Wettbewerb, verlässliche Regeln und ein Mittelstand, der Wohlstand in der Fläche schafft.

4. Sicherheitssektor-Governance

In Teilen der Region ist das Vertrauen zwischen Bevölkerung und Sicherheitskräften tief gestört und Rechenschaft von Regierungsverantwortlichen bleibt die Ausnahme. Wir setzen am wirksamsten Hebel an: der parlamentarischen und institutionellen Kontrolle von Sicherheitsinstitutionen. Und wir übersetzen die sicherheitspolitische Lage der Region in klare Einschätzungen für Entscheidungsträger in Ostafrika und Europa. Ein rechtsstaatlich gebundener Sicherheitssektor ist das Fundament, auf dem Handel, Investitionen und Bürgervertrauen ruhen.

5. Governance kritischer Rohstoffe

Die kritischen Rohstoffe der Region, von Seltenen Erden in Kenia bis zu Graphit in Tansania, sind Gegenstand offenen geopolitischen Wettbewerbs. Ob dieser Reichtum vor Ort Wertschöpfung schafft, entscheiden transparente Verträge, die Beteiligung der betroffenen Gemeinden, Umwelt- und Sozialstandards und eine funktionierende Aufsicht. Wir analysieren die Governance geschlossener und weit fortgeschrittener Rohstoffvereinbarungen. Im Deutsch-Ostafrikanischen Rohstoffdialog bringen wir Bergbau- und Reformakteure der Region mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Aufsicht aus Europa an einen Tisch. 

6. Klimatransformation und -anpassung

Wiederkehrende Dürren und Fluten belasten Verwaltung und Versorgung, während Klimafinanzierung überwiegend auf Kredit läuft und die Schuldenlast erhöht. Kohlenstoffmärkte werfen ungelöste Fragen zu Landrechten, Beteiligung und Integrität auf. Wir prüfen die Integrität von Klimainstrumenten an der Schnittstelle zur Regierungsführung: faire Nutzenverteilung, belastbare Regulierung, institutionelle Kontrolle. 

Stand: Oktober 2026

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