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HSS Tansania

Tansania

  • Frauenförderung
  • Gute Regierungsführung und Bürgerbeteiligung
  • Förderung einer bürgernahen Polizeiarbeit

Projekt

Standort:
Dar es Salaam

Leitung: 
Karl-Peter Schönfisch, Auslandsmitarbeiter

Homepage:
tanzania.hss.de

Ziele:

  • Förderung der Teilhabe von Frauen und Entscheidungsträgerinnen an politischen Prozessen
  • Förderung demokratischer Prozesse auf kommunaler Ebene
  • Förderung der bürgernahen Polizeiarbeit

Zielgruppen:

  • Parlamentarierinnen und weitere politische Entscheidungsträgerinnen sowie politisch interessierte Frauen
  • Multiplikatoren der Zivilgesellschaft
  • Politische und zivile Entscheidungsträger auf kommunaler, regionaler und nationaler Ebene
  • Polizisten sowie Organisationen, die in ihrer Arbeit Berührungspunkte mit der Polizei haben

Kurzbeschreibung:

Das Regionalprojekt Ostafrika umfasst die vier Länder Tansania, Kenia, Uganda und Äthiopien, wobei Aktivitäten in Uganda von Tansania aus mitbetreut werden. Alle Länder der Region weisen Mängel in ihrer Rechtsstaatlichkeit und der Partizipation von Bürgern auf. Oberstes Ziel ist daher, einen Beitrag zur Förderung von Demokratie und guter Regierungsführung sowie zur Stärkung der Zivilgesellschaft in Ostafrika zu leisten, sodass sich die Bürger stärker an demokratischen Prozessen beteiligen.

Bereits seit dem Jahr 2000 verzeichnet Tansania ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 5 bis 8 Prozent und liegt damit über dem globalen Durchschnitt. Die positive wirtschaftliche Entwicklung des Landes ist aber bezogen auf die Gesamtgesellschaft nicht als inklusiv zu bezeichnen und hat auch keine substantielle Veränderung der absoluten Armutsrate bewirkt. Letzteres betrifft vor allem den ländlichen Raum, in dem 80 Prozent der Bevölkerung des Landes leben. Tansanias Regierungsform ist nach wie vor von hybriden Strukturen geprägt, die weder als demokratisch, noch als autoritär eingestuft werden können. Es gibt Mängel in der Regierungsführung, die vor allem in ruralen Räumen festzustellen sind. Daneben sehen sich in dem noch stark patriarchalisch ausgerichteten Gesellschaftssystem Frauen in ihren Partizipationsmöglichkeiten stark eingeschränkt und der Sicherheitsapparat dient oft der Beschränkung demokratischer Spielräume.

An diesen Problematiken setzen die Programmschwerpunkte der HSS in Tansania an.

Im Bereich Frauenförderung setzt sich die HSS in Tansania für die Weiterbildung von Frauen bei der Wahrnehmung politischer Führungsaufgaben ein. Frauen sind bislang sowohl in politischen Führungspositionen als auch in Entscheidungsgremien von der Gemeindeebene bis zur nationalen Ebene kaum vertreten und können ihre verfassungsgemäßen Möglichkeiten zur politischen Gestaltung nur unzureichend nutzen.
Ein Hauptziel dieser Projektkomponente der HSS ist daher, Frauen mit Engagement und Potenzial durch Weiterbildung zu stärken und dazu zu motivieren, sich als Wahlkandidatinnen zur Verfügung zu stellen.
Aber auch die bereits gewählten Vertreterinnen auf nationaler und Distriktebene müssen durch Weiterbildung gefördert werden, um ihre Funktionen noch kompetenter wahrzunehmen, um somit effizienter und langfristiger partizipieren zu können.
Auch ist die Förderung relevanter rechtlicher Rahmenbedingungen ein Schwerpunkt innerhalb dieser Projektkomponente. In Bezug auf die Entwicklungsagenda 2030 zielt diese Projektarbeit auf das „Nachhaltige Entwicklungsziel“ (Sustainable Development Goal, SDG) der Vereinten Nationen ab, das zur Erreichung der Geschlechtergleichstellung aufruft und alle Frauen und Mädchen zu mehr Selbstbestimmung befähigen soll. Als wichtiges SDG-Unterziel verfolgt die Projektförderung dabei in diesem Segment auch die Sicherstellung der vollen und effektiven Teilhabe und gleicher Führungschancen von Frauen auf allen Entscheidungsebenen im wirtschaftlichen, öffentlichen und auch im politischen Leben.

Daneben werden in Tansania demokratische Prozesse auf kommunaler und lokaler Ebene gefördert. Ein Ziel ist hierbei, die Verwendung öffentlicher Mittel – Korruption ist im Land weit verbreitet - nachzuverfolgen und so Transparenz und Rechenschaft der öffentlichen Verwaltung einfordern zu können. Die verantwortlichen Amtsträger werden in den Prozess mit eingebunden, so dass der Dialog zwischen Staat, gewählten Vertreter und Zivilgesellschaft gestärkt wird. Im stark hierarchisch geprägten Tansania bestehen auf lokalen Verwaltungsebenen kaum Möglichkeiten, die eventuell eine stärkere Bürgerbeteiligung an lokalen Entwicklungsprozessen zulassen. Dabei kann analog der Erfahrungen aus der kommunalen Selbstverwaltung in Deutschland die Wirkung von mehr partizipativer und dezentralisierter Entscheidung in einer stark hierarchischen Gesellschaftsordnung wie der tansanischen ein zentrales Mittel sein, die tiefen gesellschaftspolitischen und nicht zuletzt wirtschaftlichen Defizite zu bewältigen. Dies erfordert in gleicher Weise die Verbesserung der Regierungs- und Verwaltungskompetenz auf lokaler Ebene als auch die Förderung des Vertrauens, der Kenntnisse, der Transparenz und der Beteiligung der Lokalbevölkerung. Auch hier entspricht die Projektarbeit dem nachhaltigen Entwicklungsziel (SDG), mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht zu erwirken und Entscheidungsfindungen auf allen Ebenen bedarfsorientiert, inklusiv, partizipatorisch und repräsentativ zu gestalten.

Zusätzlich fördert die HSS die Reformbemühungen der tansanischen Polizei (TPF) zu mehr Bürgernähe. Bislang präsentierte sich die Polizei oft als ein Instrument v.a. der Regierung, um oppositionelle Strömungen, Versammlungen und andere demokratische Freiheiten z. T. mit massiver Gewalt zu unterdrücken. Die Polizei zeigt sich reformbereit und möchte sich dabei an den Konzepten einer „bürgernahen Polizeiarbeit“ orientieren. Die durch die HSS geförderten Workshops und Schulungen führen Vertreter der Polizei, der Regierung und der Zivilgesellschaft zusammen und sollen zur Stärkung des Vertrauens zwischen Polizei und Zivilgesellschaft beitragen. Weitere Ziele sind die Verbesserung des Images der Polizei in Verbindung mit der qualitativen Steigerung der polizeilichen Ausbildung. Die Arbeit der HSS im Sicherheitssektor korrespondiert unter besonderer Berücksichtigung des Menschenrechtsschutzes mit dem Ziel der Entwicklungsagenda 2030 (SDGs), friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz inklusive der Polizei zu ermöglichen und rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufzubauen.

  • Civic Education Teachers’ Association (CETA)
  • Integrity Watch (IW)
  • Tanzania Police Force (TPF)
  • Tanzania Women Parliamentary Group (TWPG)
  • TrueMaisha
  • Unleashed Africa

Kontakt

Ansprechpartner in Tansania

Projektleitung Karl-Peter Schönfisch
Tansania
Projektleitung:  Karl-Peter Schönfisch
Anschrift
Hanns Seidel Foundation
Chato Str. 154
Regent Estate
PO Box 14 66
Dar es Salaam
Telefon: +255 22 27 00 643
Fax: +255 22 27 00 648
E-Mail: tansania@hss.de
Website: www.hss.de/tanzania

Ansprechpartner in Deutschland

Leiter Klaus Liepert
Afrika südlich der Sahara
Leiter:  Klaus Liepert
Telefon: 089 1258-366
Fax: 089 1258-359
E-Mail: liepert@hss.de
Afrika südlich der Sahara
Projektkoordinatorin:  Jeanette Huber
Togo, Benin, Niger, Tansania und Uganda
Telefon: 089/1258-278
E-Mail: huber-J@hss.de

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