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HSS Uganda

Uganda

  • Intensivierung des politischen Dialogs zwischen politischen Mandatsträgern und Medienvertretern
  • Implementierung der politischen Bildung als Grundschulfach

Projekt

Standort:
Dar es Salaam (Tansania)

Leitung: 
Karl-Peter Schönfisch, mit Sitz in Dar es Salaam (Tansania)

Homepage:
https://tanzania.hss.de/

Ziele:

  • Stärkung des Demokratieverständnisses in Politik und Zivilgesellschaft durch den Dialog zwischen politischen Mandatsträgern und Medienvertretern
  • Förderung des Wissens über Möglichkeiten der politischen Partizipation in der Zivilgesellschaft
  • Implementierung der politischen Bildung als Schulfach
  • Entwicklung eines Curriculums und Erhöhung der Lehrbefähigung von Pädagogen

Zielgruppen:

  • Parlamentarier, kommunale und lokale Mandatsträger
  • Journalisten und andere Medienvertreter, Vertreter der Zivilgesellschaft
  • Ministerialbeamte, Lehrer und Schüler

Kurzbeschreibung:

Die Aktivitäten in Uganda sind Teil des Regionalprojektes Ostafrika, das des Weiteren die Länder Tansania, Kenia, und Äthiopien umfasst. Die Projektarbeit in Uganda wird von Tansania aus koordiniert. Alle Länder der Region weisen Mängel in ihrer Rechtsstaatlichkeit und der Partizipation von Bürgern auf. Oberstes Ziel ist daher, einen Beitrag zur Förderung von Demokratie und guter Regierungsführung sowie zur Stärkung der Zivilgesellschaft in Ostafrika zu leisten, so dass sich die Bürger stärker an demokratischen Prozessen beteiligen können.

Präsident Yoweri Museveni regiert Uganda ununterbrochen seit 1986. Obwohl sich das Land seit den 90-er Jahren nach Außen als Mehrparteiendemokratie darstellt, ist es in Wirklichkeit ein hybrides Regierungssystem, in dem die autokratischen Elemente die demokratische Entwicklung immer mehr dominieren. Exemplarisch ist hierfür eine Reihe von Vorfällen in den vergangenen Jahren, die für Einschüchterung, Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen regierungskritischer beziehungsweise oppositioneller Parteien und Personen sowie Institutionen der Zivilgesellschaft stehen. Bei „Civicus“, einer Forschungseinrichtung zur Erfassung und Bewertung länderspezifischer bürgerlicher Freiheiten, gilt Uganda in Bezug auf „civic space“-Freiheiten der Bürger vor allem aufgrund des oft unverhältnismäßig harten Vorgehens der Polizei bei Protesten als auch gegen einzelne Regierungskritiker, der Einschränkungen in Hinsicht auf Versammlungsfreiheit sowie der freien Meinungsäußerung und der Restriktionen in privaten und öffentlichen Medienbereichen auch weiterhin als unterdrückt.

Auch der „Human Development Index”(HDI) reiht Uganda in jene Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder auf der Welt ein. Im Hinblick auf die strukturellen Erfordernisse des Landes und seiner Bevölkerung kommt auch dem ugandischen Bildungssektor eine erhöhte Bedeutung zu. Dieser Sektor ist in vielen Bereichen defizitär und reformbedürftig, dabei aber gleichzeitig immer wichtiger für die Verbesserung vieler Lebensbereiche in Uganda.

Die Projektaktivitäten der HSS in Uganda sind auf diese Bereiche fokussiert. 

Bei den Dialogmaßnahmen zwischen Politikern, Journalisten und anderen Medienvertretern ist das Ziel, durch Vermittlung von politischer Bildung kritisches Denken in der Bevölkerung anzuregen und sie zu einer aktiveren Teilnahme an Entscheidungsprozessen zu ermutigen. Einen anderen Präsidenten als Museveni hat der Großteil der Menschen in Uganda noch nie erfahren. Von daher sind Bedeutung und Vorteile eines Mehrparteiensystems und von demokratischen Prozessen vielen Menschen in Uganda noch immer fremd.
Die Projektmaßnahmen richten sich auf diese Wissensdefizite in der Bevölkerung und wenden sich insbesondere an gesellschaftliche Multiplikatoren im ländlichen Raum, da hier nur wenige Sensibilisierungsmaßnahmen stattfanden. Speziell ausgewählte Zielgruppen sind Medienvertreter, da durch sie besonders viele Menschen erreicht werden können. Auch bleibt es wichtig, Mandatsträger entsprechend zu schulen, da sie durch ihre Funktion für die Einhaltung demokratischer Prinzipien verantwortlich sind. Die Projektarbeit in diesem Segment korrespondiert mit der Entwicklungsagenda 2030, welche als nachhaltiges Entwicklungsziel Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen einfordert. Es verfolgt die Förderung friedlicher und inklusiver Gesellschaften, allen Menschen Zugang zum Recht zu ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen nachhaltig aufzubauen.

Des Weiteren sind Lehrer und Schüler eine wichtige Zielgruppe, die gesellschaftliche Veränderungen anstoßen können. Gerade aufgrund des jüngeren Alters sind Schüler meist wesentlich offener, Wissen aufzunehmen und neue Denk- und Verhaltensmuster anzunehmen als Erwachsene. Auch hatten die meisten Schüler aufgrund der Langzeitherrschaft von Museveni nie die Möglichkeit, demokratische Prinzipien in praktischer Umsetzung zu kennen bzw. zu sehen, geschweige denn in der Schule Grundsätze politischer Bildung zu erlernen, da derzeit kein solches Fach im Curriculum existiert. So setzen die Aktivitäten der HSS in Uganda in diesem Bereich an. Dabei stehen die Entwicklung und die Einbringung eines Curriculums zur Politischen Bildung an ugandischen Schulen im Mittelpunkt der Aktivitäten. Nur durch ein Grundverständnis demokratischer Werte kann sichergestellt werden, dass gesellschaftliche Veränderungsprozesse nachhaltig und partizipativ gestaltet werden, was angesichts einer Vielzahl von lokalen Konflikten in Uganda auch weiterhin dringend von Nöten ist. Auch dieser Ansatz korrespondiert mit dem Entwicklungsziel der Agenda 2030, das Bildung für alle einfordert, wobei vor allem eine inklusive, gerechte und hochwertige frühkindliche Bildung nachhaltig gewährleistet sein soll.

  • National Catholic Commission for Peace and Justice
  • Ministry for National Guidance

Kontakt

Ansprechpartner in Uganda

Projektleitung Karl-Peter Schönfisch
Tansania
Projektleitung:  Karl-Peter Schönfisch
Anschrift
Hanns Seidel Foundation
Chato Str. 154
Regent Estate
PO Box 14 66
Dar es Salaam
Telefon: +255 22 27 00 643
Fax: +255 22 27 00 648
E-Mail: tansania@hss.de
Website: www.hss.de/tanzania

Ansprechpartner in Deutschland

Leiter Klaus Liepert
Afrika südlich der Sahara
Leiter:  Klaus Liepert
Telefon: 089 1258-366
Fax: 089 1258-359
E-Mail: liepert@hss.de