Münchner Sicherheitskonferenz 2026
Zeitenwende unter Druck
„Macht, Politik und die Zeitenwende in den internationalen Beziehungen“ lautet das Thema der Podiumsdiskussion, zu der die Deutsch Atlantische Gesellschaft, die Versicherungskammer Bayern und die Hanns-Seidel-Stiftung im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz einladen.
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Die nationale und internationale Lage haben sich dramatisch geändert. Es herrscht Krieg in Europa. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine verdeutlicht, dass die europäische Friedensordnung zerfällt und sich die Hoffnung auf eine friedliche Integration Russlands in die europäische Staatengemeinschaft auf absehbare Zeit nicht erfüllt. Mit China zeigt eine weitere Großmacht seine Muskeln. Und die USA unter der Trump-Administration beschleunigen die Erosion der regelbasierten globalen Ordnung, indem sie aus multilateralen Vereinbarungen aussteigen und auf unilaterale Interessenpolitik setzen.
Deutschland muss auf die Zeitenwende in der internationalen Politik reagieren. Mit einer neuen Schwerpunktsetzung auf Sicherheit, Wirtschaft und Wohlstand passt sich Deutschland den veränderten internationalen Rahmenbedingungen an, wenn führende Großmächte sich von kooperativem Multilateralismus und globaler Verantwortungspolitik abwenden. Heute dominieren Ressourcenkonkurrenz, geopolitische Konfrontation, nationale Interessen und geoökonomische Konkurrenz.
Das Aufheben der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben unter dem neuen Bundeskanzler Friedrich Merz war ein notwendiger Schritt, um die Wehrhaftigkeit Deutschlands zu erhöhen. Im 500-Milliarden-Paket der nächsten Jahre werden auch Mittel für die zivile Verteidigung bereitgestellt. Die EU bewegt sich in die gleiche Richtung. Mit dem Europäischen Verteidigungsfonds und Programmen wie SAFE und ASAP investiert Europa in die eigene Verteidigung und baut einen europäischen Rüstungssektor auf, der zu mehr Synergien führen und die Effizienz der bislang national zersplitterten Beschaffungsprogramme erhöhen wird.
Europa im Umbruch
Vieles ist auf den Weg gekommen. Doch noch vieles mehr muss passieren, damit sorgenvolle Krisenszenarien nicht bittere Realität werden. Die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Abhängigkeiten sind groß. Europa muss geopolitisch erwachsen werden und dazu in der Lage sein, seine eigenen Interessen zu vertreten.
Die internationale Ordnung ist im Umbruch. An die Stelle von Freihandel tritt Protektionismus, an die Stelle von multilateraler Kooperation unilaterale Interessenpolitik, an die Stelle von internationalem Recht Hard Power und Macht. Amerika überzieht die Welt mit Zöllen, Russland überfällt seine Nachbarn, China erpresst Handelspartner mit Exportverboten für wichtige Rohstoffe. Vier Jahre nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs stehen Deutschland und Europa vor schicksalshaften Jahren, die über Frieden und Wohlstand in Europa entscheiden werden.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Deutschland und Europa auf diese tiefgreifenden Veränderungen reagieren müssen und welche strategischen Optionen ihnen offenstehen.
„Macht, Politik und die Zeitenwende in den internationalen Beziehungen“ lautet das Thema der Podiumsdiskussion am 10. Februar 2026, 16 Uhr, in der Versicherungskammer Bayern, zu der die Deutsch Atlantische Gesellschaft, die Versicherungskammer Bayern und die Hanns-Seidel-Stiftung einen ausgewählten Expertenkreis einladen. Exzellente Kenner der internationalen Politik, hochrangige Militärs, erfahrene Politiker und strategisch denkende Wirtschaftsbosse analysieren die aktuelle Lage und entwerfen Szenarien der Zukunft.
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