Debora Tydecks-Zhou leitet das Büro der Hanns-Seidel-Stiftung in Peking. Das Büro in Peking besteht seit 1993, doch die HSS ist bereits seit 1980 in China aktiv. Der Hauptschwerpunkt der Arbeit in Peking ist der akademische Austausch zwischen Juraprofessorinnen und -professoren in Peking und Deutschland zu strafrechtlichen und verfassungsrechtlichen Themen. Außerdem unterstützt die HSS Fortbildungen zu den Themen Frauenförderung, Alterung der Gesellschaft und den allgemeinen (politischen) Austausch zwischen China und Deutschland.
Reihe „Unsere starken Frauen im Ausland“
Brückenbauerin zwischen zwei Welten
Debora Tydecks-Zhou, Büroleiterin der HSS in Peking
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1. Warum haben Sie sich für China als HSS-Projektland entschieden?
Ich bin seit über 25 Jahren mit Asien verbunden und China spielte auch in meinem Studium der Südostasienwissenschaften mit seinen historischen Einflüssen immer eine Rolle. Vor meiner Tätigkeit in Peking habe ich in der Zentrale der HSS in München das Referat Nordost- und Zentralasien geleitet und unsere Arbeit in China aus der Ferne kennengelernt. Mein Mann ist gebürtiger Chinese, weshalb die Entscheidung für China zwar sehr spontan, aber für uns als Familie eine tolle Gelegenheit war, auch die Lebens- und Alltagswelt hier kennenzulernen.
Debora Tydecks-Zhou mit ihrem Team im Pekinger Büro der HSS
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2. Ist es schwierig, sich in einer männerdominierten Welt durchzusetzen?
In meiner Laufbahn hatte ich bisher weder in Deutschland noch hier vor Ort das Gefühl, mich „durchsetzen“ zu müssen. Ich hatte das Glück, Vorgesetzte zu haben, die mich als Person gesehen und gefördert haben. Auch bei meinen Projektpartnern wird Kompetenz und das Auftreten allgemein anerkannt und weniger das Geschlecht.
Eine Gruppe von HSS-Altstipendiaten vor einem chinesischen Tempel
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3. Was konnten Sie schon erreichen?
Seit gut eineinhalb Jahren lebe ich nun in Peking, habe ein wenig Chinesisch gelernt und gemeinsam mit meinem Team und den Partnern einen Weg gefunden, in der aktuell herausfordernden und komplexen Weltsituation Themen gesellschaftspolitischer Relevanz für beide Länder zu bearbeiten. Mitte Oktober haben wir ein EU-gefördertes Projekt zu einem Think Tank Austausch zwischen der EU und China zu Klima- und Umweltthemen gestartet. Wir sind somit in der Lage, auch hier in direktem Bezug zu Entscheidungsträgern sowohl in der EU als auch in China Impulse für das weltweit wichtige Thema der Anpassung an den Klimawandel aus Sicht der Wissenschaft zu geben.
Mein Tipp: Sich Netzwerke schaffen und sich mit Frauen in ähnlichen Situationen austauschen, ist immer bereichernd und gibt Impulse für eine persönliche Weiterentwicklung. Außerdem empfinde ich das Arbeiten in gemischten Teams und mit einer kooperativen Grundhaltung wichtig und als bereichernd.
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