CSU-Delegation besucht Israel
Erinnern, begegnen, handeln
Eine hochrangige CSU-Delegation aus Bayern besuchte neben der Israelischen Nationalbibliothek auch die Knesset und die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.
© HSS
Israel und Bayern verbindet eine tiefe historische Verantwortung und eine enge Partnerschaft – beides stand im Mittelpunkt eines Delegationsbesuchs der CSU in Israel. In einer Zeit wachsender Bedrohung für jüdisches Leben setzten der CSU-Fraktionsvorsitzende Klaus Holetschek, MdL, und der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Dr. Ludwig Spaenle, ein klares Zeichen: Erinnerungskultur und Zusammenarbeit sind unverzichtbare Säulen für Frieden und Verständigung.
Von bewegenden Gedenkzeremonien in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem bis zu politischen Gesprächen in der Knesset – die Delegation vertiefte die bayerisch-israelische Zusammenarbeit und bekräftigte Bayerns Unterstützung für den Schutz jüdischen Lebens sowie den Kampf gegen Antisemitismus. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem, die nicht nur das Kulturerbe bewahrt, sondern auch die Aufarbeitung der Hamas-Terrorangriffe vom 7. Oktober 2023 maßgeblich vorantreibt.
Mit der Israelischen Nationalbibliothek (Bild) kooperiert die HSS im kulturellen Bereich.
© CSU-Fraktion
Geschichte lebendig machen
Die Israelische Nationalbibliothek ist die größte Bibliothek Israels und beherbergt bedeutende kulturhistorische Archive zum deutsch-jüdischen Erbe. Seit 2024 kooperiert sie mit der HSS u.a. im Bereich der jüdisch-arabischen Verständigung. Nach den Terrorangriffen der Hamas am 7. Oktober 2023 wurde ihr die besondere Aufgabe übertragen, diese Verbrechen sowie ihre weltweiten Auswirkungen systematisch zu dokumentieren.
Der CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek, MdL, zeigte sich nach dem Besuch der Nationalbibliothek tief beeindruckt:
„Die Israelische Nationalbibliothek ist weit mehr als ein Ort des Lesens: Sie ist Museum, kulturelles Zentrum mit Konzerten und ein Ort gelebter Erinnerung.“
Er stellte heraus, wie wichtig die Unterstützung des Freistaats Bayern ist:
„Die Nationalbibliothek erfasst für die Sammlung über das Massaker vom 7. Oktober und dessen globale Auswirkungen erstmals systematisch Inhalte aus sozialen Netzwerken, um die historischen Dimensionen der Ereignisse umfassend zu dokumentieren. Dafür leistet Bayern inhaltliche Unterstützung. Die Israelische Nationalbibliothek zeigt eindrucksvoll: Erinnerung und Forschung sind der Schlüssel, um Geschichte lebendig zu halten.“
Der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Dr. Ludwig Spaenle, tauschte sich im Rahmen des Besuchs u.a. mit einem Vertreter der Digitalisierungsinitiative der Bibliothek aus. Auch hierbei unterstützt Bayern die Nationalbibliothek maßgeblich.
Dr. Ludwig Spaenle betonte:
„Ein besonderes Projekt ist die Digitalisierung bayerisch-jüdischer Gemeindeakten in Zusammenarbeit mit der Israelischen Nationalbibliothek – ein bedeutender Beitrag zur Bewahrung des jüdischen Erbes. Bayern unterstützt aktiv diese Initiative, um die Geschichte der jüdischen Gemeinden in Bayern für zukünftige Generationen zu sichern und weltweit zugänglich zu machen.“
Die CSU-Delegation besuchte auch eine Ausstellung in der Israelischen Nationalbibliothek.
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Im Gedenken an die Opfer des Massakers
Weitere Programmpunkte im Rahmen des Delegationsbesuchs waren politische Gespräche in der Knesset, dem israelischen Parlament. Dort trafen die Delegierten, begleitet von einem vierköpfigen Delegationsteam aus Bayern sowie von Mitarbeitenden der HSS in Jerusalem, mit der stellvertretenden Parlamentspräsidentin Orit Farkash-Hacohen und Mickey Levy, dem Vorsitzenden der Israelisch-Deutschen Parlamentariergruppe, zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die deutsch-israelischen Beziehungen, die regionale politische Entwicklung seit dem Hamas-Angriff und Maßnahmen gegen Antisemitismus.
Zudem besuchten die Delegierten das Gelände des Nova-Festivals sowie den Kibbutz Kfar Azza, um der Opfer des Hamas-Terrorangriffs zu gedenken. Beim Massaker auf dem Festivalgelände am 7. Oktober 2023 ermordete die Hamas Hunderte von Festivalbesucherinnen und -besuchern, viele weitere wurden verletzt oder entführt. Der Kibbutz Kfar Azza in der Nähe des Gazastreifens hatte ebenfalls sehr hohe Opferzahlen zu beklagen: Über hundert Menschen wurden dort von der palästinensischen Terrorgruppe Hamas ermordet, zahlreiche verschleppt.
Ebenfalls im Zeichen des Gedenkens stand der Besuch von Yad Vashem in Jerusalem. Im Rahmen einer offiziellen Zeremonie legten die Delegierten dort einen Kranz nieder.
Weitere fachliche Briefings und Hintergrundgespräche zur Entwicklung der jüdisch-arabischen Beziehungen und der politischen Lage in Israel und der gesamten MENA-Region erhielten die Delegierten von der Deutschen Botschaft in Tel Aviv, dem Deutschen Vertretungsbüro in Ramallah, der Dormitio-Abtei der Benediktiner, vom Evangelischen Pilger- und Begegnungszentrum Auguste Victoria in Ostjerusalem, von der EU-Polizeimission EUPOL COPPS im Westjordanland, vom Büro des Freistaats Bayern in Israel, von der Jerusalem Foundation und der Hanns-Seidel-Stiftung Jerusalem. Die HSS unterstützte den Besuch der CSU-Delegierten inhaltlich, organisatorisch und logistisch.
Die Hanns-Seidel-Stiftung setzt sich in Israel und den Palästinensischen Gebieten für die jüdisch-arabische Verständigung, für zivilgesellschaftliche Teilhabe und umweltpolitische Nachhaltigkeit ein.
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