Erster mongolischer Ideenwettbewerb
Mit Schafwolle in eine bessere Zukunft
© André Adomeit
- Wettbewerb „Entwicklung der Mongolei – Strategie und Konzeption“
- Innovative Vorschläge und Ansätze
- Auszeichnung von drei jungen Mongolen
Unter der Schirmherrschaft des Staatspräsidenten Battulga Khaltmaa, organisierten die Studentenvereinigung „Die Junge Union der Mongolen“, die Hanns-Seidel-Stiftung und die Otgonbayar Stiftung gemeinsam den ersten Ideenwettbewerb „Entwicklung der Mongolei – Strategie und Konzeption“ und luden alle mongolischen Studierenden in Deutschland und Europa ein mitzureden.
Der Botschafter der Mongolei in der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Ganbat Damba, sprach bei dem ersten mongolischen Ideenwettbewerb ein Grußwort. Er gehörte auch dem Gremium an, das die Präsentationen bewertete
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Vorschläge und Ansätze
Die Verbesserung von Infrastruktur und Handel, Grundlagenforschung im Bereich Bodenschätze und Seltene Erden oder doch eher eine Verbesserung im Bereich Familienrecht – die Themen und Ansätze waren vielseitig und die Zuhörer hatte nach jedem Vortrag zahlreiche Fragen. Welche Datengrundlage gibt es, welche Vorarbeit wurde bereits geleistet, mit welchen Partnern kann das Projekt umgesetzt werden? Die Ansprüche von Publikum und Jury an die Qualität der Projekte waren hoch, und ebenso groß waren auch das Interesse und die Begeisterung. Zehn Stunden wurde zugehört und diskutiert. Dazwischen sorgten verschiedene musikalische Beiträge für Abwechslung und mit der Meringer Faschingsgarde hielt ein bisschen bayerische Karnevalstradition Einzug in die mongolisch geprägte Veranstaltung.
Die drei Preisträger erhielten ein persönliches Glückwunschschreiben des mongolischen Staatspräsidenten. Zu sehen sind außerdem der mongolische Botschafter Dr. Ganbat Damba, Solongo Treml, eine Hauptorganisatorin und der außenpolitische Berater des Präsidenten, Tegshjargal
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Die Preisträger
Am Ende des Tages wurden drei Projekte ausgezeichnet. Den ersten Preis bekam Dolgion Erdenebat für seine Idee Schafswolle zur Dämmung von Wohngebäuden zu nutzen. Während Ziegenwolle in der Mongolei zu Kaschmir verarbeitet und exportiert wird, bleibt insbesondere Schafswolle schlechterer Qualität oft völlig ungenutzt. Im Internet stieß Dolgion Erdenebat auf ein Unternehmen in Österreich, das Schafswolle zu Dämmstoff weiterverarbeitet. Warum sollte nicht auch die ganze ungenutzte Wolle in der Mongolei verwendet werden, um besser über den kalten Winter zu kommen? Eine berechtigte Frage, fand die Jury, und verlieh ihm den ersten Preis, einen Flug in die Mongolei. Auch dem zweiten Preisträger, Munkhshatar Ganbold, ging es um die Frage, wie der hohe und umweltschädliche Kohleverbrauch in der Mongolei reduziert werden kann. Seine Berechnungen zeigten, dass im Winter in Ulan Bator mit Solarzellen auf dem Dach ein signifikanter Teil der Kohleheizöfen kalt bleiben könnte. Diese Idee verdiene den zweiten Preis, so die Jury, und zeichnete Munkhshatar Ganbold mit 300 Euro aus. Baigali Sukhbaatar hatte einen ganz anderen Vorschlag: Sie analysierte die verfügbaren statistischen Daten und kam zu dem Schluss, dass eine psychologische Betreuung in der Schlichtungsphase vor einer offiziellen Scheidung vielen Paaren hilft wieder zueinander zu finden. Ihre Forderung deshalb: die gesetzlich vorgeschriebene Schlichtungsphase sollte verlängert und in dieser Zeit eine entsprechende Betreuung der Paare gewährleistet werden. Sie bekam den dritten Preis in Höhe von 200 Euro.
Für die Zukunft
Die Mongolei ist eine der ganz wenigen Demokratien in der Region und sie hat seit der demokratischen Wende 1990 ihre Werte verteidigt und den Rechtsstaat weiterentwickelt. Die Veranstaltung mit der Hanns-Seidel-Stiftung hat deutlich gezeigt, dass die junge Generation der Mongolen sich einbringt, mitdenkt und sich für eine bessere Zukunft engagiert. Die ganztägige Anwesenheit des Botschafters der Mongolei und die Glückwunschschreiben, die der Staatspräsident durch seinen Berater an die Preisträger überreichen ließ, zeigen, dass auch die politische Elite des Landes ihre junge, aktive Generation schätzt und respektiert. Die Hanns-Seidel-Stiftung, die bereits seit 25 Jahren die Reformen im Rechtsbereich unterstützt, hat mit dieser Veranstaltung einen Beitrag für die weitere Entwicklung der Mongolei geleistet.
Veronika Eichinger
Leiterin