Ukraine
- Stärkung des (europa)-politischen Dialogs im nationalen, regionalen und europäischen Raum
- Stärkung der demokratischen und pluralistischen Kultur durch politische Bildung
Projekt
Standort:
Kyjiw
Leitung:
Benjamin Bobbe
Homepage:
https://www.hss.kyiv.ua/
Facebook:
https://www.facebook.com/hsskyiv/
Ziele:
- Stärkung des nachhaltigen Dialogs zwischen Amts- und Funktionsträgern aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung, Sicherheitsbereich, Medien und Zivilgesellschaft zu (Europa)-politischen Themen und Fragen der Westbindung im nationalen und europäischen Raum.
- Stärkung der zivilgesellschaftlichen und staatlichen Resilienz unter Kriegsbedingungen und in Post-Konflikt-Zeiten.
Zielgruppen:
- Mandats- und Funktionsträger aus Politik und öffentlicher Verwaltung
- Zivilgesellschaft und Multiplikatoren
- Medienvertreter (direkt) und breite Öffentlichkeit (indirekt) in der Ukraine und Europa
- Binnengeflüchtete, darunter überproportional Frauen, Jugendliche und junge Erwachsene
Kurzbeschreibung:
Das Jahr 2014 markiert in der Ukraine einen bedeutenden Wendepunkt, da es den Beginn des Krieges Russlands gegen die Ukraine darstellte. Es war entscheidend geprägt von der Revolution der Würde (Euromaidan), der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland sowie dem Beginn des bewaffneten Konflikts im Donbass.
Die Herausforderungen der Folgejahre – stark beschleunigter politischer, wirtschaftlicher, gesellschaftspolitischer und sozialer Strukturwandel – wurden mit Beginn der vollumfänglichen Invasion durch Russland im Februar 2022 überlagert von den drängenden humanitären und wirtschaftlichen Problemen sowie Fragen der existenziellen Sicherheit der Ukraine. Der andauernde Krieg stellt die Ukraine heute vor die Herausforderung, gleichzeitig staatliche Sicherheit zu gewährleisten, demokratische Institutionen zu stabilisieren und den europäischen Integrationskurs fortzusetzen.
Die Projektarbeit der Hanns-Seidel-Stiftung unterstützt diesen Prozess durch Beiträge zur Stärkung staatlicher Handlungsfähigkeit, gesellschaftlicher Resilienz und demokratischer Governance unter Kriegsbedingungen. Ziel ist es, langfristige Perspektiven für eine stabile demokratische Entwicklung der Ukraine als souveräner Staat zu schaffen und zu sichern.
Hierzu arbeitet die Stiftung mit Partnern aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft ebenso zusammen wie mit politischen und staatlichen Institutionen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene.
Europäische Integration und politischer Dialog
Die Projektarbeit stärkt Kenntnisse ukrainischer Multiplikatoren aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über Strukturen, Werte und Entscheidungsprozesse der Europäischen Union. Sie fördert den Austausch über Reformen und die Fachkenntnisse zu Normen und Standards im Kontext der europäischen Integration und des Wiederaufbaus insbesondere für die öffentliche Verwaltung. Dadurch werden institutionelle Zusammenarbeit, europäische Orientierung und der Dialog zwischen nationaler, regionaler und europäischer Ebene gestärkt.
Internationale Vernetzung und Public Diplomacy
Gefördert wird der Aufbau belastbarer Netzwerke zwischen staatlichen Institutionen, Experten und zivilgesellschaftlichen Akteuren in der Ukraine und in Europa. Diese tragen dazu bei, außenpolitische und europapolitische Expertise zu bündeln und den internationalen Austausch über Fragen der europäischen Integration, der regionalen Zusammenarbeit und der demokratischen Entwicklung der Ukraine zu vertiefen.
Demokratische Governance im Krieg und Postkonflikt
Der russische Angriffskrieg stellt die Ukraine vor die Herausforderung, sicherheitspolitische Prioritäten mit demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien zu vereinbaren. Die Projektarbeit greift diese Debatte im Rahmen de Konzepte der „Defensive Democracy“ und „Democratic Securitization“ auf. Dabei geht es um die Integration von Sicherheitsanforderungen in staatliche Entscheidungsprozesse und Praktiken, ohne demokratische Kontrollmechanismen, rechtsstaatliche Verfahren und gesellschaftliche Beteiligung entscheidend zu schwächen.
Staatliche Handlungsfähigkeit und zivil-militärische Zusammenarbeit
Die Projektarbeit unterstützt staatliche Institutionen dabei, ihre Handlungsfähigkeit unter den Bedingungen des Krieges und im Hinblick auf eine mögliche Postkonfliktphase zu stärken. Dabei stehen die Weiterentwicklung staatlicher Steuerungsfähigkeit, die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ebenen der Verwaltung sowie die Kooperation von zivilen mit militärischen Akteuren im Rahmen der Krisenvorsorge und der Nothilfe im Mittelpunkt. Eine enge Verknüpfung staatlicher und zivilgesellschaftlicher Elemente und Strukturen ist hier ein herausragendes Merkmal der ukrainischen Staatlichkeit.
Resilienz im Informationsraum und strategische Kommunikation
Einen Kernpunkt bildet die Stärkung der gesellschaftlichen Resilienz gegenüber Desinformation und hybriden Einflussversuchen. Die Projektarbeit fördert ein vertieftes Verständnis moderner Informations- und Kommunikationsdynamiken und trägt dazu bei, staatliche und gesellschaftliche Akteure im Umgang mit Informationsmanipulation zu stärken. Besondere Aufmerksamkeit gilt der kontinuierlichen Analyse russischer Desinformations- und Einflusskampagnen sowie ihrer Auswirkungen auf sicherheits-, gesellschafts- und demokratiepolitische Entwicklungen in der Ukraine und Europa.
Politische Bildung und demokratische Teilhabe
Die Projektarbeit leistet einen Beitrag zur Förderung politischer Bildung und demokratischer Kompetenzen in Staat und Gesellschaft. Ziel ist es, das Verständnis für demokratische Prozesse, verantwortungsvolle Regierungsführung und aktive gesellschaftliche Teilhabe zu stärken und damit langfristig zur Stabilisierung demokratischer Strukturen beizutragen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Förderung einer modernen Verwaltungskultur sowie der Stärkung der institutionellen Verankerung der politischen Bildung auf der Policy-Ebene.
Maßnahmen
- Dialogförderung und Wissensvermittlung zu aktuellen europa-, sicherheits- und gesellschaftspolitischen Themen
- Förderung des Austauschs und der Vernetzung zwischen Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene
- Unterstützung von Analyse, Forschung und faktenbasierter Informationsbereitstellung zu politischen, gesellschaftlichen und sicherheitspolitischen Entwicklungen
- Förderung von Good Local Governance, kommunaler Selbstverwaltung sowie leistungsfähiger und resilienter Verwaltungsstrukturen
- Stärkung staatlicher und gesellschaftlicher Resilienz, insbesondere im Umgang mit Desinformation und hybriden Bedrohungen
- Förderung der zivil-militärischen Zusammenarbeit sowie der Integration von Veteranen und Binnenvertriebenen
- Unterstützung der europäischen Integration durch politische Bildung, internationale Kooperation und den Transfer von Wissen und Best Practices zwischen ukrainischen und europäischen Akteuren
Formate: Fachgespräche, Konferenzen, Workshops, Seminare, Sommer- und Winterschulen, Delegationsreisen, Studien, Policy Papers, digitale Bildungsangebote, Podcasts, Videos und Ausstellungen.
Dieser Maßnahmenkatalog wird im Offline-, Online- und Hybrid-Modus umgesetzt wobei unter den aktuellen Kriegsbedingungen das gesamte Spektrum an Instrumenten eingesetzt wird.
Partner
- Think tank Razumkow-Zentrum
- NRO Stiftung für Demokratieförderung
- NRO Ukrainisches Institut für Internationale Politik - UIIP
- NRO Paneuropäischer Verein in der Ukraine (Paneuropa-Union Ukraine)
- Ukrainischer Deutschlehrer- und Germanistenverband - UDGV
- Igor Sikorsky Kyiv Polytechnisches Institut - KPI
- Werchowna Rada der Ukraine (Parlament), Abteilung Wissenschaftliche Dienste
- Stadtrat von Lwiw, Städtisches Institut für strategische Planung
- Staatlicher Dienst der Ukraine für Ethnische Politik und Gewissensfreiheit
- Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten
- Ministerium für Verteidigung
- Ministerium für Bildung und Wissenschaft
- Ministerium für Jugend und Sport
- Ministerium für Sozialpolitik, Familie und Einheit der Ukraine
- Nationale Agentur der Ukraine für den öffentlichen Dienst
- Regionales Zentrum für Fortbildung Winnyzja
- Regionales Zentrum für Fortbildung Czernowitz
- Zentrum zu Bekämpfung von Desinformation des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats
Kontakt
Ansprechpartner in der Ukraine
N.N.
Projektleitung
Ansprechpartner in Deutschland
Benjamin Bobbe
Leiter