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Isabel Schmiedel

Wir empfehlen, den Beitrag zur Anzeige zu bringen

Der von Ihnen beschriebene Fall hört sich nach einem möglicherweise strafbaren Antragsdelikt1 an. Das bedeutet, dass nur Sie als Betroffene und Betroffener selbst den Fall zur Anzeige bringen können. Hier zwei Möglichkeiten, das zu tun:

Anzeige via Meldestelle REspect!

Sie können den Beitrag mit wenigen Klicks über Hassmelden.de, der zentralen Meldestelle für Hatespeech, einreichen um prüfen zu lassen, ob hier möglicherweise ein Straftatbestand erfüllt wurde. Wenn das wahrscheinlich der Fall ist, können Sie über die Plattform einen Strafantrag stellen.

Während die Nutzung von Hassmelden.de bei Offizialdelikten anonym ist, ist bei einem solchen Antragsdelikt zu beachten, dass Ihre Daten als Betroffene und Betroffener an die Ermittlungsbehörden übermittelt werden müssen, damit diese tätig werden können.
Hier kann also die Gegenseite Akteneinsicht nehmen und ihre Daten einsehen.

Die Meldung dauert in jedem Fall nur wenige Sekunden und hilft dabei, das Internet wieder ein bisschen sicherer und freundlicher zu machen.
 

Zur Meldestelle REspect!


Weitere Meldestellen

 

Meldestelle für Amts- und Mandatsträger/-innen

Meldestelle für antisemitische Vorfälle

LGBTIQ Fachstelle gegen Diskriminierung und Gewalt

Meldestelle für Medienschaffende


Anzeige mit Prozesskostenunterstützung von HateAid

Wenn Sie bei Ihrer Anzeige begleitet werden möchten, können Sie sich an HateAid wenden. Die Organisation bietet sowohl Opferberatung bei digitalem Hass als auch Prozesskostenunterstützung bei Antragsdelikten an. Sie finanziert Ihnen dabei einen Anwalt für das Verfahren, erhält aber im Fall einer Verurteilung Ihres Gegners auch die Schadensersatzzahlung.
 

Zur Website von HateAid

 

Lieber doch keine Anzeige erstatten?

Falls Sie keine Anzeige erstatten möchten, können Sie mit Gegenrede digitale Zivilcourage zeigen und mit dem Urheber des Beitrags in die Diskussion gehen.
 

Zur Anleitung Gegenrede 

 

Offizial- und Antragsdelikte

Das Straf(prozess)recht unterscheidet zwischen Offizial- und Antragsdelikten. In der Regel sind alle Straftaten Offizialdelikte, es sei denn ein Strafgesetz verlangt ausdrücklich einen Strafantrag als Verfolgungsvoraussetzung.

Daraus ergibt sich dann auch der Unterschied: Offizialdelikte sind Straftaten, die von Amts wegen vom Rechtsstaat zu verfolgen sind, sobald er davon Kenntnis erlangt. Typische Beispiele sind die Volksverhetzung nach § 130 StGB oder Fälle des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, § 86a StGB.

Die Verfolgung von Antragsdelikten – zum Beispiel der Beleidigung, § 185 StGB oder der üblen Nachrede, § 186 StGB – setzt zusätzlich zur Anzeige noch einen Strafantrag des/der Geschädigten voraus. Das bedeutet, dass die Anzeige in diesem Fall nicht anonym erfolgen kann, sondern persönliche Daten angegeben werden müssen. 

Eine Zusammenarbeit der Hanns-Seidel-Stiftung mit Reconquista Internet / Hassmelden

Die Meldestelle Hassmelden wurde eingestellt. Grund dafür ist die Menge an täglichen Meldungen, welche von ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen nicht mehr bearbeitet werden kann.